E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 17°C

Kerb im Stadtteil Weilbach: Tobias Lauck trifft beim ersten Schlag

Der eigentliche Gewinner des Gickelschlags ist die Katholische Kita Maria Himmelfahrt: Denn die bekommt jetzt einen Hahn für ihre Hühner.
Foto: Hans Nietner
Flörsheim. 

„Noch haben wir Dreschflegel, noch haben wir Leute“, versprach Moderator Marcus Reif den Zuschauern vor dem „Haus am Weilbach“. Die Ausrichter der Kerb hatten aus den Erfahrungen des Vorjahres gelernt. Damals waren den Kerbeborsch nicht nur die Kandidaten, sondern auch die Dreschflegel ausgegangen. Gleich zwei der landwirtschaftlichen Werkzeuge zerbrachen und mussten repariert werden. Ohne Dreschflegel gibt es aber auch keinen Gickelschlag. Schließlich geht es bei dem ungewöhnlichen Wettbewerb darum, mit verbundenen Augen nach einem Tonkrug zu schlagen. Dem Sieger winkt nicht nur ewiger Ruhm innerhalb der Kerbegemeinschaft. Er gewinnt auch einen lebendigen Hahn. Außerdem hat der Gewinner die Ehre, die Kerbeborsch zum Essen einzuladen zu dürfen.

Als Kandidat kommt in Frage, wer sich um die Weilbacher Kerb verdient gemacht hat. Das Publikum lernte am Montag einige dieser Unterstützer kennen – denn erst der neunte Teilnehmer schaffte es, den Bembel zu zertrümmern.

Eine echte Chance

Damit wurde sogar die lange Liste aus dem vergangene Jahr übertroffen. Kurioserweise ließen die Ausrichter den Kandidaten in diesem Jahr recht früh die Chance, den Krug zu treffen. Im Vorjahr rieb Kerbemädel Lena Werner den Krug am Boden um die Teilnehmer in eine Richtung zu locken, positionierte das Gefäß dann jedoch an einer anderen Stelle. Diesmal bestand schon ab dem dritten Kandidaten eine echte Chance auf den Sieg. „Wir erhöhen die Spannung und lassen den Bembel stehen“, verkündete Marcus Reif.

Die Brüder Hendryk Becker und Alex Becker – beide ehemalige Kerbeborsch – verfehlten genauso wie Alex Beckers Schwager Klaus Gerbers. Beim zweiten von drei Versuchen verpasste Alex Becker den Tonkrug nur knapp. Dafür begann das Holz des Dreschflegels bedrohlich zu splittern. Noch mehr Splitter flogen bei einem Schlag von Klaus Gerbers. Marcus Reif erinnerte die Teilnehmer, dass es darum geht, den Krug zu zerbrechen. „Der Dreschflegel zählt nicht“, betonte der Moderator. Das Werkzeug musste während des Wettbewerbes einiges mitmachen: Ralf Fasel, der vor 30 Jahren als Aktiver bei der Kerb mitwirkte, ließ den Flegel beim ersten Schlag sogar fallen.

Sohn des Ortsvorstehers

Auch Ortsvorsteher Thomas Schmidt (CDU) bekam seine Chance und machte es spannend: Der Weilbacher berührte den Bembel mit seinem letzten Schlag. Es flogen jedoch keine Scherben. Erfolglos blieben auch der Anwohner Achim Anbargi und der ehemalige Flörsheimer Bauhofchef Gerd Sieber. Noch näher am Sieg als Thomas Schmidt war der Elternbeiratsvorsitzende der Weilbacher Grundschule: René Rührer schaffte es den Tonkrug umzuwerfen – das Gefäß blieb aber heil. Die Erlösung brachte schließlich Tobias Lauck – Sohn des ehemaligen Ortsvorstehers Heinz Lauck. Der Weilbacher zertrümmerte den Krug mit seinem ersten Schlag unter Jubelrufen.

Vom Sieg profitiert die katholische Kindertagesstätte Maria Himmelfahrt: Die Kita hält Hühner im Garten, die den Kindern frische Eier liefern. Derzeit fehlte es jedoch an einem leistungsstarken Hahn. Lauck spendete seinen Gickel an die Kita. Die Zukunft des gesunden Frühstücks ist gesichert. sas

Zur Startseite Mehr aus Main-Taunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen