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Wohnungen für 68 Flüchtlinge: Bald ziehen hier Familien ein

Mit Hochdruck arbeitet die Stadt daran, Wohnraum für Flüchtlinge zu schaffen. Schon jetzt ist sie auf der Suche nach neuen Standorten.
Ausgepackt: Ein Montagearbeiter befreit einen Wohncontainer von der schützenden Transportfolie. Bilder > Foto: Frank Möllenberg Ausgepackt: Ein Montagearbeiter befreit einen Wohncontainer von der schützenden Transportfolie.
Rüsselsheim. 

Bald sollen Familien aus Syrien, Afghanistan oder aus anderen Krisenländern eine neue Adresse haben: Am Kirchpfad 4 in Alt-Haßloch. Ihre neue Unterkunft entsteht in diesen Tagen mit Hochdruck auf dem Grundstück, auf dem früher ein Gebäude der Volkshochschule (VHS) stand. Gestern hing die künftige Wohnung noch am Kran, im Oktober könnten die ersten Flüchtlinge einziehen.

Die Gemeinschaftsunterkunft ist nahezu baugleich mit der Unterkunft im Bauschheimer Weinfass, dem ersten der bisher sieben ausgewählten Standorte. Auf Lastwagen hat die Firma Alho die einzelnen Module aus dem Oberbergischen Land heranschaffen lassen. In den ersten Tagen dieser Woche wurde das Erdgeschoss ausgebaut. Jetzt entsteht die zweite Ebene. Bauleiter Alexander Cappel betont die Nachhaltigkeit dieser Bauweise. Die Module, die 40 Jahre halten sollen, seien schnell zu demontieren und könnten anderswo aufgebaut werden. „Bei festen Bauten bleiben da nur Abrissbirne und Bagger.“

 

Vier bis fünf Zimmer

 

Die 32 Container sollen innen so zugeschnitten werden, dass vor allem Familien in Vier- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen einziehen können. Es entstehen elf Wohneinheiten mit jeweils Küche und Bad, davon zehn Einheiten mit drei und eine Einheit mit vier Schlafräumen. Es können auch Personen in kleinen Wohngemeinschaften untergebracht werden. Außerdem wird es zwei Mehrzweckräume, einen Waschraum sowie Büros für Sozialarbeiter und Hausmeister geben.

Die Innenarbeiten beginnen schon in der kommenden Woche. „Die Module haben einen Vorfertigungsgrad von rund 60 Prozent“, sagt Gewobau-Projektleiterin Jana Guljajev. Was sie damit meint: Die Bäder sind schon gefliest, die Sanitärobjekte bereits installiert, und die elektrischen Leitungen sind zumindest zum Teil verlegt.

 

2,25 Millionen Euro

 

Schlüsselfertig, aber ohne Einrichtung kostet die Unterkunft 2,25 Millionen Euro, berichtet Torsten Regenstein, Geschäftsführer der Gewobau. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft übernimmt bei den Flüchtlingsunterkünften die Rolle des Bauherren. Bis alle sieben Unterkünfte fertig sind, hat die Gewobau 15 bis 16 Millionen Euro investiert. Refinanziert wird das Ganze über Zuwendungen vom Kreis. In 15 Jahren könnten die Module der Stadt gehören. Sollten sie dann nicht mehr als Flüchtlingsunterkünfte gebraucht werden, könnten sie am selben oder an einem anderen Ort zum Beispiel als Sozialwohnungen dienen.

Doch mit den jetzt geplanten sieben Unterkünften wird es nicht getan sein, denn die Zahl der Flüchtlinge steigt und damit vermutlich auch die Zuweisung für Rüsselsheim. „Wir sehen uns bereits nach den Standorten acht, neun und zehn um“, sagt Bürgermeister Dennis Grieser (Grüne). Bei der Standortsuche solle weiterhin das Gebot der „integrierten Lage“ gelten, also im Wohngebiet und nicht im Gewerbegebiet. Außerdem sollen die Grundschulbezirke berücksichtigt werden. „Eine ambitionierte Aufgabe“, wie Grieser selbst findet. „Doch je schneller wir sie angehen, desto weniger sind wir auf Provisorien wie Turnhallen, Zeltstädte oder Schiffe angewiesen.“

Wenn die Familien in den Kirchpfad einziehen, sollen sie willkommen geheißen werden. Das hat sich Petra Neumüller, im Sozialdezernat Projektleiterin für das Thema Flüchtlinge, auch für Alt-Haßloch fest vorgenommen. Einen kleinen Spielplatz neben dem Kindergarten werden die jüngsten Flüchtlinge schon vorfinden. Doch damit ist es nicht getan. „Wir brauchen alles, was rollt“, sagt Neumüller. Räder und Roller, aber vor allem Räder, damit die Flüchtlinge mobil sein können. Sie will auch in Haßloch Vereine, Institutionen und Bürger des Stadtteils mit ins Boot holen. Dafür sollen alle Beteiligten an einem Runden Tisch zusammenkommen.

 

(ohl)
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