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Netzwerktreffen: Große Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge

Ein Dankeschön gab es für 125 ehrenamtliche Helfer beim Netzwerktreffen im Kulturcafé Groß-Gerau.
Mit einem Dank an alle Ehrenamtlichen  ist Bürgermeister Stefan Sauer zur Zusammenkunft des „Netzwerkes Flüchtlingshilfe“ gekommen. Mit einem Dank an alle Ehrenamtlichen ist Bürgermeister Stefan Sauer zur Zusammenkunft des „Netzwerkes Flüchtlingshilfe“ gekommen.
Groß-Gerau. 

Wenn ehrenamtliches Wirken messbar ist, dann derzeit im Bereich der Flüchtlingshilfe. Hier stellen sich täglich Erfolge ein – und die Stadt profitiert davon. Das sieht auch Bürgermeister Stefan Sauer so, der zur letzten Zusammenkunft des „Netzwerkes Flüchtlingshilfe“ vor den Sommerferien im Saal des Kulturcafés gekommen war. „Ich wollte den Helfern meinen Dank für ihre Arbeit überbringen, sie ermutigen, weiterzumachen und ihnen meine Hilfe anbieten, wenn sie einmal nicht weiter wissen sollten“, sagte er dem Rüsselsheimer Echo.

125 Männer und Frauen zählt das Team, das sich der Integration von mehr als 350 Flüchtlingen widmet, die augenblicklich in der Stadt leben. Die Asylbewerber sind mit dem Nötigsten versorgt – zuallererst mit einer Unterkunft. Da klemmt es noch an einigen Stellen, doch sobald das ehemalige Hotel Fasanerie zur Verfügung steht und der Neubau hinter dem Finanzamt fertiggestellt sein wird – nach Aussage von Stefan Sauer ist dies im Herbst der Fall –, sollen die Probleme gelöst werden.

Dann beginnt die mühevolle Arbeit, die Menschen, die zumeist ein schreckliches Schicksal hinter sich haben, in den Alltag zu integrieren. Das kann der Staat nicht leisten. Wichtig ist die Hilfe von Frauen und Männern, die sich für diese Aufgabe zur Verfügung stellen. „In Groß-Gerau“, so weiß Soziologin Christiane Eichhorn vom Integrationsbüro der Stadt, „ist diese Bereitschaft sehr groß.“

Der Helferkreis engagiert sich etwa in der Sprachförderung als „Teacher“ (35 Personen) oder mit der Übernahme von Patenschaften, was Hilfeleistungen für alle Lebenslagen beinhaltet. Eine weitere Gruppe sorgt für die Integration in den Sport- oder Freizeitbereich. Tatsächlich kicken die ersten Sportler aus dem Kreis der Flüchtlinge beim VfR oder der HSG Groß-Gerau/Dornheim. Laufen sei allerdings nicht ihre Passion, war zu hören, lieber widmen sie sich den Ballsportarten. Es gibt Hilfe bei Behördengängen vom Sozialamt bis zum Jobcenter.

„In der Stadt ist keine Belastung durch die Flüchtlinge festzustellen“, lobte der Bürgermeister, was im wesentlichen den vielen Ehrenamtlichen zu verdanken sei. Sauer vergaß aber auch nicht, die Arbeit des Integrationsbüros zu erwähnen, in dem neben Christiane Eichhorn und Miro Sovic auch Helen Führer sowie Ivon Schulze-Andrey vom Diakonischen Werk tätig sind.

 

Familien suchen Rat beim Kinderschutzbund

 

Im zweiten Teil des Abends referierten Elke Anthes und Dr. Ursula Pohl über die Aufgaben des Kinderschutzbundes, Kreisverband Groß-Gerau. Seit mehr als 30 Jahren unterhalte der Verband eine Beratungsstelle in der Kreisstadt und betreibe die Kita Flohkiste. Während die Vorstandarbeit auf ehrenamtlicher Basis erledigt werde, ist in der Beratung und der Kita Fachpersonal tätig. Mehr als 300 Familien suchen jährlich Rat beim Kinderschutzbund, wobei man eng mit der Familienberatung des Kreises zusammen arbeite

Pohl erklärte, dass auch in Rüsselsheim eine Beratungsstelle unterhalten werde. Zur ehrenamtlichen Vorstandstätigkeit meinte sie: „Es gibt so viele positive Erlebnisse, die Freude bereiten und mit keinem Geld der Welt aufzuwiegen sind.“ Neu sei eine Trauergruppe, die Familien helfen wolle, über den Verlust eines Angehörigen hinwegzukommen. In der Beratungstätigkeit seien Klienten aus allen Bevölkerungsgruppen vertreten. Probleme, die vor allem bei Trennung der Eltern oder bei Gewalt-Hintergrund auftreten, seien die Hauptursache.

Anschließend diskutierten die Helfer in Kleingruppen spezielle Probleme. Ein Kreis beschäftigt sich mit dem Projekt „Integration multicolored“. Hierbei handelt es sich um ein Kunstprojekt in Zusammenarbeit mit der Künstlerin Zoya Sadri, bei dem das Thema „Integration“ im Fokus steht. Dieses Projekt soll im Rahmen der Interkulturellen Wochen 2016 vorgestellt werden. Nationalitäts-, generations- und geschlechtsübergreifend visualisieren hierbei Kinder und Erwachsene, was sie individuell mit dem Begriff „Integration“ verknüpfen, und setzen diese Vorstellungen und Empfindungen malerisch, gegenständlich oder gegenstandslos auf Karteikarten in Szene. Diese Karten werden auf Leinwänden im Rahmen eines Workshops, den Sadri mit Migrantinnen und Bürgerinnen durchführt, angebracht. miko

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