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Von Sägen und Nervensägen

Von Das Rathaus hat einige Arbeit mit dem Grün. Sogar Rechtsanwälte werden immer wieder bemüht. Willi Wutz findet das Thema auch spannend.
Kelkheim. 

Bürgermeister Thomas Horn hatte es im vergangenen Jahr schon einmal anklingen lassen: Immer wieder einmal pfeife er seine Mitarbeiter zurück, wenn diese nach seinem Eindruck gar zu fix die Kettensäge anwerfen wollen. Bäume gehören zum Stadtbild und sollen nur weg, wenn es nicht anders geht. Gelegentlich muss es aber dann doch sein.

Laub und Licht

Gerade häufen sich wieder die Anrufe von Bürgern, die den einen oder anderen Baum am Straßenrand verschwinden lassen wollen. Manche sind genervt von dem vielen Laub, das sie wegschaffen müssen, andere lassen wissen, der eine oder andere Baum nehme zu viel des jetzt ohnehin spärlichen Lichts weg. Auch die Wurzeln sind gelegentlich ein Problem, etwa als Stolperfallen auf privaten oder öffentlichen Wegen. In der Diskussion sind gerade Bäume an der Rotlintallee in Hornau.

Die Stadt akzeptiert nicht jeden Grund. Eine Mutter hatte im Rathaus vorgesprochen und erklärt, eine ganze Baumreihe am Bürgersteig stelle eine Gefahr für ihre Tochter auf dem Schulweg dar. Dass Straßenbäume von den Grundeigentümern generell hinzunehmen sind, das hatte das Verwaltungsgericht einem Kläger aus der Gundelhardtstraße ins Stammbuch geschrieben. "Jetzt läuft eine Klage, weil einer über eine Wurzel gestolpert ist", berichtete Horn im Umweltausschuss.

Gelegentlich muss aber doch die Motorsäge angeworfen werden, etwa aus Sicherheitsgründen. Wenn die Stadt gutachterlich weiß, dass ein Baum nicht mehr standsicher ist, muss sie reagieren – sonst haften die verantwortlichen Personen, wenn etwas passiert. Aus diesem Grund muss in nächster Zeit auch ein Baum am Rathaus gefällt werden.

Stetige Kontrollen

Ganz auf Nummer sicher gehen kann die Stadt ohnehin nicht. Zwar werden alle Gewächse im Rahmen einer sogenannten Baumschau regelmäßig in Augenschein genommen. "Manchmal verfaulen die Bäume von innen, und von außen sieht man nichts", berichtete Horn.

Natürlich gibt es auch Proteste, wenn Bäume gefällt werden – und das nicht nur von Bürgern. Als städtische Mitarbeiter am Reis an Obstbäumen herumsägten, rief dies die Untere Naturschutzbehörde auf den Plan. Die Stadt pflanze ja auch nach, beschwichtigte der Bürgermeister. "Bäume haben die Angewohnheit zu wachsen", erklärte Horn noch, was aber nur als Appell an die Geduld gemeint sein kann. Denn die Bäume tun dies eher langsam.

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