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Waldkindergarten feiert Jubiläum

Seit zehn Jahren gibt es den Schwanheimer Waldkindergarten. Zwischen Bäumen und Büschen lernten seit 2002 rund 100 Mädchen und Jungen den richtigen Umgang mit der Natur.
Zum Jubiläum hat Leiterin Heidi Peter von den Eltern ein passendes Geschenk bekommen: Für ihre Eiche sucht sie nun einen geeigneten Standort. mar Zum Jubiläum hat Leiterin Heidi Peter von den Eltern ein passendes Geschenk bekommen: Für ihre Eiche sucht sie nun einen geeigneten Standort. mar
Schwanheim. 

In der Herbstluft liegt der Geruch nassen Laubs, die Feuchtigkeit hängt schwer zwischen den Baumstämmen, über die Wege hallen Kinderstimmen, und Trommelrythmen künden von einem besonderen Jubiläum. Im Schwanheimer Wald ist eine bunte Gäste-Schar von Kindern, Eltern, Waldarbeitern und Betreuern zusammengekommen. Denn: Der Schwanheimer Waldkindergarten feiert sein zehnjähriges Bestehen. Rund 100 Mädchen und Jungen haben seit der Gründung des Kindergartens den Schwanheimer Wald bei Wind und Wetter fünf Stunden pro Tag kennen und schätzen gelernt.

Klare Regeln in der Natur

Spielen, toben und lernen inmitten der Natur, dies alles mit einer gehörigen Portion Respekt vor der Umgebung und mit klaren Regeln – das sind die Grundzüge des Waldkindergartens. "Wir sind immer draußen und sensibilisieren die Kinder für die Zusammenhänge in der Natur", erklärt Heidi Peter. Sie leitet den Waldkindergarten seit seiner Gründung vor zehn Jahren und schwört auf die Pädagogik zwischen Bäumen. "Die Ansatzpunkte für die Arbeit und für Fragestellungen liefert die Natur selbst", sagt Peter. Klare Regeln, vielleicht sogar striktere als in einem ganz gewöhnlichen Kindergarten, gehören aber dazu: "Wenn ich ,Stop‘ sage, dann müssen die Kinder auch stehen bleiben. Wir sind hier im Wald nur Gäste und so verhalten wir uns auch."

Auch die Eltern schätzen die vergleichsweise unkonventionelle Arbeit im Waldkindergarten. Janet Widers ältester Sohn war ein "Waldkind", ehe er in die Schule kam, ihr Jüngster ist nun auch dabei. "Die Kinder erleben einen ganz anderen Alltag. Das ist das Tolle dabei", berichtet die Mutter. Und noch ein Vorteil sei mit den Jahren in der Natur verbunden: "Wenn mein Sohn in der Schule gemeinsam mit anderen Kindern Blätter sammelt, ist er meist der einzige, der sagen kann, welches Blatt zu welchem Baum gehört."

Der Schwanheimer Waldkindergarten ist nicht die einzige pädagogische Einrichtung in Frankfurt, welche die Natur für ihre Zwecke nutzt, aber eine der ältesten. "Es gibt in Frankfurt inzwischen einige ähnliche Projekte. Das ist sicherlich nicht für jedes Kind und jede Familie das Richtige, aber wir haben viele positive Erfahrungen gesammelt", berichtet Sabine Drexler-Wagner vom Verein zur Unterstützung berufstätiger Eltern, dem Träger des Waldkindergartens in Schwanheim. Auch die Resonanz aus den Grundschulen sei gut.

Als Jubiläumsgast nicht fehlen dürfte natürlich auch einer, der für die Jungen und Mädchen des Waldkindergartens schon lange kein Unbekannter mehr ist, sondern oft mit Rat und Tat zur Seite steht und auch eng mit der Leitung des Waldkindergartens kooperiert.

Weitere Waldgruppen

Förster Holger Scheel schätzt die pädagogische Arbeit inmitten des Forstes. "Es ist mir immer ein Anliegen, den Stadtkindern den Wald etwas näher zu bringen", erklärt der Förster. Im Laufe der Jahre habe das Projekt weitere Früchte getragen, was ihn besonders freue. "Es gibt inzwischen nicht nur den Waldkindergarten, sondern auch eine Grundschulgruppe mit Unterstützung des BUND und eine Gruppe für Schüler ab der fünften Klasse", berichtet Scheel. Und noch einen Beleg dafür gibt es, wie tief die Verbindung mit der Natur ist, welche die Kinder im Waldkindergarten erlernen. "Ein ehemaliges ,Waldkind‘ macht ab Januar bei mir ein Praktikum, weil er sich für den Beruf des Försters interessiert. Das freut mich natürlich besonders. Es muss nicht jedes Kind Förster werden wollen, aber wenn der Wald ein Leben lang im Herzen bleibt, dann ist schon viel gewonnen." göc

(Robin Göckes)
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