E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 20°C

Ausstellung: Ein Brettspiel für mehr Toleranz

In der Stadtbücherei kann man sich dank einer unter anderem von Berufsschülern entwickelten Ausstellung bis zum Ende des Sommers über sexuelle Vielfalt informieren.
Die Library Box ist per QR-Code über das Smart-Phone zugänglich. Bilder > Die Library Box ist per QR-Code über das Smart-Phone zugänglich.
Rüsselsheim. 

„Wieso sind manche Menschen schwul oder lesbisch? Woher kommt Sexualität?“ Erwartungsvoll schaut der Fragesteller in die Runde, die Antwort kommt prompt. „Woher unsere sexuelle Orientierung kommt, ist nicht ganz geklärt“, weiß eine junge Frau. „Das beeinflussen verschiedene Faktoren. Aber wir können uns das nicht aussuchen.“ Richtige Antwort, sie darf ihren Spielstein ein Feld weiterrücken.

Was die Berufsschüler der Werner-Heisenberg-Schule, Fachschule Sozialwesen, am Donnerstagmorgen in der Stadtbücherei ausprobieren, ist Bestandteil der gerade eröffneten Ausstellung „Offen und bunt“. Ausgerichtet wird sie von der Jugendförderung der Stadt und der Stadtbücherei von Kultur123.

Eigene Materialien

„Wir von der Jugendförderung haben uns 2017 entschlossen, uns dem Thema der sexuellen Diskriminierung verstärkt zu widmen“, erklärt Kerstin Vögtle, Bereichsleiterin der Jugendförderung. „Es gibt wenige geeignete pädagogische Materialien dazu.“

Mit der Unterstützung des Jugendbildungswerks des Kreises Groß-Gerau und 22 angehenden Erziehern der Werner-Heisenberg-Schule haben alle Beteiligten folgerichtig eigene Materialien entwickelt.

„Wir haben in der Projektwoche mit Medienexperten an Ideen gearbeitet“, erzählt Sarah Will. Dazu habe nicht nur die inhaltliche, sondern auch die grafische Entwicklung gehört. Die 20-Jährige ist am Ende ihres zweiten Ausbildungsjahres. Die Teilnahme am Projekt sei freiwillig gewesen, sie findet das Thema aber immens wichtig. „Das Interesse in der Gesellschaft wird größer. Man ist immer mehr damit konfrontiert.“ Auch ihr Mitschüler Marcel Staber ist der Meinung. „Das Thema ist allgegenwärtig. Man sollte darüber Bescheid wissen.“ Dass die Ausstellung am 17. Mai, dem Internationalen Tag gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie, eröffnet wird, ist daher kein Zufall.

Auch Bürgermeister Dennis Grieser (Grüne) betont in seinem Grußwort die politische Relevanz von gesellschaftlicher Akzeptanz der Geschlechtervielfalt. Das Projekt, das neben zwei analogen Spielen, einem digitalen Quiz, einem Film zu Transgender-Jugendlichen und einem Info-Trickfilm auch aus einer Library-Box besteht, findet er „innovativ“.

Digitaler Medienschrank

Die Library Box beschreibt Mario Hergueta, der bei der Jugendförderung aktiv ist, so: „Es ist eine Art Infopoint, ein digitaler Medienschrank. Ein eigenes Netzwerk, das privat und anonym Texte, Videos und Podcasts zum Thema beinhaltet.“ In der Bücherei sei der Zugriff über das eigene mobile Endgerät durch Scannen eines QR-Codes möglich.

Noch bis Ende der Sommerferien steht die Box in der Bücherei; auch die Spiele sind zum Ausprobieren vorhanden. Aber auch außerhalb der Einrichtung seien die pädagogischen Materialien zugänglich, erklärt Uta Dogan vom Jugendbildungswerk. „Anfang der Woche sind den Schulsozialarbeitern und den pädagogischen Jugendzentren die Materialien für den schulischen Einsatz vorgestellt worden“, so Dogan.

Bei der Jugendförderung selbst könne auch ein Klassenset mit mehreren Ausführungen der Spiele auf Anfrage ausgeliehen werden. Geeignet sind die Materialien für Schüler der sechsten bis neunten Klasse. Insgesamt wurden 50 Ausführungen produziert, die jeweils zur Hälfte auf den Kreis und die Stadt Rüsselsheim aufgeteilt wurden. Auch Stefanie Anderson, Leiterin der Stadtbücherei zeigt sich nach der Eröffnung glücklich und lobt die jungen Macher der Gender-Spiele: Mit diesem Projekt hätten sie gezeigt, dass sie Vorreiter in der gesellschaftlichen Aufklärung seien.

Zur Startseite Mehr aus Rüsselsheim

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen