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Stadtentwicklung: Wohnbebauung auf Gelände von Blumen Buchsbaum denkbar

Von In direkter Nachbarschaft der Stadtmitte gibt es Potenzial für weitere Wohnbebauung. Dieses Fernziel haben Stadt und Eigentümer im Blick, auch die Politik hat ein positives Signal gegeben.
Eigentümerin Heike Löw und Bürgermeister Albrecht Kündiger an der alten Aumühle. Das Rad soll auf jeden Fall erhalten bleiben – welche Zukunft das Buchsbaum-Gelände auch immer haben wird. Eigentümerin Heike Löw und Bürgermeister Albrecht Kündiger an der alten Aumühle. Das Rad soll auf jeden Fall erhalten bleiben – welche Zukunft das Buchsbaum-Gelände auch immer haben wird.
Kelkheim. 

Bürgermeister Albrecht Kündiger ist ganz begeistert. Er hat zwar einen Großteil seines Lebens in der Stadt verbracht – doch es gibt in Kelkheim noch Ecken, die er nicht gesehen hat. So ist er auf dem Gelände vom ehemaligen Blumen Buchsbaum über das erhaltene Mühlrad vorne am Eingang an der Frankenallee kaum hinaus gekommen. Gemeinsam mit dem Kreisblatt wagt er aber nun einen Blick hinter das Einfahrtstor. „Ein Kleinod“, schwärmt der Rathauschef.

Große Gewächshausfläche

Eines, für das die Stadt und die Eigentümer Ideen und auch Pläne haben. Ende 2016 hatte der Traditionsbetrieb mit Blumenladen und mehr als 4000 Quadratmetern Gewächshaus-Fläche nach 128 Jahren geschlossen. Das erste Projekt nahmen die Eigentümer Heike und Klaus Peter Löw danach selbst in die Hand. Sie lassen direkt vorne an der Straße ein großes Gebäude errichten – mit zwölf barrierefreien Wohnungen und gewerblicher Nutzung im Erdgeschoss. Unterschrieben ist noch nichts, aber dort sollen ein Kreditinstitut und ein Friseur einziehen. Heike Löw rechnet mit einer Fertigstellung im Frühjahr 2019. Der Startschuss fiel statt im Mai erst im November 2017 – auch wegen des Hochwasserschutzes. Eine Tiefgarage kann daher nicht entstehen, die Parkplätze werden nun im Hof angelegt.

Ein Blick über das Gewächshaus-Areal, 4000  Quadratmeter groß. Hier wird über eine Wohnbebauung und Bach-Renaturierung nachgedacht. Bild-Zoom
Ein Blick über das Gewächshaus-Areal, 4000 Quadratmeter groß. Hier wird über eine Wohnbebauung und Bach-Renaturierung nachgedacht.

Doch die Löws und die Stadt denken baulich schon einen großen Schritt weiter. Es hat Gespräche über die künftige Nutzung des Gewächshaus-Geländes gegeben. Ziel beider Seiten ist es schon, diese Fläche einer Wohnbebauung zuzuführen. So steht es in einer Vorlage für die politischen Gremien, über die bereits der Bauausschuss entschieden hat. Die Mitglieder sprachen sich einstimmig dafür aus, dass die Fläche hinter dem neuen Gebäude und dem Wohnhaus der Löws, das erhalten bleibt, in ein Wohngebiet umgewandelt werden soll. Da es darüber keine Diskussionen gab, dürfte die Entscheidung im Stadtparlament am 11. September, 19.30 Uhr, im Rathaus nur Formsache sein.

„Das ist ein Kernprojekt für die Entwicklung unserer Stadtmitte“, sagt Kündiger. Die Fläche sei mit ihrer zentralen Lage und Anbindung optimal für Wohnbebauung. Hier kann er sich natürlich auch den dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum gut vorstellen. Allerdings gibt es noch einige Fragezeichen und Vorarbeiten. So müsse das Projekt für die Privatleute auch stimmig sein und sich rechnen, machen die Eigentümer deutlich. Denn sie setzen natürlich mit dem Grundstück viel ein und müssten der Stadt in einigen Punkten entgegen kommen. So müsste der Garagenteil am Wohnhaus einem Rad- und Fußweg wohl weichen.

Die Stadt wiederum möchte diese Chance nutzen und diesen letzten Lückenschluss des Weges am Liederbach ermöglichen. Bisher muss die Strecke über den Parkplatz der Stadtmitte Süd genommen werden. Die Kommune kann sich laut Vorlage eine Renaturierung des Baches vorstellen, der auf einem Teil des Löwschen Geländes überbaut ist. Möglicherweise als natürliche Grenze zwischen dem Privatbesitz und neuen Wohnungen. „Ich kann mir vorstellen, dass es eine Aufwertung wird“, sagt Kündiger und erhofft sich hier „ein schönes Entree unserer Stadtmitte“.

Überschwemmungsgebiet

Doch beim Bauen am Bach wartet das nächste Problem: der Hochwasserschutz. Da das Areal zu einem Teil im Überschwemmungsgebiet liegt, ist eine enge Abstimmung mit der Oberen Wasserbehörde beim Regierungspräsidium Darmstadt notwendig. Zudem ist der Bau des Regenrückhaltebeckens bei Münster eine weitere Bedingung für die Buchsbaum-Idee. Und deshalb betonen die Eigentümer, dass hier längst nicht alles in trockenen Tüchern sei. „Natürlich soll es gut aussehen“, wünscht sich auch Heike Löw mittelfristig eine Aufwertung des nicht mehr genutzten Firmengeländes. Die Gewächshäuser versprühen zwar schon einen Hauch von Nostalgie – eine Dauerlösung sind sie aber weder für die Privatleute noch für die Stadt.

„Es hilft nichts, mit der Tür ins Haus zu fallen“, will Kündiger keinen Zeitplan nennen. Wichtige Voraussetzung für die weitere Planung sei aber der Grundsatzbeschluss, der dann in einen städtebaulichen Vertrag mit der Buchsbaum Projektentwicklungs GmbH in Gründung münden sollte. Baurecht für die Liegenschaft der Gewächshäuser kann später nur durch einen Bebauungsplan geschaffen werden. Doch das ist Zukunftsmusik. Zunächst sollen die Planungsleistungen für die Bachgestaltung ausgeschrieben werden. Klar ist allerdings bereits jetzt: Das Mühlrad der historischen Aumühle wird erhalten bleiben.

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