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Rückblick von Stadtarchivar Dietrich Kleipa: Wie Eppenhain die Großstädter lockte

Der historische Rückblick von Stadtarchivar Dietrich Kleipa lockte viele Neugierige an. Ihnen wurden Informationen und Unterhaltung serviert.
Die älteste Ansichtskarte aus Eppenhain aus dem Jahre 1896 mit Ansicht von Eppenhain, Schutzhütte und Felsen Teufelskanzel auf dem Rossert sowie den Gasthäusern „Taunus-Ruhe“ (später „Grüner Baum“) und „Zum Taunus“. Die älteste Ansichtskarte aus Eppenhain aus dem Jahre 1896 mit Ansicht von Eppenhain, Schutzhütte und Felsen Teufelskanzel auf dem Rossert sowie den Gasthäusern „Taunus-Ruhe“ (später „Grüner Baum“) und „Zum Taunus“.
Eppenhain. 

Bereits vor vier Wochen blickte Dietrich Kleipa bei einem seiner Bildervorträge „. . . wie es früher war“ in die Geschichte Hornaus. Nun widmete er sich der Chronik Eppenhains. Dabei gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen den beiden Stadtteilen, wie der Stadtarchivar erklärt. „Hornau hatte zwar auch ein Kurhaus, aber das Geschehen drehte sich eher um die Landwirtschaft, während Eppenhain damals für Fremdenverkehr stand“, so Kleipa.

Zahlreiche Pensionen lockten die Großstädter ab dem Ende des 19. Jahrhunderts an den Atzelberg. Initiator dieses Trends war August Gasser. „Der Lehrer kehrte nach seiner Pensionierung zurück nach Eppenhain und eröffnete zwei Gasthäuser“, berichtet Kleipa.

Das erste Gasthaus, das Haus „Montesita“, öffnete unter Besitzer Gasser 1895 seine Pforten. Auf zahlreichen alten Ansichtskarten, die zur damaligen Zeit den Brief als Fern-Kommunikationsmedium Nummer eins ablösten, konnte man einen Eindruck von dem stattlichen Anwesen samt Gartensaal gewinnen. Stets mit auf den Zeichnungen und Fotografien war die malerische Umgebung Eppenhains, mit ihren Hügeln und Wäldern. Bereits ein Jahr nach der Eröffnung veräußerte der kluge Geschäftsmann Gasser seine erste Pension mit sattem Gewinn an Julius Auer. Den Profit investierte er in sein zweites Etablissement, das Haus „Silvana“ am Atzelberg.

Der Trick mit dem Turm

„Bereits damals wurde getrickst und so versucht, Gäste anzulocken“, erklärt Kleipa eine Werbekarte von 1898, auf der im Hintergrund der Atzelberg von einem stattlichen Aussichtsturm gekrönt wird. „Dieser wurde allerdings erst 1914 errichtet“, so Kleipa. Im Zuge des durch August Gasser losgetretenen Booms entstanden weitere Pensionen; etwa das Theodorhaus, das Haus „Tanneck“ oder die Pension „Rossertruh“. Letztere ist heute unter dem Namen Hotel Rossert das letzte verbliebene Gasthaus Eppenhains und damit ein Fragment der Zeit des erfolgreichen Tourismus in dem kleinen Ort.

Licht und Wasser

Die Bedeutung August Gassers erhob sich dabei über seine Rolle als Initiator des lukrativen Geschäfts mit den Gästen aus Wiesbaden, Frankfurt oder Mainz. „Er gründete den Fremdenverkehrsverein und sorgte zum Beispiel dafür, dass der Ort fließend Wasser und sogar Strom bekam“, berichtet Kleipa. Nach seinem Tod im Jahre 1914 gedachten ihm die Einwohner Eppenhains noch lange mit den Worten: „Ein Hoch auf unsren August Gasser, er brachte uns Licht und Wasser!“

Dietrich Kleipa dagegen brachte Unterhaltung und Information in die Turnhalle am Groborn, die während des Vortrages fast aus allen Nähten platzte. Der nächste Vortrag am 22. April behandelt dann die Geschichte Ruppertshains. Beginn im Konferenzraum der Schönwiesenhalle ist um 20 Uhr. Ein Besuch lohnt sich definitiv – rechtzeitiges Erscheinen ist empfohlen, denn es könnte wieder voll werden.

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