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Platz am Hegbachsee: Camping wird in Deutschland immer beliebter

Von Camping erfreut sich in Deutschland großer Beliebtheit. Dabei stammen die Camper auf heimischen Plätzen oft aus der Region. Der Urlaub will geplant sein.
Bernhard und Ursula Braun fahren immer wieder an den Hegbachsee nach Nauheim. Campingplatzverwalter Uwe Hochwimmer (Mitte) kennt das Paar bereits seit vielen Jahren. Foto: (Dorothea Ittmann) Bernhard und Ursula Braun fahren immer wieder an den Hegbachsee nach Nauheim. Campingplatzverwalter Uwe Hochwimmer (Mitte) kennt das Paar bereits seit vielen Jahren.
NAUHEIM. 

Die deutsche Campingbranche ist weiterhin stark im Aufwind, meldete der Online-Campingführer Camping.info. Erstmals seien in Deutschland mehr als 31 Millionen Nächtigungen gezählt worden.

Dass Campingurlaube im Trend liegen, bestätigen Campingplatz-Betreiber im Kreis Groß-Gerau, sie haben ähnliche Beobachtungen gemacht. So etwa Uwe Hochwimmer, Betreiber des Campingplatzes am Hegbachsee in Nauheim. Seit dem letzten Jahr hätten sich 50 neue Dauercamper angemeldet. Insgesamt gibt es auf dem Areal rund 280 Parzellen, 185 würden dauerhaft vermietet.

Der große Ansturm könnte dem Umstand geschuldet sein, dass der Campingplatz am Hegbachsee seit gut eineinhalb Jahren einen neuen Verwalter hat. Zuvor hatte es Auseinandersetzungen zwischen dem Pächter und den Dauercampern gegeben, der Platz war über Jahre verkommen, ungepflegte Parzellen und defekte Sanitäranlagen prägten das Bild.

Hochwimmer zeigt bei einem Rundgang, wie sich der Campingplatz unter seiner Leitung verändert hat. „Wir haben die Altlasten entsorgt und die Parzellen sauber gemacht, auch die Lichtanlage auf dem Platz wurde erneuert“, sagt er und deutet auf eine Parzelle mit gepflegtem Rasen am Rande des Campingplatzes.

Neue Sanitäranlage

Im August und September werde ein neues Sanitärgebäude errichtet. Trotz der früheren Konflikte auf der Anlage, seien viele Dauercamper geblieben. Manche von ihnen verbrächten ihre freie Zeit seit mehr als 40 Jahren am Hegbachsee. Aber auch junge Familien entdeckten wieder den Campingurlaub für sich.

Hochwimmer wohnt selbst von April bis Oktober auf dem Platz. Er kennt seine Klientel. „Sie wollen sich einfach ins Auto setzen und losfahren. Nach ein paar Kilometern ist man schon in einer anderen Welt.“ Nämlich in der ganz eigenen Camping-Welt: plaudern, grillen, entspannen. Auf dem Platz duzen sich die Menschen ganz selbstverständlich.

Camping statt „Glamping“: Helmut Fischer vor seinem Wagen. Bild-Zoom Foto: (Dorothea Ittmann)
Camping statt „Glamping“: Helmut Fischer vor seinem Wagen.

Das gefällt Bernhard und Ursula Braun aus Rüsselsheim, die seit 21 Jahren regelmäßig am Hegbachsee campen – nur wenige Kilometer von ihrem Wohnort entfernt. Sie lieben dieses ungebundene Leben. „Wir sind froh, dass wir rauskommen, daheim wohnen wir in einem Häuserblock“, sagt Bernhard Braun. Solange es das Wetter zulässt, halten sich die beiden draußen auf, essen unter freiem Himmel oder pflegen das Gärtchen.

Monika Schneider (58) hat eine unwesentlich längere Anfahrt hinter sich, sie kommt aus Mainz. Die Dauercamperin hat sich ebenfalls häuslich eingerichtet. Auf ihrer Parzelle steht ein Sandkasten. Für die Enkel, sagt sie. Die kommen alle zwei Wochen ihre Oma besuchen. „Die Kinder können sich hier frei bewegen und mit den anderen Kindern spielen.“ Ihr Sohn mietet die Parzelle direkt nebenan, komme aber nicht ganz so häufig an den Hegbachsee.

Nettes Völkchen

Helmut Fischer (66) ist ein „alter Nauheimer“, wie er sagt. Doch an einem Ort habe es ihn nie lange gehalten. Seit Februar lebt er auf dem Campingplatz, aber bald schon will er weiterziehen. „Das ist ein unbeschwertes und freies Leben“, sagt er. „Die Camper sind ein nettes Volk.“

Über die Jahre habe er einige Veränderungen beobachtet. Egal wo er hinkommt, viele Plätze sind schon belegt. Spontane Übernachtungen würden immer schwieriger. „Früher war das ein Urlaub für die kleine Brieftasche“, erinnert sich Fischer. „Heute ist Glamping statt Camping gefragt.“ Glamping ist ein Kunstwort aus dem Englischen und setzt sich aus den Begriffen „Glamourous“ und „Camping“ zusammen. Es handelt sich also um glamouröse Campingunterkünfte.

Es scheint, ein Großteil der Deutschen bereist mit dem Wohnwagen am liebsten das eigene Land. Mit rund 89 Prozent verfügten laut Campingportal die deutschen Plätze über einen hohen Inländeranteil. Die Tourismusbranche freut’s. Die Campingurlauber sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Sie bringen jährliche Einnahmen in der Höhe von rund 1,55 Milliarden Euro, ist vom Deutschen Tourismusverband zu erfahren.

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