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Oldtimer-Liebhaber zelebrieren den Geburtstag eines ganz besonderen Opel-Modells: Admiräle auf Rüsselsheims Straßen

So viel geballte Eleganz, wie am Wochenende auf Rüsselsheimer Straßen unterwegs war, bekommt man selten zu Gesicht. Zehn Admiräle gaben sich die Ehre. Und das nicht ohne Grund.
Fast wie neu aus der Fabrik: Den Admirälen ist nicht anzusehen, dass sie schon acht Jahrzehnte auf dem Buckel haben. Fast wie neu aus der Fabrik: Den Admirälen ist nicht anzusehen, dass sie schon acht Jahrzehnte auf dem Buckel haben.
Rüsselsheim. 

Blitzender Chrom, auf Hochglanz polierter Lack und eine ausladende Karosserie mit fast dekadentem Kotflügel, eben typisch für die Bauweise der Autos vor 80 Jahren. Zwölf Opel Admiräle stehen in zwei Reihen vor dem Eingang des Adam-Opel-Hauses. Zehn der historischen Fahrzeuge gehören Privatpersonen, zwei weitere Fahrzeuge stammen aus dem Opel-Museum. Abfahrbereit und optisch so gut in Schuss, dass sie wie frisch aus dem Opel-Werk wirken, sind sie alle.

Dabei haben die Admiräle jeweils 80 oder 79 Jahre auf dem Buckel, haben das Ende des zweiten Weltkriegs erlebt und anschließend die Jahrzehnte überstanden.

Nicole Seemann fühlt sich am Steuer ihres Oldtimers sichtlich wohl. Bild-Zoom Foto: Daniela Hamann
Nicole Seemann fühlt sich am Steuer ihres Oldtimers sichtlich wohl.

Anlass für das Treffen der betagten Schönheiten ist der 80. Geburtstag des beeindruckenden Automobils. Um das Jubiläum gebührend zu feiern, wollen die Fahrzeugbesitzer mit ihren Schätzen eine stilechte Ausfahrt zum Schloss Westerhaus in Ingelheim unternehmen.

Die einzige Frau

Nicole Seemann ist im Kreis der Admiral-Besitzer die einzige „Frau am Steuer“. „Ich entstammen einer langen Familientradition von Opel-Händlern“, erzählt die Oldtimer-Liebhaberin. „Mein Vater hat eine Leidenschaft für historische Fahrzeuge der Marke Opel und restauriert die alten Stücke liebevoll.“ So auch den Admiral, in dem Nicole Seemann stolz und mit Zylinder behütet vor dem Adam-Opel-Haus sitzt. „Wir haben das Fahrzeug 1998 in Tschechien gekauft“, sagt sie und zeigt ein altes Foto auf dem eine verrostete, dreckige und heruntergekommene Version des Autos zu sehen ist, mit dem Nicola Seemann an diesem Samstag ausfahren wird. „Bis 1988 wurde dieser Admiral in Tschechien so sogar noch gefahren. Als wir ihn kauften, fehlte ein Scheinwerfer, das Leder war komplett verschlissen und der Lack war rostig und abgerieben.“ Mit viel Zeit und Liebe habe ihr Vater den Admiral, der im Jahr 1938 stolze 7000 Mark gekostet hat, restauriert. „Das Radio ist noch Original“, sagt Seemann und zeigt auf ein rundliches Instrument im Armaturenbrett, gleich neben dem Lenkrad.

Auch der Innenraum blitzt und blinkt. Bild-Zoom Foto: Daniela Hamann
Auch der Innenraum blitzt und blinkt.

„Wenn ich mit meinem Admiral ausfahre, fühle ich mich wie die Queen“, sagt Nicole Seemann dann und lacht. Stolz lässt sie den Motor an, der auch sogleich schnurrt wie ein Kätzchen. Der Wagen mit 75 PS und Sechs-Zylinder Benzin-Motor habe natürlich keine Servolenkung, sei aber für die damalige Zeit technisch ein Vorreiter gewesen.

Keine Gurte

Tatsächlich hat auch das Gefühl vom Beifahrersitz etwas Königliches. Das originalgetreu restaurierte, tiefrote Leder ist weich. Der Blick aus dem Cabrio ist etwas erhöht, das Fahrwerk nachgiebig. Es gibt keine Sicherheitsgurte. „Die brauchen wir auch nicht, denn es zählen bei historischen Autos immer die Richtlinien der Straßenverkehrsordnung der damaligen Zeit“, erklärt Nicole Seemann. Sie fahre den Admiral nicht so oft, habe den Wagen aus dem bayerischen Mellrichstadt in der Rhön mit dem Anhänger nach Rüsselsheim transportiert, um ihn zu schonen.

Klaus Adler ist mit seinem automobilen Schätzchen oft unterwegs, lässt kaum ein Oldtimer-Treffen aus. Bild-Zoom Foto: Daniela Hamann
Klaus Adler ist mit seinem automobilen Schätzchen oft unterwegs, lässt kaum ein Oldtimer-Treffen aus.

Klaus Adler hat diesbezüglich eine etwas andere Einstellung als Nicole Seemann. „Ich habe mir ein so tolles Auto doch nicht gekauft, um es in der Garage stehen zu lassen“, meint der gut gelaunte 75-Jährige. Er sei von Mai bis Oktober mit seinem Admiral Cabriolet, Baujahr 1937, unterwegs. Im Jahr 1995 habe er ihn erworben und „seitdem schraube ich an meinem Schätzchen rum, obwohl ich eigentlich gar kein Automechaniker bin“, sagt Klaus Adler lachend. Mehr als eine halbe Million Kilometer habe sein Admiral bereits auf dem Tacho. Gute 100 000 davon sei er selbst gefahren. „Ich war mit dem Wagen schon in Schweden, Norwegen oder am Gardasee“, erzählt Adler. Zudem sei er bei so gut wie jedem Oldtimertreffen in der Region dabei. Auch sein Schätzchen einfach irgendwo zu parken, falle ihm nicht schwer. „Wenn ich mir die ganze Zeit Sorgen mache, das etwas drankommt, macht es keinen Spaß mehr.“

In der Spitzenklasse seiner Zeit

In seiner ersten Ausführung wurde der Opel Admiral nur von den Jahren 1937 bis 1939 gebaut. Der „Admiral“ sollte das Topmodell des Autobauers zu seiner Zeit werden und wurde deutlich über dem gleichzeitig

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Klaus Adler startet den Motor, der sofort anspringt. „Alles selbst gewartet“, sagt er stolz. „Schauen sie mal dort neben dem Kotflügel“, meint er dann und deutet auf eine Klappe, die neben dem Motorraum aufsteht. „Die Leute denken immer, ich habe den Tankdeckel aufgelassen. Dabei dient die Klappe zur Entlüftung des Motors.“

Dann steigen alle Besitzer in ihre Admiräle und starten die Motoren. Wenig später bewegt sich die Kolonne vom Adam-Opel-Haus in Richtung Ingelheim. Neugierige Blicke von Autofahrern in modernen Autos sind garantiert.

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