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Von den Lippen der Autorin

Von der Emanzipierung der Frau und anderen Themen der Zeitgeschichte erzählt die früher in Sossenheim lebende Autorin Dorothee Sargon. Nun las sie in Höchst aus ihren Büchern.
Dorothee Sargon las im Café Mausclick aus ihren Büchern.	Foto: Reuß Dorothee Sargon las im Café Mausclick aus ihren Büchern. Foto: Reuß
Höchst. 

Dorothee Sargon war hochschwanger, als sie 1970 im Alter von 28 Jahren ihre Führerscheinprüfung abgelegt hat. Eigensinnig, selbstbewusst und mit beiden Beinen im Leben stehend, habe sie nichts aus der Fassung bringen können. "Am Ende hat der Prüfer noch so lange gewartet, dass ich gefragt habe: "Und, darf ich meinen Führerschein jetzt mitnehmen?" Durfte sie. Trotz oder vielleicht gerade wegen ihrer offenen und frechen Art.

Rund 25 Gäste waren ins Café Mouseclick im Begegnungs- und Servicezentrum Höchst gekommen, um der ehemaligen Sossenheimerin zuzuhören. Im Rahmen des Clubs Bolongaro für ältere Bürger, der sich jeden Montag zwischen 15 und 17 Uhr trifft, werden regelmäßig solche Veranstaltungen organisiert.

Der Leiter des Zentrums, Klaus Baumgarten, hat Sargon eingeladen: "Anfang des Jahres habe ich einen Artikel im Höchster Kreisblatt über Dorothee Sargon gelesen und fand ihre Geschichte so spannend, dass ich sie einfach angeschrieben habe." Nach ihrer Pensionierung ist Sargon nach Spanien gezogen, wo sie mit ihrem Mann lebt. Extra für ihre Lesung ist sie jedoch wieder in die alte Heimat gekommen.

Die 70er und die Ölkrise

"Erinnern Sie sich an die 70er Jahre?", fragt sie gespannt in das Publikum. Alle nicken. "Frauen hatten es damals schwer, und ich auch", sagt sie. Nach einem Unfall ihres Mannes musste die Autorin dessen Tankstelle übernehmen und sich in der von Männern dominierten Welt von entladenen Batterien, kaputten Zündkerzen und Benzin herumschlagen. "Aufgeben kann ich später, habe ich mir immer gesagt." Gemurmel geht durch den Raum – Respektbekundungen und Lob. "Und erinnern Sie sich an die Ölkrise?" Eine weitere Episode aus dem Leben Sargons wird von ihr verlesen: Wie sie zu einem eigenen Fahrradgeschäft kam.

Breites Schaffensgebiet

2011 hat die Autorin ihr erstes Buch veröffentlicht: "Hier bin ich der Boss, oder?". "Es geht um Geschichten, die ich gemeinsam mit meinem Sohn erlebt habe", sagt Sargon und liest dem gespannten Publikum eine lustige Geschichte über die Anti-Baby-Pille vor.

Auch zwei Biografien, Reiseberichte und eine Menge Kurzgeschichten gehören zu den Veröffentlichungen der Autorin. Gerade ist das Buch "Brummi, der kleine Bär" für Kinder ab 3 Jahren erschienen. Autobiographisch hat die selbstbewusste Rentnerin allerdings auch noch so einiges zu erzählen – ganz getreu ihrem Motto "Ein Leben ist für mich nicht genug."ln

(ln)
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