E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 30°C

Kriminalstück: Darsteller des Saalbautheaters spielen ihre Rollen wie die Profis

Laienschauspieler? Das sind sie alle beim Saalbautheater. Sie agieren auf der Bühne aber meist wie Profis. Vor allem, wenn sie intrigieren und morden.
Erst Unschuldslamm, dann doch hintertrieben und schließlich tot: Janett Heck-Wirkner als Mrs. Ash und Daniel Schmidt als ihr Freund Peregrine. Foto: RBEUTEL PRM Erst Unschuldslamm, dann doch hintertrieben und schließlich tot: Janett Heck-Wirkner als Mrs. Ash und Daniel Schmidt als ihr Freund Peregrine.
NAUHEIM. 

Die „Kriminalisten“ des Saalbautheaters haben am Wochenende ihre Fans vollständig überzeugt. Mit dem Stück „Schau nicht unters Rosenbeet“ feierten sie am Samstag eine viel umjubelte Premiere.

Der jungen, umsichtigen Regisseurin Sabrina Schmidt ist es gelungen, die eigenartigen Charaktere für das Boulevardtheater perfekt zu besetzen. Die Darsteller brillierten vor allem durch ihre Varianz.

Da gibt es in einer turbulenten Geschichte um einen Erbstreit die Anwältin Olivia, deren Rolle Lisa Cossu mit Dominanz und zielstrebiger Führungsstärke ausfüllt. Stefan Dörr erweist sich im etwas runtergekommenen „Monumental House“ als Lucien Henk so feudal, wie es man es einem Hausherren zuschreiben würde. Doch allein sein Äußeres mit wulstigen Speckschwaden unterm abgewetzten Sakko lässt ahnen, das diese Attitüden nur oberflächlich sind.

Mit Könnern besetzt

Aufregung nach der Testamentseröffnung: Keiner fühlt sich als Erbe ausreichend bedacht. Bild-Zoom Foto: RBEUTEL PRM
Aufregung nach der Testamentseröffnung: Keiner fühlt sich als Erbe ausreichend bedacht.

Im Leben der Familie Henk agieren eine hysterische Dora, meisterhaft pointiert von Tanja Kraft und eine ebenso verfressene wie ungeduldige Emily, herausfordernd amüsant inszeniert von Anne-Catherine Reichel. Weiter verdienen sich Sabrina Bolbach als lüsterne Monica Henk Szenenapplaus, nicht zu vergessen der versponnene Marcus (Florian Marx), der sich für Cäsar hält und in seiner Toga bejubelt wird.

Damit ist das Repertoire noch nicht erschöpft. Mit Janett Heck-Wirkner als hintertriebene Schriftstellerin Mrs. Ash und Daniel Schmidt als ihren verdatterten Freund Peregrine hat Regisseurin Schmidt zwei weitere Rollen mit Könnern besetzt. Sogar die Dienstbotin Agatha wird von Barbara Eifert so gespielt, dass darin jene beruflich auferlegte, zurückhaltende und doch arrogante Art hervorblitzt, die einem Angestellten niederen Ranges klischeehaft zugeschrieben wird.

Immer mehr Opfer

Bleibt noch Krankenschwester Anne, die von Joanna Hewitt liebreizend im Hintergrund verkörpert wird. So artig, dass wohl die wenigsten im Saal auf sie als Mörderin tippen würden. Denn darum dreht es sich nämlich: Von den Henks und ihren Gästen verlässt einer nach dem anderen die Szene – als Mordopfer. Und die Zuschauer fragen sich von Beginn an: Wer mag der Täter sein? Ist es vielleicht Oliver Henk, der eingesperrt im Keller lebt, sich für einen Werwolf hält und den Mond anheult? Jedenfalls läuft nach dem Tod von Vater Septimus Henk alles auf eine Testamentseröffnung heraus. Die Gierigen machen sich reihum verdächtig, sogar die Anwältin, und vor allem die vermeintliche Schriftstellerin, eine echte Gaunerin. Aber doch nicht die zarte, geradezu graziöse Krankenschwester? Sie spielt im tödlichen Familienkrieg die entscheidende Rolle.

Zur Startseite Mehr aus Rüsselsheim

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen