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Bürgerinitiative: Einsatz fürs Eigenheim belohnt

Von Die Treburer haben nach langem Ringen ihr Ziel erreicht: Das Eigenheim bleibt im Besitz der Gemeinde. Nun muss das Gebäude saniert und vermarktet werden.
Die Bürgerinitiative freut sich über das erfolgreiche Bürgerbegehren: Der historische Saalbau bleibt im Besitz der Gemeinde Trebur. Foto: (Dorothea Ittmann) Die Bürgerinitiative freut sich über das erfolgreiche Bürgerbegehren: Der historische Saalbau bleibt im Besitz der Gemeinde Trebur.
TREBUR. 

Die Bürgerinitiative für den Erhalt des Treburer Eigenheims hat nach monatelangem Protest ihr Ziel erreicht: Das Bürgerhaus bleibt im Besitz der Gemeinde und soll saniert werden. Das hatten die Gemeindevertreter Ende September beschlossen. Sonst wäre es wohl zu einem Bürgerentscheid gekommen, für den sich die Initiative stark gemacht hatte.

Ein vorerst letztes Mal traf sich am Mittwochabend der achtköpfige harte Kern der Gruppe um Sprecher Willi Girresch im Restaurant neben dem Saalbau. „Ohne die Unterstützung der Bürger und Vereine hätten wir es nicht geschafft“, betonen die Mitglieder ein ums andere Mal. Von bestärkenden Worten über das Verteilen der Flyer bis hin zu fast 2000 geleisteten Unterschriften – die Treburer hätten sich mit großer Überzeugung für den Erhalt des historischen Gebäudes eingesetzt, das nicht nur als Veranstaltungssaal dringend gebraucht werde, sondern in der Gemeinde auch einen kulturellen und ideellen Wert besitze, so Wolfgang Kraft.

Kosten sind gedeckt

Der Prüfbescheid des Hessischen Städte- und Gemeindebundes (HSGB) über die Rechtmäßigkeit eines Bürgerbegehrens hatte die Mitglieder der Initiative in ihrem Vorhaben bestärkt. Der HSGB hatte in dem Schreiben angemerkt, dass der Gemeinde keine stichhaltige Kostenschätzung über mögliche Sanierungsaufwendungen vorliege, die einen Verkauf gerechtfertigt hätte. Darüber hinaus seien die Unterhaltskosten für das Eigenheim durch Vermietung und Verpachtung gedeckt. Ist dies nicht der Fall, sieht die Initiative die Marketingkommission in der Pflicht, das Eigenheim zu bewerben.

Die bestehenden Baumängel müssen nun behoben werden. Die Aktiven denken dabei an die ehrenamtliche Ortsgruppe „Mir Trewwerer“, die schon bei einigen Projekten ihr handwerkliches Können einbrachte. Mit wenig Aufwand könne das Eigenheim wieder fit gemacht werden, denkt der frühere Architekt Reinhard Winter. Doch zunächst soll laut Beschluss der Gemeindevertretung ein unabhängiges Gutachten erstellt werden.

Verdruss mit der Politik

„Es ist peinlich, dass die Gemeindevertretung ihre eigenen Beschlüsse wieder zurücknehmen muss“, sagt Girresch. Er spielt dabei auf den jüngsten Konflikt mit den Geinsheimer Eltern an, nachdem diese erfahren hatten, dass zwei Spielplätze zugunsten von Wohnbebauung weichen sollten. „Das schafft Verdruss und Kritik an den demokratischen Institutionen“, bedauert der Sprecher.

Auch sonst sei es um die Bürgerbeteiligung in der Gemeinde nicht gut bestellt. Gemäß der Hessischen Gemeindeverordnung müsse mindestens einmal im Jahr eine Bürgerversammlung einberufen werden. Nur so sei zu erkennen, was die Bürgerschaft bewegt, so Girresch.

Dass sich bürgerliches Engagement auszahlt, das hätten die Treburer nun mehrfach erlebt. „Wir sollten mutiger sein“, plädiert Andreas Swirschuk für mehr Beteiligung. Das wollen die Mitglieder der Initiative auch weiterhin tun, wenn auch nicht mehr fürs Eigenheim. Die Gruppe wolle weiterhin in Kontakt bleiben. „Wir warten aufs nächste Projekt“, scherzt Kraft. Seine Mitstreiter lachen. „Wenn es notwendig ist, werden wir uns wieder engagieren“, bekräftigt Girresch.

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