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Museum in der Weingartenschule: Zuspätkommer und dreckige Hände

Ein bisschen Abwechslung in den Alltag der Klasse 3 b der Regenbogenschule Hattersheim und ihrer Lehrerin Jennifer Zufall brachte dieser ZING-Pressetermin – auch wenn es wieder um Schule ging. Die Nachwuchsreporter haben das Schulmuseum in Kriftel besucht und erfahren, wie Schule und Unterricht früher waren
Wenn der Lehrer den Klassenraum betrat, mussten alle aufstehen, erklärt Wolfgang Janecke im Schulmuseum. Wenn der Lehrer den Klassenraum betrat, mussten alle aufstehen, erklärt Wolfgang Janecke im Schulmuseum.
Kriftel/Hattersheim. 

Sobald man die quietschende Tür zum Museum in der Weingartenschule hindurchgegangen ist, taucht man ein wenig in die Vergangenheit ein. Im Schulmuseum kann man erfahren, wie das Schulleben vor hundert Jahren war. Besonders spannend erzählt Wolfgang Janecke, der das Schulmuseum ehrenamtlich betreut, welche Strafen die Kinder erwarteten, wenn sie mit dreckigen Händen oder gar zu spät in die Schule kamen: „Zuspätkommer gab es schon vor 2000 Jahren bei den Griechen in den Privatschulen.“ Später, vor etwa 200 Jahren, gab es nicht selten Schläge auf die Backen oder die Hände mit einem Bambusstock. Der Lehrer hat zu Beginn des Unterrichts die Hände der Kinder kontrolliert, ob sie auch sauber waren. Bei dreckigen Händen oder schmutzigen Hälsen kannten viele Lehrer kein Erbarmen. Mit der Schulpflicht wurden viele, vor allem arme Städte vor eine große Herausforderung gestellt. Die Städte, die wenig Geld hatten, haben sich ein Bauernhaus gekauft und ein Schulzimmer eingerichtet. In so einem Schulzimmer wurden 70 bis 80 Kinder unterrichtet. Alle Kinder wurden zusammen unterrichtet, egal wie alt sie waren. Falls es mehr als 80 Kinder waren, gab es einen Hilfslehrer. Die Lehrer waren oft verwundete Soldaten. Diese hatten eine laute Stimme und konnten so die vielen Kinder übertönen. Die Lehrer haben oft sehr wenig verdient und neben ihrem Verdienst noch Brot, Erbsen oder Hafer bekommen, damit sie genug zum Leben hatten. Außerdem haben die Lehrer oft sonntags in der Kirche die Orgel gespielt und sich so etwas dazu verdient. Bei Beerdigungen haben viele Lehrer mit dem Schulchor einen Auftritt gehabt. Hier gab es manchmal auch ein paar Münzen für die Kinder.

Info: Das Schulmuseum

Das Schulmuseum Kriftel befindet sich in Räumen der Weingartenschule, Staufenstraße 14 - 20. Es ist geöffnet von14 bis 17 Uhr, immer am ersten Sonntag im Monat. Das Museum gibt es schon 30 Jahre.

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Die Kinder hatten 15 Minuten Frühstückszeit. Außerdem gab es auch kurze Hofpausen, immer nach zwei Schulstunden. Auch hier hatten die Kinder 15 Minuten Zeit zum Spielen und Vergnügen. Es gab aber wenige Spielgeräte. Die Kinder mussten nach dem Mittagessen, das sie zu Hause gegessen haben, nachmittags wieder in die Schule kommen. Sogar samstags mussten die Kinder in die Schule! Mittwochs nachmittags war allerdings frei, so wie auch heute noch viele Ärzte zu dieser Zeit ihre Praxen geschlossen halten. Trotzdem mussten die Kinder nach der Schule noch Hausaufgaben erledigen.

Es gibt erst seit 100 Jahren Turnhallen. Diese waren klein und kalt. Die Jungs hatten eine Matrosen-Uniform an, und die Mädchen mussten im Sommer kurze Röcke und im Winter lange Röcke tragen.

Finn-Luca Radtke, Silas Jung, Malin Aderhold, Georgios Bairaktsis, Ian Samstag und Daniel Siemiacki

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