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Wie die Sterne ein Leben retteten

Die Klasse 4 b der Grundschule Marxheim berichtet über die Sternwarte in Langenhain
Hofheim. 

Das soll also eine Sternwarte sein? Drei Meter hoch, sechs Meter breit und zwölf Meter lang. Die 18 ZING-Reporter sind erst mal, naja, überrascht. Alle hatten sich die Sternwarte in Hofheim-Langenhain ein bisschen anders vorgestellt. Größer vor allem, so wie man eben große Sternwarten aus großen Filmen kennt. Doch im Laufe des Termins sollte sich noch herausstellen, dass die Größe nicht entscheidend ist.

Die Leiterin der Sternwarte, Ursula Boesenberg, nimmt die Klasse in Empfang. Sie ist eine rüstige, 79 Jahre alte Dame mit grauen Haaren. Sie trägt eine Brille und spricht mit ruhiger Stimme. Zum Beispiel erzählt sie, dass sie schon seit 30 Jahren die Sternwarte leitet, die anfangs noch in Diedenbergen war. 1999 erfolgte der Umzug nach Langenhain. Diedenbergen war wegen der Nähe zum Frankfurter Flughafen irgendwann zu hell für eine Sternwarte. Wenn man Sterne sehen möchte, dann darf es drumherum nicht zu hell sein.

 

30 Mitarbeiter

 

Ihre persönliche Geschichte erzählt sie auch: Ihrem Vater retteten die Sterne vielleicht das Leben. Nach dem Krieg gelang ihm nachts die Flucht aus einem Kriegsgefangenenlager, „und die Sterne waren sein Kompass nach Deutschland, nach Hause“. So lernte Ursula Boesenberg, die Sterne zu lieben.

Heutzutage kommen jedes Jahr zwischen 2000 und 3000 Besucher in die kleine Sternwarte am Taunus. Außer Ursula Boesenberg gibt es 30 weitere Mitarbeiter, alles Freiwillige, die sich in der Betreuung des Gäste und der Sternwarte abwechseln. Zu ihren wichtigsten Aufgaben gehören die Betreuung der Besuchergruppen, oft sind es Schulklassen, die Verwaltung der Kasse und die Instandhaltung der Technik.

Drei Teleskope bilden das technische Herzstück der Sternwarte Langenhain. Das größte Teleskop ist zwei Meter lang und hat ursprünglich gar nicht in die Sternwarte hineingepasst. Deshalb musste noch mal angebaut werden. Dass große Teleskop wird mit Strom gesteuert und muss jede Sekunde nachjustiert werden, um die Sterne beobachten zu können. Die Besucher der Sternwarte können damit Tausende von Lichtjahren tief in den Weltraum sehen.

 

Alte Technik

 

Draußen, rechts vor dem Eingang, kann man hingegen eine Technik ausprobieren, die Jahrtausende alt ist: eine Sonnenuhr. Sie besteht aus 20 Säulen und einer Bodenplatte mit eingemeißelten Daten. Auf jeder Säule steht eine Uhrzeit – von 6 Uhr morgens bis 20 Uhr abends. Eine Schülerin stellt sich auf das passende Datum. Ihr Schatten zeigt die Uhrzeit an. So kann man an der kleinen Sternwarte in Langenhain nicht nur einen Blick in die geheimnisvollen Tiefen des Weltalls wagen, sondern in gewisser Weise auch in die Zeit schauen.

Raphael Galow, Florian Pecher, Hannah Bailly und Jil Weinfurth

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