E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 27°C

Haustierzentralregister: Tasso will alle Hunde registrieren

Von Der Verein ist in sein Domizil an der Otto-Volger-Straße noch nicht richtig eingezogen, schon bekam er Besuch aus Wiesbaden. Mit der Umweltministerin wurde über Tierschutz-Themen im Koalitionsvertrag gesprochen.
Sam wollte auch mal über die Tischkante schauen. Ansonsten verstand der Mischlingshund von Mike Ruckelshaus nicht viel vom Gespräch seines Herrchens mit Ministerin Priska Hinz und Tasso-Leiter Philip McCreight. 	Foto: Matthias Knapp Sam wollte auch mal über die Tischkante schauen. Ansonsten verstand der Mischlingshund von Mike Ruckelshaus nicht viel vom Gespräch seines Herrchens mit Ministerin Priska Hinz und Tasso-Leiter Philip McCreight. Foto: Matthias Knapp
Sulzbach. 

Am Montag sind die ersten Tasso-Mitarbeiter in den zweiten Stock des Gebäudes Otto-Volger-Straße 15 eingezogen. Ende des Monats sollen die restlichen folgen. Noch sind aber viele Räume leer, die Wände noch kahl. Die Tierschützer des Vereins Tasso, dessen Schwerpunkt die Registrierung von Haustieren ist, müssen sich erst noch einrichten.

Dennoch empfingen Tasso-Chef Philip McCreight und der tierschutzpolitische Sprecher der Organisation, Mike Ruckelshaus, gestern schon mal hohen Besuch: Umweltministerin Priska Hinz (Grüne). Sie interessierte sich allerdings weniger für die neuen Räume des Vereins, der bislang auf drei Standorte in Hattersheim verteilt arbeitete. Vielmehr standen Tierschutz-Themen aus dem schwarz-grünen Koalitionsvertrag in Wiesbaden auf der Agenda.

 

Finanzierung über Spenden

 

Die Landesregierung möchte die Kennzeichnung und Registrierung von Hunden zur Pflicht machen. Da kommt der Ministerin der Vorschlag von Tasso gerade recht, dass der Verein die Registrierung übernehmen könne – ohne dass Hundehalter oder Steuerzahler finanziell belastet werden. Sie will das Angebot jedenfalls mit den kommunalen Spitzenverbänden diskutieren.

Das Konzept von Tasso sieht vor, dass in Hessen alle Hunde, die älter als sechs Monate sind, mit einem Transponder gekennzeichnet werden. Anschließend erfolgt die Registrierung bei Tasso. Dabei werden die Daten des implantierten Chips mit den Daten des Tierhalters in der Datenbank von Tasso verknüpft. Kosten entstehen für die Kennzeichnung. Die Registrierung ist kostenlos, da sich Tasso über Spenden finanziert, wie McCreight deutlich machte.

Vorteil der Registrierung: Werden Hunde gefunden, kann rasch ihr Besitzer gefunden werden. Lange Tierheimaufenthalte werden ihnen erspart. Das wiederum entlastet die Tierheimkassen und damit den Etat der Kommunen – von 10 Millionen Euro war gestern die Rede.

Vor allem aber, und das ist den Tierschützern wichtig, bleibt den Hunden viel Leid erspart. Ganz nebenbei können mit den erfassten Daten Statistiken erhoben werden – zum Beispiel wenn es um die Gefährlichkeit von Hunden geht.

 

Katzen kastrieren

 

Schon heute sind etwa 80 Prozent der Hunde in Hessen bei Tasso registriert. Insgesamt gibt es in der Tasso-Datei 7,3 Millionen registrierte Haustiere. Es ist das größte Haustierzentralregister Europas. Wohl auch deshalb ist Priska Hinz von dem Tasso-Konzept angetan: „Das scheint erfolgversprechend“, sagte sie gestern. Die Kommunen könnten damit stark entlastet werden.

Die Kastration und Registrierung von Katzen ist ein weiteres Thema, bei dem die Koalition handeln möchte. Gerade große Städte – allen voran Wiesbaden und Kassel– wollen diesbezüglich Rechtssicherheit, da bei ihnen streunende Katzen eine Plage sind. Mike Ruckelshaus ist sehr damit einverstanden, dass das Land Hessen den Städten und Gemeinden die rechtliche Möglichkeit eröffnen will, kommunale Satzungen zur Kastration, Kennzeichnung und Registrierung von Hauskatzen mit Freigang zu erlassen. So lasse sich das Elend von streunenden Katzen nachhaltig und tierschutzgerecht eindämmen.

„Die Pflicht zur Registrierung von Katzen wird häufig ausgeklammert“, betonte Philip McCreight. Kennzeichnung ohne Registrierung ergebe jedoch keinen Sinn, sagte er.

 

Wider den Abschuss

 

Keinen gemeinsamen Nenner fanden die Tasso-Vertreter und die Ministerin beim Thema Abschuss von Haustieren. „Der Abschuss ist nicht verhältnismäßig“, sagte Ruckelshaus. „Hunde scheuchen Wild auf und gefährden so Tierwohl“, hielt Priska Hinz entgegen. Da gelte es abzuwägen. Sie setzt auf eine wissenschaftliche Untersuchung. Ruckelshaus kündigte aber schon mal an: „Im kommenden Jahr werden wir eine Kampagne gegen den Abschuss von Haustieren starten.“

Zur Startseite Mehr aus Main-Taunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen