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Ortsbeirat 6 stellt Klima in den Blick: Wo Frischluftschneisen in Höchst nötig sind

Klimaplanatlas, Elektromobilität und Öffentlicher Nahverkehr: Der Ortsbeirat 6 hat bei seiner Sitzung am Dienstag vor allem das Klima in den Blick genommen.
Ein Neubaugebiet westlich der Ferdinand-Hofmann-Siedlung ist umstritten. Der Klimaplanatlas könnte den Gegnern helfen. Foto: Maik Reuß Ein Neubaugebiet westlich der Ferdinand-Hofmann-Siedlung ist umstritten. Der Klimaplanatlas könnte den Gegnern helfen.
Höchst. 

„Glaube, Hoffnung und Liebe“ werden gegen den Klimawandel nicht reichen, ist sich Hans-Georg Dannert vom Umweltamt sicher. Bei der Sitzung des Ortsbeirates 6 hat der Experte am Dienstagabend den Klimaplanatlas vorgestellt und dabei einen Blick auf den Frankfurter Westen geworfen. Gerade die Höchster Innenstadt sei eine innerstädtische Wärmeinsel. Grund dafür ist die dichte Bebauung und die wenigen Grünflächen. Auf dem Atlas ist Höchst deswegen rot gekennzeichnet.

Wenn die Stadt lebenswert bleiben soll, ist Handeln gefragt. Die Klimaexperten schätzen: Mildere Winter und noch mehr Tropennächte sind nur noch eine Frage der Zeit. Schon 2050 könnte Frankfurt das neue Mailand sein. „Die Italiener sind darauf eingestellt, wir nicht“, sagt Dannert. Der Plan soll dabei helfen, bessere städteplanerische Entscheidungen zu treffen: Wo werden Grünflächen gebraucht, wo sollte Nachverdichtung besser nicht mehr stattfinden?

Sindlingen im Visier

Ein hilfreiches Instrument auch für die Ortsbeiräte: Der Plan ist für alle im Internet zugänglich. Die CDU wird ihn sich vielleicht bald schon zunutze machen. Im Visier ist das geplante Neubaugebiet in Sindlingen. Die Fraktion nutzte den Besuch des Experten, um dessen Meinung einzuholen. Im Detail konnte sich Dannert dazu nicht äußern. Er weiß aber: Die Entscheidung ist schwierig. Durch das Neubaugebiet könnten nicht nur große Grünflächen verschwinden, sondern auch wichtige Frischluftschneisen zugebaut werden. Das hätte auch Auswirkungen auf die Belüftung in anderen Stadtteilen. Noch liegen diese Unterlagen dem Umweltamt aber nicht vor. Man werde das genau prüfen, versprach Dannert.

Schon jetzt stand so manch Antrag aus den Fraktionen unter dem Zeichen Klimaschutz. Auf Antrag von Thomas Schlimme (Grüne) fordert der Ortsbeirat den Magistrat dazu auf, Konzepte für die Elektro-Mobilität im Frankfurter Westen voranzutreiben. Die Grünen schlagen darin den Ausbau von Ladestationen, Carsharing mit Elektroautos und die Umstellung der Busflotte vor. Petra Scharf (SPD) brachte zudem ein, beim Umbau des Höchster Bahnhofes Ladesäulen für Elektroautos am Taxistand einzuplanen.

Zahl der Autos gestiegen

Während der Sitzung diskutierten die Fraktionen aber auch über die Bewohnerparkgebiete. Autoverkehr und Klimaschutz hin oder her: Es sei nun mal Fakt, dass die Anzahl der Autos pro Haushalt in den vergangenen Jahren angestiegen sei. Ortsvorsteherin und Antragstellerin Susanne Serke (CDU) will endlich Antworten von der Stadt, wann und wie es mit dem Bewohnerparken in Frankfurt weitergeht. Trotz Widerständen der SPD konnte die CDU den Antrag durchsetzen. Bei der Gelegenheit rügte Serke auch das Verhalten der SPD-Fraktion. Anstatt einfach mal kurz zu reden und einen gemeinsamen Antrag zu stellen, habe man noch eine Tischvorlage eingereicht. Auch mit Blick auf die lange Tagesordnung sagte sie in Richtung SPD: „Ich habe Sorge, dass wir bald 120 Tagesordnungspunkte haben.“

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