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Tierschutz: Bianca und Mathias Menssen setzen die von ihnen aufgezogenen Schwäne aus

Von Im April begann die Geschichte der Rüsselsheimer Schwäne. Dann wurden die Tiere kurzzeitig aus Platzgründen umgesiedelt. Jetzt sind sie zurück – vermutlich für immer.
Stolze Eltern: Bianca und Mathias Menssen haben die „Rüsselsheimer „Stöpselchen“ aufgezogen. Stolze Eltern: Bianca und Mathias Menssen haben die „Rüsselsheimer „Stöpselchen“ aufgezogen.
Rüsselsheim. 

Als die Schiebetür des weißen Sprinters aufgehet, schnattert es verräterisch. Unter anderen Umständen wäre der Anblick der Ladefläche vielleicht verwunderlich, aber die anwesenden Schaulustigen haben es nicht anders erwartet: Zehn Schwäne sitzen, ganz unaufgeregt, in zehn Umzugskartons. Für viele, die die Erfolgsgeschichte der Rüsselsheimer Schwäne und ihre Zieh-Mama Bianca Menssen mitverfolgt haben, ist das eine frohe Botschaft.

Tragische Vorgeschichte

Nach knapp zwei Monaten im saarländischen Saarburg-Wiltingen sind die „Schwanis“ zurück am Main – dort, wo ihre Geschichte einst tragisch begann. Ein Hund hatte die Schwanen-Eltern im April von ihrem Nest vertrieben, acht Eier blieben zurück. Bianca und Mathias Menssen nahmen sich ihrer an und zogen die Geschwister auf. Ein neuntes, verwaistes Küken kam noch dazu und in der Auffangstation nahe Luxemburg, wo die Tiere seit Juli verweilen durften, bereicherte ein gleichaltriges, zehntes Küken die Patchwork-Familie.

Dass die Schwäne überhaupt nach Rüsselsheim zurückkehren, war lange Zeit nicht klar. „Wir sind davon ausgegangen, dass sie länger in Saarburg bleiben“, erzählt Bianca Menssen.

Glücklich: Bianca Menssen trägt einen ihrer Schützlinge zum Wasser. Bild-Zoom
Glücklich: Bianca Menssen trägt einen ihrer Schützlinge zum Wasser.

Noch können die Schwäne nicht fliegen, aber laut Jürgen Meyer, der das Wildtierzentrum dort leitet, sei es in den nächsten zwei Wochen so weit. „Er hat dazu geraten, die Tiere wieder zurück zu bringen, bevor sie fliegen können“, sagt Menssen.

Die Schwäne sollten zu diesem Zeitpunkt an dem Ort sein, an dem sie auch überwintern. „Im Gebiet rund um das Wildtierzentrum ist die Population bereits groß“, weiß Menssen. Daher sei die Rückführung für das Wildtierzentrum eine Erleichterung.

Die mehrstündige Fahrt ist ruhig verlaufen und als die Zieh-Eltern samt Schwanen-Nachwuchs am Mittwochnachmittag am Mainvorland vorfahren, ist die Freude groß. Nachbarn sind gekommen, die helfen wollen.

Wo geht’s zum Wasser?

Die Stadtwerke, bei denen Mathias Menssen arbeitet, hatten der Familie angeboten, den Firmenbus zur Abholung zu nutzen. Nacheinander werden die Tiere dann aus den Kartons gehoben. Nicht jedes der mittlerweile fast ausgewachsenen Tiere findet sofort den Weg zum Wasser, watscheln zurück zum Transporter. „Hier geht’s lang!“, sagt Bianca Menssen lachend.

Keine Viertelstunde später ist es geschafft: Alle zehn Schwäne sind im Wasser, schnatternd, flügelschlagend und vor allem fressend.

„Wann sind wir da?“ In Umzugskartons kommen die Schwäne an. Bild-Zoom
„Wann sind wir da?“ In Umzugskartons kommen die Schwäne an.

Die Menssens haben bis zum Ende des Jahres eine Sondergenehmigung zum Füttern – das ist nötig, weil die Tiere durch die menschliche Aufzucht gewöhnt sind, regelmäßig Futter zu kriegen. Ganz ohne Aufsicht bleiben die „Schwanis“ so oder so nicht: Mathias Menssen will regelmäßig auf seinen Stand-Up-Paddling-Board nach ihnen schauen.

Bianca Menssen ist die Erleichterung über die Rückkehr deutlich anzusehen, sie strahlt. „Das war immer unser Hintergedanke, dass die Tiere hierher zurück kommen“, sagt sie. „Es sind ja auch die Rüsselsheimer Stöpselchen.“

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