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Was Nieder zu Hause haben

Von Wie haben die Nieder in früheren Jahrzehnten in ihrem Zuhause gelebt? Wie haben sie gekocht, gewaschen oder auch ihr Wohnzimmer eingerichtet, wie ihre Freizeit gestaltet? Diesen und weiteren Fragen versucht die Sonderausstellung „Was Nieder so alles zu Hause haben“ im Heimatmuseum nachzuspüren.
Fiona Mayne schaut sich die Exponate der neuen Sonderausstellung im Heimatmuseum Nied an. Bilder > Foto: Maik Reuß Fiona Mayne schaut sich die Exponate der neuen Sonderausstellung im Heimatmuseum Nied an.
Nied. 

Der Blick von Fiona Mayne ist konzentriert. Sie stellt sich auf die Zehenspitzen, um auch die Ausstellungsstücke betrachten zu können, die auf der oberen Glasebene einer Vitrine im Heimatmuseum Nied präsentiert werden. „Ich liebe außergewöhnliche Ausstellungen, insbesondere wenn sie mit dem Alltag der Menschen in früheren Jahrzehnten zu tun haben“, sagt sie. „Was Nieder so alles zu Hause haben“ heißt die aktuelle Sonderausstellung im Heimatmuseum, die den Alltag der Nieder, so wie dieser sich in der Vergangenheit darstellte, zum Thema hat.

Und da haben die Initiatoren der Schau Hilde Visosky, stellvertretende Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Nied, Heide Kastler, Norbert Traband, Norbert Jungwirth, Regina Schneider-Back und Helga Hofmann, die sich alle in der Archivgruppe des Hauses engagieren, so einiges an alltäglichen, praktischen, aber auch kuriosen und aus heutiger Sicht vielleicht auch manchmal unnützen Dingen aus Nieder Haushalten zusammengetragen. Fiona Mayne nutzt die Gelegenheit der Ausstellungseröffnung, um sich die Exponate genauer anzuschauen und ist erstaunt über die Vielfalt. So wie sie, gehen auch die zahlreichen weiteren Besucher vor. Bei manchem werden sogar Erinnerungen geweckt. Die Leute kommen miteinander ins Gespräch.

Es sind vor allem die ausgestellten Küchen- und Badezimmerutensilien, die einige noch aus ihren Kindertagen kennen. Alte Kaffeemühlen, bestickte Leinentücher, Waagen, Krüge, Fleischklopfer, Ausstechformen zum Kekse backen oder gehäkelte Topflappen waren in der Küche von einst ebenso unerlässlich wie beispielsweise die keramische Waschschüssel mit passendem Krug, die im Badezimmer oder auf der Kommode im Schlafzimmer aufgestellt wurden.

Für schwere Türen

Heide Kastler, die über ihrer Kleidung eine alte Leinenschürze trägt, greift nach einem kuriosen Exponat. Es ist ein längliches Teil aus Holz, das aufklappbar ist. „Das ist ein Türheber“, klärt Kastler auf. Hiermit sei es einmal möglich gewesen, schwere Türen aus ihrer Verankerung zu heben, beispielsweise um die Scharniere zu ölen. In der damaligen Schreibweise ist die Funktion als „Thürheber“ auch auf dem Werkzeug selbst zu lesen. Das gute Stück stammt noch aus der Zeit Anfang des vergangenen Jahrhunderts.

Kurios ist mit Sicherheit auch der kleine Gartenzwerg, den Hilde Visosky in die Hand nimmt. Zwar ist er noch nicht ganz so alt wie der „Thürheber“, steht er aber stellvertretend für alle Gartenzwerge, die vor allem seit den 50er Jahren viele Vorgärten im Stadtteil verschönerten und noch immer verschönern. Daneben gibt es aber auch altes Spielzeug zu bewundern, etwa ein Spielebuch aus der Zeit des Jugendstils, das, wenn es aufgeklappt ist, gleiche mehrere Spielvariationen möglich macht. Dazu kommen antike Fotoapparate, Apfelweindeckel und Porzellan wie alte Teekannen oder weiterer Nippes, der früher in jedes Wohnzimmer gehörte.

Viel recherchiert

Doch woher stammen die vielen Exponate der Ausstellung? „Die Archivgruppe hat die Idee zur Ausstellung entwickelt und viel recherchiert“, erzählt Wolfgang Lampe. Er ist Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Nied, der das Heimatmuseum betreibt.

Und so ist zu erfahren, dass die meisten Exponate aus den Haushalten der Mitglieder der Archivgruppe stammen. „Eigentlich“, sagt Lampe anlässlich der Eröffnung, „wollten wir im Stadtteil einen Aufruf starten.“ Doch nachdem bereits so viel einfach schon da war, wäre die vorhandene Ausstellungsfläche bei einem zusätzlichen Aufruf nicht groß genug gewesen. „Es ist das erste Mal, dass wir sogar die Fensternischen für die Präsentation mit nutzen“, sagt Lampe und freut sich sichtlich, dass das Thema so viele Menschen interessiert.

Die Ausstellung im Heimatmuseum Nied, Beunestraße 9a, läuft noch bis Oktober. Sie kann sonntags von 14 bis 17 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung unter (0 69) 39 87 89 besichtigt werden. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen sind unter www.geschichtsverein-nied.de im Internet erhältlich.

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