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Tiefschlag

Von Der FC Eddersheim berappt für die Ausrichtung seiner Boxgala erstmals eine Reinigungspauschale in Höhe von 311 Euro. So steht es in der Gebührensatzung vom April 2012. Könnte sein, dass es bald schon wieder eine neue gibt.
Bei der Boxnacht musste etwa Hacan Turmus Schläge einstecken. Nun lassen andere Menschen auf ihre Art "die Fäuste fliegen".	Foto: Nietner Bei der Boxnacht musste etwa Hacan Turmus Schläge einstecken. Nun lassen andere Menschen auf ihre Art "die Fäuste fliegen". Foto: Nietner
Hattersheim. 

Willi F. Torka ist niemand, der lange fackelt. Wenn der Mann ein Boxer wäre, dann würde er zwar schon auf seine Deckung achten, aber vor allen Dingen mit seinen Fäusten zum Angriff übergehen. "Mehrfach-K.o. für die Stadt", hat Torka, Stadtverordneter für die Freie Wählergemeinschaft, über seinen Brief ans Kreisblatt geschrieben, der mit folgenden Worten beginnt: "Ich bin stinkesauer!"

Es folgen Erläuterungen der K.o.-Schläge, die nach Torkas Meinung von Bürgermeisterin Antje Köster (SPD) und deren Vorgänger Hans Franssen stammen und bereits durch deren Teilnahme ausgelöst worden seien – auf einer Veranstaltung mit 1200 Gästen, für die eine "auf Luxusfahrzeuge achtende Schicki-Micki-Box-Elite" keinen einzigen Cent für die Nutzung der Stadthalle bezahlt habe.

Nimmt man Torka bei seinem "Verbal-Boxing" beim Wort, ist schwer zu sagen, ob der Stadtverordnete Recht hat. Die Zuschauer zahlten Eintritt. Das Geld kommt letztendlich dem Fußballclub Eddersheim zugute, der hinter der Ausrichtung der Box-Gala steckt. Und der FCE wiederum blechte dafür, dass er die Stadthalle nutzen durfte. Jedoch keine Hallenmiete beziehungsweise Benutzungsgebühr, sondern eine sogenannte Reinigungspauschale in Höhe von 311 Euro. "Dabei hat der FC Eddersheim die Stadthalle sogar gereinigt übergeben", sagt Köster.

Die Bürgermeisterin kann Torkas Aufregung nicht verstehen. Die Pauschale werde für Vereine aus Hattersheim, Okriftel und Eddersheim fällig. Dies sei in der Stadtverordnetenversammlung erst im April für die Gebührenordnung so beschlossen worden. Nur für Privatpersonen und Gruppierungen, die nicht aus dem Stadtgebiet kommen, fiele auch eine Benutzungsgebühr von 1554 Euro pro Tag an.

K.o.-Schläge

Auf Nachfrage des Kreisblattes bleibt Torka aber bei seiner Meinung. Von den K.o.-Schlägen Kösters und Franssens sei insbesondere derjenige Teil der Bevölkerung betroffen, der bestrebt ist, den finanzpolitischen Karren wieder aus dem Dreck zu ziehen, beispielsweise in den Bürgerwerkstätten. Bei einer Veranstaltung des Kulturforums sei doch bereits um Spenden für die Stadtkasse gebeten worden. Warum nicht auch das Bewusstsein bei einer besser betuchten Klientel wecken, fragt Torka. Er findet, dass eine Reinigungspauschale von 311 Euro keine Lösung ist, die der Stadt wirklich hilft. Dass im vergangenen Jahr nur ein paar Tausend Euro an Miete durch die Stadthalle eingenommen wurde, sei bezeichnend. Und dann setzten Köster und Franssen auch noch ein falsches Zeichen mit ihrem Besuch, zeigten "keine Sensibilität in der Sache".

Die Angegriffenen sehen das überhaupt nicht so. Sie gehörten wie schon öfters bei den neun bisherigen Durchführungen zu den Gästen der stets sehr gut besuchten Boxnacht. Denn sie meinen, dass eine solche Veranstaltung der Stadt gut tue, noch dazu von einem Eddersheimer Verein.

Nichts desto trotz deutete Antje Köster an, dass man sich wegen der Finanznöte perspektivisch auch über die Vereinsförderung unterhalten müsse. Denn für die Sportstätten etwa werde von den Vereinen gar keine Gebühr verlangt.

"Wenn künftig Miete für die Stadthalle genommen wird, werden wir schauen, was hängen bleibt und dann abwägen, ob wir es noch einmal machen", sagt André Erle, für den FC Eddersheim Technischer Leiter der Box-Gala. Zur Disposition stünde dann auch die "After-Zug-Party" des Vereins an Fastnachtssamstag.

Ring frei für die nächste Runde.

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