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Wallau wird zum Tollhaus

Von Die Debatte um die Ländcheshalle führt zu immer neuen Kapriolen. Jetzt sind drei Vorstandsmitglieder des Vereinsrings zurückgetreten.
„Wallau zeigt Flagge“: überall im Ort, wie hier in der Bleichstraße, hängen Fahnen. Sie sollen zeigen: Wir stehen zusammen.	Foto: Nietner „Wallau zeigt Flagge“: überall im Ort, wie hier in der Bleichstraße, hängen Fahnen. Sie sollen zeigen: Wir stehen zusammen. Foto: Nietner
Wallau. 

Für den neutralen, auswärtigen Beobachter ist es schon überraschend: Da hat sich der TV Wallau bereiterklärt, sich an den Kosten für die neue Ländcheshalle zu beteiligen. Nach jahrelangem Hin und Her gibt es jetzt ernsthafte Verhandlungen mit der Stadt. Ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt bildet sich eine Interessengemeinschaft "Wallauer für Wallau" ausdrücklich mit dem Zweck, Druck zu machen dafür, dass den Sportlern im Stadtteil auch künftig genügend Hallenkapazitäten zur Verfügung stehen.

Es gibt aber auch Wallauer, die das irritiert. "Es ist super, wenn sich Leute engagieren", sagt Majo Stoll, Vorsitzender des örtlichen Vereinsringes. Aber: "Wir hatten das Gefühl, das sich etwas bewegt, und jetzt gibt es so ein Tohuwabohu", so Stoll. Und das ist, so Stoll zum Kreisblatt, auch der Grund, warum er seinen Posten im Vereinsring niedergelegt hat, genau wie Stellvertreter Richard Christ und Schriftführerin Mechthild Fuhr.

Kein Zufall

Für Gerold Schnell, einen der Macher der Initiative, ist der Zeitpunkt kein Zufall, denn die Stadtverordnetenversammlung hat beschlossen, dass die Stadt nur eine Dreifeldhalle baut, sollte sich der TV Wallau nicht beteiligen. Das aber reicht der Initiative nicht, denn dann fehlen die heutigen Nebenräume der Ländcheshalle und die Schulturnhalle. "Wenn der TV sich nicht beteiligen kann, muss die Stadt mehr investieren", so BI-Mann Steffen Weber. Wallau trage am meisten zur Hofheimer Gewerbesteuer bei, aber investiert habe die Stadt dort seit Jahren nichts.

Weber bedauert den Rücktritt der Vereinsringsspitze. Es gehe keineswegs um Streit mit den Vereinen, vielmehr müssten alle an einem Strang ziehen. Ein Gespräch mit dem Vereinsring sei leider noch nicht zu Stande gekommen. Die Initiative habe auch keine Einladung zum Neujahrsempfang bekommen, bei dem die Rücktritte bekannt gegeben wurden.

Es scheint in Wallau zurzeit aber mehr Ärger zu geben, als nur um Einladungen. In einer Pressemitteilung spricht Vereinsrings-Schriftführerin Mechthild Fuhr von "persönlichen Anfeindungen", denen man in Wallau ausgesetzt sei. "Es gibt zum Teil erheblichem Druck", so Fuhr zum Kreisblatt. Neu ist das nicht. Schon in früheren Phasen der jahrelangen Debatten um die Ländcheshalle war der Streit gelegentlich sehr persönlich und polemisch ausgetragen worden.

Sehr persönlich

Dies sei nicht die Linie der Interessengemeinschaft "Wallauer für Wallau", betont Mitinitiator Gerold Schnell. Von persönlichen Anfeindungen habe er auch noch nichts mitbekommen, so Schnell zum Kreisblatt. Wer in dem Punkt etwas zu kritisieren habe, soll es zum Thema machen, möchte Schnell auch keiner Debatte ausweichen.

Für die Fortsetzung der Diskussion ist ohnehin gesorgt. Der Vereinsring wird spätestens Anfang Februar einen neuen Vorstand wählen. Die Interessengemeinschaft auf der anderen Seite hat einen festen Gesprächstermin mit Hofheims Erstem Stadtrat Wolfgang Exner vereinbart. Außerdem soll es am 19. Januar eine Kundgebung vor dem Hofheimer Rathaus geben.

Und bis dahin läuft noch die Aktion "Wallau zeigt Flagge". Die Initiative hat die Wallauer aufgefordert, Flaggen mit dem Ortswappen an die Häuser zu hängen. "Mit dieser Aktion will Wallau zeigen, dass alle Wallauer im Themenkomplex Neubau Ländcheshalle zusammenstehen", heißt es. Der TV Wallau jedenfalls sieht die Aktivitäten der Interessengemeinschaft offenbar als Unterstützung in den Verhandlungen mit der Stadt an. Auf der Titelseite des Internetauftritts des Vereins gibt es einen direkten Link zur Homepage der Interessengemeinschaft.

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