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Viele Ideen, viele Fragen

Überraschend kreativ sind die Hattersheimer, wenn es darum geht, der Stadt zusätzliche Einnahmen zu verschaffen. Nicht alles ist realisierbar.
Vertieft in die Vorlagen. Konzentriert arbeiteten zahlreiche Bürger in der Werkstatt mit. Fotos: Hans Nietner Vertieft in die Vorlagen. Konzentriert arbeiteten zahlreiche Bürger in der Werkstatt mit. Fotos: Hans Nietner
Hattersheim. 

Bürgermeisterin Antje Köster (SPD) hatte unlängst zwar eine Bestandsgarantie für das Freibad – ohne dass klar ist, wie lange die gilt – abgegeben. Aber das heißt überhaupt nicht, dass die Einrichtung in den Diskussionen um den städtischen Haushalt keine Rolle mehr spielt. Wenn es darum geht, wie die Stadt ihre Einnahmen erhöhen kann, dann ist auch das Freibad ein Thema.

FKK für Mehreinnahmen

Klar war bei der dritten von drei Bürgerwerkstätten zur Haushaltssanierung, dass es nur darum gehen kann, den Zuschussbedarf des Bades zu verringern. Ein Gewinn lässt sich mit Freibädern nicht erzielen. Aber es gibt eine Menge Ideen, wie man mehr Besucher ins Bad locken und damit die Einnahmen erhöhen könnte.

Manchen schwebt sogar ein FKK-Bereich vor, andere könne sich eine Ergänzung durch ein Naturbad am Schwarzbach vorstellen, wieder andere möchten die Bewirtung verbessern. Abendliche Konzerte und längere Öffnungszeiten sollen das Bad ebenfalls attraktiver machen, und mehr Werbung könnte die Einrichtung auch gebrauchen.

Sicherlich ist bei manchen Punkten die Machbarkeit zu prüfen, und gelegentlich dürften die Kosten die Einnahmen übersteigen. Aber kreativ sind die Bürger auf jeden Fall. Es kamen Vorschläge, die etwa aus den Reihen der Stadtverordneten noch nicht zu hören waren. Sicherlich gleich abheften kann man den Vorschlag, mehr Tempokontrollen zu veranstalten. Wie kürzlich erst wieder die Stadt Kelkheim vorgerechnet hat, übersteigen die Kosten für die Kontrollen die Einnahmen deutlich.

Aber Parkgebühren in der Innenstadt könne sich die Bürger vorstellen, die Tarife der Mainfähre könnten angehoben werden, und für die Mitfinanzierung der neuen Brücke am Mühlenquartier soll die Stadt sich einen Sponsor suchen. Außerdem soll in den Bussen der Fahrer die Fahrkarten kontrollieren – die Frage ist, ob dies überhaupt dem Hattersheimer Haushalt zugute käme.

Solidaritätszuschlag

Ins Blickfeld geraten sind auch die Kinderbetreuungseinrichtungen. Höhere Elternbeiträge fordern die einen, andere erhoffen sich Einsparungen dadurch, dass freie Träger Einrichtungen übernehmen sollen. Gegen die Idee, Kindergartenräume etwa abends an andere Nutzer zu vermieten, sind schon Bedenken laut geworden, aber durchdenken müssen Verwaltung und Parlament all die Ideen schon, die in den drei Bürgerwerkstätten geäußert wurden.

Und dann wurde noch die Idee eines kommunalen Solidaritätszuschlages ins Spiel gebracht. 5 Euro pro Einwohner gelten als machbar, allerdings kommen auf diese Weise noch nicht einmal 200 000 Euro zusammen. Ob man tatsächlich alternativ zu Spenden aufrufen solle, und welche Anreize man den Bürgern bieten könnte – diese Fragen wurden aufgeworfen, aber nicht beantwortet.

Weitere Vorschläge der dritten Bürgerwerkstatt: Mehr Mieteinnahmen aus der Stadthalle, mehr Veranstaltungen im Posthof, kostendeckende Gebühren vom Friedhof bis zur Müllabfuhr, Verkauf der Hawobau und Privatisierung des Bauhofes. Einige glauben auch, die Gewerbesteuer könne ein weiteres mal erhöht werden, eventuell mit Steuerbefreiung für Neuansiedlungen, um die sich im übrigen eine Agentur kümmern soll.

Versammlung geplant

Wie geht es nun weiter mit der Bürgerbeteiligung an der Haushaltssanierung? Mitte Juni sollen die Ergebnisse der drei Bürgerwerkstätten in einem so genannten Planungsgespräch zusammengetragen werden. Für den 14. November ist dann eine Bürgerversammlung geplant. Die Ergebnisse des Bürgerdialogs sollen dann in den Antrag einfließen, den die Stadt zur Teilnahme am kommunalen Schutzschirm des Landes stellen muss. Über diesen wird im Dezember abgestimmt. bt

(Manfred Becht)
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