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Sprachkurse für Asylbewerber: Das ECHO war beim Sprachtest für Asylbewerber dabei

Die Kreis-Volkshochschule bietet Asylbewerbern Deutschkurse an. Zuvor werden die Flüchtlinge über eine Sprachberatung und einen Sprachtest in Kurse eingestuft. Das ECHO war dabei.
Er will Deutsch lernen: Der Afghane Fawad Sahab wird den Anfängerkurs besuchen. Barbara Berghoff von der Volkshochschule hat seine Deutschkenntnisse mit einem Text überprüft. Foto: Rüdiger Koslowski Er will Deutsch lernen: Der Afghane Fawad Sahab wird den Anfängerkurs besuchen. Barbara Berghoff von der Volkshochschule hat seine Deutschkenntnisse mit einem Text überprüft.
Raunheim. 

Leo ist krank, wohin geht er?“, „Doktor“ schreibt Fawad Sahab in die Lücke auf den Fragebogen. Der 34-jährige Afghane nahm am Donnerstag an der Sprachberatung der Kreis-Volkshochschule Groß-Gerau teil. Er wurde von Barbara Berghoff in den Anfängerkurs eingeordnet.

Fawad Sahab lebt seit zwei Monaten in Raunheim in der Unterkunft in der Straße Außerhalb. Seine Frau, seine Mutter und seine fünf Kinder leben ebenfalls dort. Er verdiente in Afghanistan seinen Lebensunterhalt als Polizist und fühlte sich von den Taliban bedroht. Jetzt will er die deutsche Sprache lernen.

Barbara Berghoff und Silvia Parra prüfen die Sprachkenntnisse der Asylbewerber. Rund 20 Personen wurden ihnen von der Stadt genannt, die für die Einstufung in Frage kämen.

 

Integration so schnell wie möglich

 

„Wir wollen einen neuen Deutschkurs machen, dafür brauchen wir Informationen“, erklärt Silvia Parra den Asylanten. Das Projekt ist neu. Die Bundesagentur für Arbeit stellt Finanzen für Sprachkurse für Asylbewerber zur Verfügung. Außerdem erhält die Kreis-VHS Geld aus dem Projekt des europäischen Sozialfonds für die Sprachförderung der Asylbewerber.

„So soll die eklatante Lücke zwischen dem Ankommen der Asylbewerber bis zum Status der Anerkennung gefüllt werden“, erklärt Silvia Parra. Auf diesem Weg sollen die Asylbewerber so schnell wie möglich in die Gesellschaft integriert werden.

Silvia Parra, Barbara Berghoff und andere Mitarbeiter der Kreis-VHS sind in dieser und in der kommenden Woche im gesamten Kreisgebiet unterwegs, um die Sprachkenntnisse von Asylbewerber zu testen. „Viele Menschen sind ganz am Anfang, einige können bereits ein wenig mehr“, berichtet Silvia Parra. Einige Asylbewerber sind bereits schon längere Zeit in Deutschland und wurden auch über ehrenamtliche Helfer geschult.

Gerade Studenten seien sehr lernkompetent und nutzten Medien und Lernplattformen. „Das Bild vom ganz schlecht ausgebildeten Asylbewerber ist nicht ganz falsch, es gibt aber auch Gruppen mit großen Potenzialen“, betont Silvia Parra.

 

Der Sprachtest ist vielseitig

 

Die Sprachberatung beinhaltet einen schriftlichen Deutschtest und ein mündliches Interview. Bei dem schriftlichen Test werden Redewendungen, kommunikative Elemente aber auch Grammatik abgefragt. Bei dem Gespräch werden die sprachlichen Voraussetzungen und die persönliche Erwartungshaltung abgefragt.

Dann werden die Asylbewerber in Lerngruppen mit maximal 25 Teilnehmern eingeteilt. Sie werden maximal bis zu 320 Stunden Unterricht erhalten. Die Lernfrequenz soll mit 15 bis 25 Wochenstunden hoch sein. „Wir wollen einen Schub generieren“, beschreibt Silvia Parra das Konzept. Die Kurse sollen zeitnah beginnen und möglichst auch in jeder Kommune angeboten werden.

Die beiden Frauen unterhalten sich mit den Flüchtlingen wenn es möglich ist auf Deutsch, sprechen aber auch mit Händen und Füßen. Apps auf den Smartphones werden zum Übersetzen genutzt.

„Der Test war jetzt nicht schwer, aber auch nicht leicht“, lässt Sahra Hussaini von ihrer Nichte, die namentlich nicht erwähnt werden möchte, übersetzen. Das 17-jährige Mädchen wurde in Deutschland geboren, beherrscht die deutsche Sprache perfekt und unterstützt ihre Tante.

Die 25-jährige Afghanin flüchtete mit ihrem Mann. Er verdiente den Lebensunterhalt ebenfalls als Polizist, und er betreute Parlamentarier. „Das war ein gefährliches Leben“, sagt sie und nennt auch die Taliban als einen Grund.

Sahra Hussaini ist ausgebildete Hebamme. „Ich würde hier gerne als Hebamme arbeiten“, sagt sie. Sie findet es deshalb wichtig, die deutsche Sprache zu erlernen.

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