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Vorsicht: Nagel-Fallen auf der Straße

Wenn sich der Verdacht bestätigt, wäre nach den anonymen Briefen gegen die Galf-Abgeordneten Sven Heß und Peter Kluin eine weitere Grenze überschritten. Sebastian Haug zeigt den "Krähenfuß", der in seinem Reifen gesteckt hat.	Foto: Maik Reuß Sebastian Haug zeigt den "Krähenfuß", der in seinem Reifen gesteckt hat. Foto: Maik Reuß

Flörsheim. 

Sebastian Haug ist die Strecke zwischen Flörsheim und Weilbach schon etliche Male gefahren. Auf dem Weg zur Arbeit nutzt der Flörsheimer den Weg als kürzeste Verbindung zur Autobahn. Am Mittwoch endete die Fahrt allerdings vorzeitig. Auf der Höhe der Baustelle vor dem Transthermos-Lager hörte Haug ein ungewöhnliches Klappern am rechten Vorderrad. Beim Stopp in Weilbach stellte er die ärgerliche Ursache fest: Haug war über einen rund 15 Zentimeter langen und 5 Millimeter breiten Nagel gefahren, der im Gummi stecken blieb. "Der Reifen war sofort platt", erzählt der Flörsheimer.

Dass der Nagel nicht zufällig am Straßenrand zwischen Flörsheim und Weilbach lag, macht schon seine Form deutlich: Der spitze Gegenstand war so zurecht gebogen, dass er sich optimal in einen Reifen bohren konnte. Haug vergleicht die Nagel-Falle mit sogenannten Krähenfüßen, die bei Straßensperren von Polizei oder Militär verwendet werden.

Wie gezielt Verkehrsteilnehmer anscheinend geschädigt werden sollten, zeigte der Fund, den der Vater des Flörsheimers am Mittwochnachmittag machte: Rainer Haug entdeckte fünf weitere "Krähenfüße" in unterschiedlichen Größen an der Einfahrt von der B 519 zum Flörsheimer Industriegebiet, in dem Lager von Unternehmen wie Transthermos angesiedelt sind.

Insgesamt sieben Nägel

Als sich Sebastian Haug gestern mit unserem Fotografen traf, fand er noch einen weiteren Nagel. Die kleinen Fallen lagen auf dem Schotter neben der Abbiegespur. Eine Reifenspur zeige, dass Lkws diesen Bereich überfahren, berichtet Haug. Der Nagel, der seinen Reifen erwischte, wurde wohl an den Rand der B 519 geschleudert.

Nachdem er sein Ersatzrad montiert hatte, informierte Haug am Mittwoch die Flörsheimer Polizeistation. Doch der Geschädigte ärgerte sich. Nach seiner Vermutung sind die Beamten dem Hinweis anscheinend nicht nachgegangen. "Wenn da ein Motorradfahrer reingefahren wäre, hätte es richtig gefährlich werden können", so der Flörsheimer. "Ich hätte erwartet, dass die mal nachschauen."

Anzeige gegen Unbekannt

Noch weniger Verständnis hat Sebastian Haug für diejenigen, die wohl die Nagel-Fallen gezielt am Straßenrand platzierten. Dass es sich dabei um Lkw-Gegner aus Weilbach handelt, kann er nur vermuten. Fest steht jedenfalls, dass die Stimmung gegen den Verkehrslärm im Stadtteil in letzter Zeit enorm hochgekocht ist.

Haug hat gestern bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Das einzige, was man in so einem Fall unternehmen könne, seien eine DNA-Überprüfung der Nagel-Fallen und die stärkere Kontrolle der betroffenen Einfahrt, erläuterte Oberkommissar Izlem Bulut auf Nachfrage des Kreisblattes. sas

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