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„Die Henne lacht“ soll reichlich Gäste locken

Unter neuem Namen öffnet das ehemalige Café Wunderbar am Samstag wieder seine Pforten. Stadt und Betreiber räumen ein, dass dem Lokal zwei schwierige Jahre bevorstehen.
Die neuen Betreiber: Anja Meurer, Richarda Knörr, Gabriela Paleologos, Beatrice Gieske.	Foto: Nietner Die neuen Betreiber: Anja Meurer, Richarda Knörr, Gabriela Paleologos, Beatrice Gieske. Foto: Nietner
Flörsheim. 

Zwei Jahre – so lange dauert es nach Einschätzung von Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD), bis es deutliche Fortschritte bei der Entwicklung des Innenstadtzentrums auf dem Ex-Axthelm-Gelände gibt. Morgen wird jedoch bereits der Gastraum neben der Kulturscheune wieder in Betrieb genommen (wir berichteten). Die Job GmbH der Wiesbadener IFB-Stiftung eröffnet ein Café mit dem ungewöhnlichen Namen „Die Henne lacht“.

Einiges hat sich im Vergleich zum vorherigen Betreiber, der Lebenshilfe Main-Taunus, verändert: Auf den ersten Blick fällt auf, dass die Sitzplätze im Lokal neu angeordnet wurden. Es bleibt jedoch bei der Gesamtzahl von 30 Plätzen innen und 30 im Außenbereich. Neu ist auch die Speisekarte: Neben warmen Speisen soll es selbst gebackene Kuchen und regionale Produkte geben, zudem selbst gemachte Marmeladen und Pestos.

Gleich geblieben ist die Inklusion von Mitarbeitern mit Behinderung. Die Job GmbH beschäftigt zu über 40 Prozent Menschen mit Behinderung zu Konditionen des „ersten Arbeitsmarkts“. Im Gegensatz zum Ansatz der Lebenshilfe sollen die Mitarbeiter mit Handicap aber nicht als Bedienung eingesetzt werden, sondern als Reinigungskräfte und in der Küche. Aktuell gibt es eine inklusive Stelle, die von Mitarbeiterin Richarda Knörr ausgefüllt wird.

Unverändert ist das städtebauliche Umfeld des Gastronomiebetriebes geblieben. Das Areal liegt noch weitgehend brach – und den neuen Mietern steht die Baustelle für die geplante Entwicklung des Geländes bevor. Bürgermeister Antenbrink äußerte sich zuversichtlich, dass die Stadt noch in diesem Jahr beim Innenstadtzentrum „einen großen Schritt weiterkommt“. Um die Nachteile aus dem schwierigen Standort abzumildern, ist die Stadt mit dem Mietpreis für die Gastronomieräume heruntergegangen. Der Preis liege „weit unter einer ortsüblichen Miete“, sagte Antenbrink.

Die Job GmbH wagt sich zum ersten Mal an die Führung eines Gastronomiebetriebes heran. Für den Fall, dass „Die Henne lacht“ nur schleppend anläuft, können die Betreiber aus anderen Geldquellen schöpfen. Die Großküche des Unternehmens sei eine Erfolgsgeschichte und mit der IFB-Stiftung habe man einen großen Gesellschafter im Rücken, sagt Job-Geschäftsführerin Beatrix Giesecke.

Betriebsleiterin des neuen Lokals ist Anja Meurer, die 25 Jahre Erfahrung in der Gastronomie vorweisen kann. Das Essensangebot ist der Bereich, mit dem sie überzeugen wolle, sagt sie. „Es kommt keiner her, bloß weil es ein Inklusionsbetrieb ist.“

Beatrix Giesecke sieht die Zukunft von „Die Henne lacht“ mit Spannung: „Ob wir das so viel besser machen als die Lebenshilfe, muss sich zeigen.“ Ob das Konzept aufgeht, oder ob der „Henne“ das Lachen bald wieder vergeht, ist somit offen.

Das Lokal in der Bahnhofstraße 6 eröffnet am morgigen Samstag um 11 Uhr und soll dann täglich von 14 bis 22 Uhr geöffnet sein.

(sas)
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