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Jugend: Der Kulturbahnhof ist fast ausgelastet - wie geht's jetzt weiter?

Von Der Kulturbahnhof hat viele Angebote für Kinder und Jugendliche – langsam sind die Kapazitäten erreicht.
Hausleiter Andreas Schmitt (rechts) führt durch das Xpresso. Bilder > Foto: (Dorothea Ittmann) Hausleiter Andreas Schmitt (rechts) führt durch das Xpresso.
NAUHEIM. 

In den Sommerferien ist es im Nauheimer Kulturbahnhof ruhiger als während des Schuljahrs. So ganz ohne Kinder und Jugendliche wirken die Räume im früheren Bahnhofsgebäude groß und geräumig. Doch das trügt. „Wir stoßen hier schon an unsere Grenzen“, sagt Andreas Schmitt, Hausleiter und Leiter der Kinder- und Jugendförderung. An manchen Tagen könne der Kulturbahnhof schon einmal bis unters Dach voll sein: Im Jugendcafé Xpresso im Erdgeschoss kickern und unterhalten sich die Jugendlichen, der Kindertreff bastelt und spielt im ersten Stock, nebendran bietet der Sachausschuss Berufs- und Arbeitswelt der Kirchengemeinde (Saba) Bewerbungstraining für Schüler an, und unter dem Dach tagt das Kinder- und Jugendparlament. Die Bude ist voll, wie es so schön heißt.

Allerdings scheut sich die Kinder- und Jugendförderung nicht, im Freien mit den Jugendlichen aktiv zu werden. Zuletzt hatte das Xpresso-Filmteam das Open-Air-Kino im Sportpark organisiert. Gemeinsam mit der Treburer Mittelpunktschule erklärten die Mitarbeiter des Kulturbahnhofs die Freizeitfläche Berzallee einen Tag lang zur schulfreien Zone, wo die rund 80 Schüler skateboarden, Beachvolleyball, Strand-Tennis, Pingpong, Basketball und Streethockey spielen konnten.

20 Jahre Xpresso

Schmitt könnte noch viele Beispiele nennen. Beispiele, die zum Motto der Sommertour von Kerstin Geis passen: „Generationen und ihre Verantwortung füreinander“. Die SPD-Landtagsabgeordneten und ihre Parteikollegen informierten sich deshalb jüngst über die Arbeit am Nauheimer Bahnhof, an dem übrigens Hessens erster Kinder- und Jugendkulturbahnhof entstand. Und das vor genau 20 Jahren, erinnert sich Schmitt. Solange leitet er das Haus. 1998 hatte die Gemeinde das Gebäude von der Deutschen Bahn erworben und umgebaut. Mittlerweile arbeiten drei Hauptamtliche im Xpresso, sie werden unterstützt von einem FSJler, geringfügig Beschäftigten und ehrenamtlichen Helfern.

Der besondere Charakter des Hauses ist trotz Umbaus erhalten geblieben. Holztische und Bänke laden zum Verweilen ein. Zwischen Eingangsbereich und Café führt eine Wendeltreppe hinauf in den ersten und zweiten Stock. Direkt neben der Treppe stehen drei Computerstationen. Im „Infoladen“ können die Jugendlichen im Internet surfen oder ihre Hausaufgaben machen.

Im Erdgeschoss herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. „Das Haus lebt davon, dass es ein offenes Haus ist“, sagt Schmitt. Heißt, die Jugendlichen können jederzeit vorbeischauen, unabhängig davon, ob sie Angebote besuchen oder sich einfach nur mit Freunden treffen. Sie kommen aus den umliegenden Kommunen, auch aus Kelsterbach und Bischofsheim. Einfach in den Zug einsteigen und in Nauheim aussteigen, schon ist man da, beschreibt Schmitt die Vorzüge.

Notausstieg geplant

Einen Wermutstropfen gibt es: Der Kindertreff kann nicht mehr das Dachgeschoss nutzen. Die Etage erfüllt nicht mehr die Brandschutzbestimmungen. Es muss ein Notausstieg angebaut werden. Eine Treppe soll übers Fenster ins Freie führen. „Wir warten auf ein umsetzungsfähiges Konzept“, führt Bürgermeister Jan Fischer (CDU) aus. 25 000 Euro seien von der Gemeinde im Haushalt dafür einstellt worden.

Eines würde sich Schmitt noch wünschen: „Eine Werkstatt wäre ideal“, sagt der Hausleiter, während er in die Materialkammer blickt. Sägen, Hämmer und Zangen hängen an den Wänden. In der Schule würden handwerkliche Fähigkeiten kaum noch vermittelt. „Hier könnten sie sich ausprobieren.“ Doch das wird nicht möglich sein, weiß Schmitt. „Wir haben ein wunderschönes Gebäude, aber kein Jugendzentrum, das groß genug wäre“, sagt er. Und weil der Kulturbahnhof für das nächste Schuljahr fit gemacht werden muss, kleinere Reparaturen anstehen, schließt die Einrichtung über die Ferien. Ab dem 21. August sind das Jugendcafé und der Kindertreff wieder geöffnet, verspricht Schmitt.

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