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"Wir sind nur ein Anhängsel"

Von Die Interessengemeinschaft Wallauer für Wallau macht wegen der Ländcheshalle weiter Druck auf die Stadtverordnetenversammlung. Am Dienstag diskutiert der Ortsbeirat.
Dem Film "Jurassic Park" ist das Plakat der Interessensgemeinschaft Wallauer für Wallau nachempfunden. Dem Film "Jurassic Park" ist das Plakat der Interessensgemeinschaft Wallauer für Wallau nachempfunden.
Wallau. 

Die Interessengemeinschaft Wallauer für Wallau hat sich eine Menge Arbeit gemacht und gerechnet. Ergebnis ist, dass die Stadt für die sogenannte Basislösung – eine Dreifeldhalle – abzüglich aller Zuschüsse und Einnahmen aus dem Verkauf des alten Hallengrundstücks praktisch nichts investieren müsste. Der TV Wallau dagegen würde mit einer Neubaulösung, die die aktuellen Raumkapazitäten und Nutzungszeiten erhält, über Gebühr belastet, mit einem Betrag von drei Millionen Euro nämlich.

Falsch gerechnet

In einem offenen Brief an die Stadtverordnetenversammlung wiederholt die IG außerdem das Argument, dass in den letzten zehn Jahren die Hälfte der Gewerbesteuereinnahmen Hofheims aus Wallau gekommen sei, in die anderen Stadtteile aber pro Einwohner 4,5 mal so viel investiert wurde wie in Wallau (wir berichteten). Dieses Argument ist nicht neu; neu ist aber die Idee, auf städtischer Seite könnten die Einnahmen aus der Grunderwerbssteuer bei der Vermarktung des Ländcheshallengrundstückes eingerechnet werden. Die IG beziffert diese auf 750 000 Euro, hat aber übersehen, dass dieses Geld ans Land geht und dieses nur ein knappes Viertel davon an die Kommunen weiter gibt. Ein solcher Fehler macht es den Kritikern der IG natürlich leicht, die Seriosität der gesamten Rechnung in Frage zu stellen.

Freilich ist die Argumentation der IG von solchen konkreten Zahlen gar nicht abhängig: Die von der Stadt angebotene Basislösung reiche nicht aus, es müssten die vorhandenen Kapazitäten erhalten werden. Jede andere Entscheidung aber verstärkt demnach den Eindruck, der in dem offenen Brief geschildert wird: "Die Wallauer fühlen sich als eine Art Anhängsel, und je weiter ein Stadtteil von der Kernstadt entfernt liegt, desto geringer scheint das Interesse für diesen."

Ob sich der Ortsbeirat auf die Berechnungen der IG einlässt, wird sich möglicherweise am kommenden Dienstag zeigen, wenn das Thema wieder auf der Tagesordnung steht. Das Stadtteilparlament übernimmt nämlich die Forderung der IG nach Erhalt der derzeitigen Kapazitäten. Allerdings ist der Ortsbeirat formal ein Gremium, das den Magistrat berät – der muss auf diese Ratschläge nicht hören. Täte dies der Magistrat in diesem Fall, bräuchte er mit dem TV Wallau gar nicht weiter zu verhandeln. Spannend wird, was der Vertreter des Magistrats in der Sitzung des Ortsbeirates vor wahrscheinlich gut gefülltem Zuschauerraum sagt.

Viel Engagement

Bekanntlich besteht die Stadt auf einem erheblichen Engagement des TV. Der soll alles bezahlen, was über die Dreifeldhalle hinaus geht, außerdem Bauherr und Eigentümer der Halle werden. Darüber wird zurzeit zwischen Stadt und Verein verhandelt. Der Ortsbeirat dagegen wird sich voraussichtlich der Forderung der IG anschließen. CDU, SPD und FWG fordern dies in einem gemeinsamen Antrag-

Die von der Stadt angebotene Basislösung sei nicht ausreichend, um das derzeitige Schul- und Vereinssportangebot aufrecht zu erhalten, heißt es. Der Ortsbeirat legt auch Wert auf die Feststellung, schon 2011 für den Erhalt der aktuellen Hallenflächen plädiert zu haben, wobei damals von einer Einbeziehung des Schulsports noch nicht die Rede gewesen sei. Diese Bemerkung zielt sicher auch auf Hinweise aus dem Rathaus ab, nicht alle Beschlüsse in Wallau hätten das Projekt vorangebracht.

Der Ortsbeirat trifft sich am Dienstag, 19. Februar, um 20 Uhr im ehemaligen Rathaus. Auf der Tagesordnung stehen außer der Ländcheshalle noch die Schulbetreuung und der Keller des Rezepturhofes. Die Sitzung ist öffentlich.

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