E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 29°C

Wohnungen statt Hotel

Von Auf dem Grundstück des Hotels am Rosenberg sollen Wohnungen entstehen, die sich der Bebauung in der Nachbarschaft anpassen. Auf irgendwelche Begrenzungen wollte sich der Ausschuss nicht festlegen.
Marxheim. 

Fußballtrainer würden sagen: Der Bock ist umgestoßen, der Befreiungsschlag gelungen. Der Bau- und Planungsausschuss hat mit der „Aufhebung des Änderungsbeschlusses Hotel am Rosenberg“ und der gleichzeitigen „Neuaufstellung des Bebauungsplans Wohngebiet Rosenberg“ die Neukonzeption des Geländes, auf dem heute noch das Hotel Rosenberg steht, auf den Weg gebracht. Dabei ist in dem vom Ausschuss beschlossenen Antrag ausdrücklich die Rede von „aufgelockerter Bebauung“. Man wolle sich, so begründete der Ausschuss schließlich diesen Zusatz, alle städtebaulichen Möglichkeiten offenlassen. Deshalb gab es auch keinerlei Festlegungen zu irgendwelchen Geschosszahlen Höhen oder überbaubaren Flächen. Allerdings soll sich die Bebauung an die Nachbarschaft anpassen. Und da ist von den berüchtigten großen Klötzen, die Investor Wilma vorgeschlagen hatte, weit und breit nichts zu sehen. Damit nun nicht irgendjemand schnell irgendwelche Bauten hochzieht, wurde gleichzeitig eine Veränderungssperre verhängt, die zwei Jahre gilt und notfalls noch um ein Jahr verlängert werden kann. Dann ist Schluss, dann kann und sollte gebaut werden.

 

Tagesordnung vor Gericht

 

Das Hotel kann weiter betrieben werden, und es bleibt auch über den geplanten Schließungstermin Ende Juni hinaus geöffnet. Der Linke Bernd Hausmann hätte statt des Wohngebiets gern ein „Sondergebiet Hotel“ beschlossen. Dann könne Hotelbesitzer Vogler keinen Profit aus dem Grundstücksdeal ziehen. Und wenn Vogler das Hotel nicht selbst betreiben wolle, könne er es ja verpachten. Notfalls würde das Haus ein paar Jahre leer stehen. „In der Bärengasse ging das ja auch 17 Jahre lang“, sagte er. Sein Antrag wurde aber als „erledigt“ abgetan, da die Aufstellung des neuen Bebauungsplans und die Veränderungssperre bereits beschlossen waren.

Seinen Antrag hatte Hausmann auf die Tagesordnung bugsiert, indem er das Verwaltungsgericht angerufen hatte. Der Ausschussvorsitzende Rolf Engelhard hatte Hausmanns Antrag nämlich für die Tagesordnung ignoriert, Hausmann hatte das Gericht angerufen und damit eine neue Tagesordnung bewirkt. Die habe er nachgeschoben, so Engelhard, weil er nicht wisse, wann das Gericht endgültig entscheide. Das könne sich noch ziehen. Auf Hausmanns Vorwürfe „fiese Tagesordnungstricks“ ging Engelhard nicht ein. Mit der Erledigung des Hausmannschen Antrags dürfte dann wohl auch die Angelegenheit vor Gericht erledigt sein.

Noch nicht erledigt ist aber die Vorgeschichte, bis es zum Bebauungsplan kam. Der Akteneinsichtausschuss hat zwar schon viel Papier gewälzt – Hausmanns Ansicht nach auch illegal, weil einzeln und nicht im kompletten Ausschuss – aber die Sitzung des Ausschusses hat noch nicht stattgefunden und einen Abschlussbericht gibt es auch noch nicht. Die Grünen wollten deshalb eigentlich auch die Abstimmung über den neuen Bebauungsplan noch verschieben. Schließlich könne im Akteneinsichtsausschuss ja etwas zutage kommen, das noch Einfluss auf das ganze Geschäft mit Vogler und die Bebauung des Hotelgrundstücks habe. Deshalb enthielten sich die beiden Grünen bei der Abstimmung auch der Stimme.

 

Städtebaulicher Wettbewerb

 

Mit der Ablehnung des Angebots über eine Million Euro, das Hotelbesitzer Hans-Josef Vogler der Stadt gemacht hatte, wenn sie den Weg für eine Bebauung nach seinen, für ihn gewinnbringenden Plänen freimacht, war schon in der vergangenen Ausschusssitzung klar, wohin der Weg führt: Es wird nun eine Wohnbebauung geben, die im Sinne der Stadt und der Anwohner ist, die in die Planungen mit einbezogen werden sollen. Unter den Stadtverordneten tendieren viele dahin, einen städtebaulichen Wettbewerb auszurufen, denn es handelt sich, das betonen alle immer wieder, um eine exponierte Fläche in der Stadt.

Und um eine sehr teure Fläche, denn die Grundstückspreise am Rosenberg sind bekanntlich hoch. Dass die Stadt vom Gewinn, den Vogler so oder so einstreicht, nichts abbekommt, hat sie sich selbst zuzuschreiben. Das geben auch die Parlamentarier zu. Aber sie sind froh, dass sie jetzt das Heft des Handelns in der Hand haben. Erwin Zeitz (BfH) feuerte sie an: „Wir wollen jetzt Nägel mit Köppen machen.“

Zur Startseite Mehr aus Main-Taunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen