E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 25°C

Personelle Probleme: Turnverein 1860 Hofheim steht ohne Vorsitzenden da

Nicht nur finanzielle, sondern jetzt auch personelle Probleme plagen den Turnverein 1860 Hofheim. Der mitgliederstärkste Verein der Kreisstadt sei zwar handlungsfähig, auf Dauer müsse aber eine Lösung gefunden werden.
Symbolbild Foto: (28231005) Symbolbild
Hofheim. 

Dem TV 1860 Hofheim ist es nicht gelungen, bei seiner jüngsten Jahreshauptversammlung einen Ersten Vorsitzenden zu wählen. Gerhard Frank, der in den vergangenen drei Jahren das Amt innegehabt hat, stellte sich nicht mehr zur Wiederwahl.

Auch der schon seit drei Jahren vakante Posten des Zweiten Vorsitzenden konnte nicht besetzt werden. Das bestätigte Schriftführerin Petra Hückel dem Kreisblatt auf Anfrage. Die Geschäfte führt satzungsgemäß jetzt der Schatzmeister Jens Drünkler. Von ihm hätte das Kreisblatt gern erfahren, wie es nun weiter gehen soll mit dem mitgliederstärksten Verein der Kreisstadt, der auch einer der größten Vereine im Main-Taunus-Kreis ist. Leider blieb die Anfrage bis gestern ohne Antwort.

Kredit über 400 000 Euro

Wie berichtet, grummelt es beim TV 1860, weil der Verein derzeit finanziell nicht auf Rosen gebettet ist. Im Gegenteil mussten die Abteilungen den Gürtel enger schnallen. Die Mitgliederbeiträge waren erst im vergangenen Herbst auf Beschluss einer außerordentlichen Mitgliederversammlung angehoben worden. Der Verein muss einen Kredit über 400 000 Euro abstottern, weil er seine Halle saniert und ausgebaut hatte.

Aber auch ohne solche Entwicklungen ist es aktuell schwer, Menschen für ein Vorstandsamt gerade in derart großen Vereinen zu gewinnen. So ist die TuS Kriftel schon seit zwei Jahren auf der Suche nach einem Nachfolger für Paul Dünte. Der Ehrenbürgermeister hat angekündigt, die Vereinsführung in diesem Jahr abgeben zu wollen.

„Jetzt ist endgültig Schluss“, unterstrich Dünte im Gespräch mit dem Kreisblatt jetzt noch einmal seine Position. Auch er sieht eine besondere Schwierigkeit darin, einen Mehrspartenverein zu führen, in dem es große, selbstbewusste Abteilungen gebe. Diese agierten häufig sehr eigenständig, müssten aber rein rechtlich ihr Handeln immer vom Vereinsvorstand genehmigen lassen. Der hafte immerhin – im Zweifel auch mit dem eigenen Vermögen.

Doch während TuS-Chef Dünte immerhin sagen kann, er befinde sich derzeit „in aussichtsreichen Gesprächen“ mit möglichen Nachfolgern, steht der TV 1860 Hofheim mit seinen immerhin rund 2300 Mitgliedern bereits ohne Kopf da. Handlungsfähig sei man, heißt es, aber auf Dauer ist es eben keine Lösung, dass der Schatzmeister, zumal beruflich stark eingespannt, auch noch die Ehrenämter des Vorsitzenden und seines Stellvertreters mit erledigt. Eine Vorschrift, wann eine neue Mitgliederversammlung angesetzt werden muss, um einen weiteren Versuch zu machen, den Vorstand wieder zu komplettieren, gibt es wohl nicht in der Satzung. Sie ergibt allerdings auch erst dann Sinn, wenn Vereinsmitglieder Bereitschaft signalisieren, das große „Schiff“ künftig zu lenken. Man hoffe hier, so heißt es, auf jemanden aus der Arbeitsgemeinschaft, die gebildet worden war, um die Finanzen des Vereins zu konsolidieren.

(babs)

Zur Startseite Mehr aus Main-Taunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen