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Übung in der heißen Hölle

Von Unter realistischen Bedingungen hat die Bad Sodener Feuerwehr 60 Einsatzkräfte für den Ernstfall gerüstet. In einem mobilen Brandschutzcontainer lernten die Feuerwehrleute den „Rauch zu lesen“ und in kritischen Situationen Ruhe zu bewahren.
Recht gelassen sitzen die Feuerwehrleute im Container. Gleich wird er geschlossen. Rojas de la Cruz (kleines Foto, oben links) gibt sich hinterher beeindruckt: „Die Flammen schießen wenige Zentimeter über den Kopf hinweg.“ 	Foto: Nietner Bilder > Recht gelassen sitzen die Feuerwehrleute im Container. Gleich wird er geschlossen. Rojas de la Cruz (kleines Foto, oben links) gibt sich hinterher beeindruckt: „Die Flammen schießen wenige Zentimeter über den Kopf hinweg.“ Foto: Nietner
Bad Soden. 

Der Blick in den Container zeigt loderndes Feuer. Auf 60 bis 90 Grad Celsius schätzt Nick-Oliver Kromer die Temperatur am Boden des Containers. „Oben sind aber rund 800 Grad“, weiß der Stadtbrandinspektor. In Schutzanzügen und mit Atemschutzgeräten haben sich neun Feuerwehrleute in die heiße Hölle begeben. Sie sitzen am Boden, in unmittelbarer Nähe zu den Flammen und warten.

Sie warten bis die Türen des Containers geschlossen werden und der schwierigste Teil ihrer Übung beginnt. „Sie sollen sich an die Hitze gewöhnen, die Grenzen ihrer Schutzkleidung kennenlernen und müssen lernen, den Rauch zu lesen“, erklärt Marc Bauer, stellvertretender Wehrführer.

Bei der sogenannten Heißausbildung werden die Einsatzkräfte an ihre Grenzen gebracht. Unter realistischen, aber kontrollierten Bedingung, bereiten sie sich auf den Ernstfall vor. „Man kann es 100 Mal mit Worten erklären, aber das ist niemals das selbe, wie es selbst zu erleben“, so Bauer.

 

Gefährliche Durchzündung

 

Die Einsatzkräfte werden die Hitze spüren, sie werden die Entwicklung und Ausbreitung des Rauches beobachten und die gefährliche Rauchgasdurchzündung erfahren. Die kann auftreten, wenn sich Feuer in geschlossenen Räumen entwickelt und die Hitze ein brennbares zündfähiges Gas entstehen lässt. Strömt Sauerstoff hinzu – etwa durch das Öffnen der Tür – entzündet sich das Gasgemisch schlagartig. „Wenn in diesem Moment der Feuerwehrmann in der Tür steht, ist es vorbei“, sagt Stadtbrandinspektor Kromer.

 

Flammen überm Kopf

 

Ein plötzlicher Schlag ist aus dem Brandschutzcontainer zu hören, Rauch quillt heraus. Immer noch sitzen die Kameraden im geschlossenen Container. Nicht ein Mal, nicht zwei Mal, sondern mehrere Male erleben sie die gefährliche Rauchgasdurchzündung, bis die Kameraden schließlich rußgeschwärzt den Container verlassen. Sie klopfen ihre heiß gewordenen Schutzanzüge aus, ziehen die Atemschutzgeräte vom schweißüberströmten Gesicht. „Die Flammen schießen wenige Zentimeter über den Kopf hinweg“, berichtet der 19-jährige Rojas de la Cruz beeindruckt und weiß: „Das Wichtigste dabei ist, nicht in Hektik oder Panik zu verfallen, sondern völlig ruhig zu bleiben.“

 

Ein Pilotprojekt

 

Zwei komplette Übungstage und fünf Übungsstationen hatte die Feuerwehr Bad Soden für die Ausbildung der Atemschutzgeräteträger am Wochenende organisiert. An fünf verschiedenen Stationen konnten sie die Brandschutzbekämpfung, Menschenrettung, die Eigenrettung von verunfallten Feuerwehrleuten und das taktische Vorgehen beim Innenangriff unter realistischen Bedingungen erproben.

Neben dem mobilen Brandcontainer stand der Wehr auch ein leerstehendes Gebäude der Stadt für ihre Übung zur Verfügung. Zum ersten Mal hatte die Bad Sodener Wehr eine solche Intensiv-Ausbildung am eigenen Standort angeboten. „Es soll ein Test sein, ein Pilotprojekt für die Sodener Wehr“, sagt Kromer. Auch wenn die Ausbildung am eigenen Standort teurer sei als eine auswärtige Übung, sieht Kromer einen deutlichen Vorteil: Die Kameraden müssen sich keinen zusätzlichen Anreisetag einplanen. Die Kosten für die Ausbildung, rund 10 000 Euro, übernimmt die Stadt.

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