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Internationaler Linkshändertag: Heidrun Körber berät: Den Alltag mit links meistern

Von Wieso sie sind, wie sie sind, weiß niemand so ganz genau. Doch sie sind viele. Und ihr Leben ist nicht ganz unkompliziert. Anlässlich des heutigen Internationalen Linkshändertags hat das Echo mit einer Beraterin für Linkshänder über die Tücken des Alltags gesprochen.
Beraterin Heidrun Körber kennt die Herausforderungen für Linkshänder aus eigener Erfahrung. Sie gibt ihnen Tipps, wie sie den Alltag in einer Welt für Rechtshänder bestehen. Foto: (Robin Göckes) Beraterin Heidrun Körber kennt die Herausforderungen für Linkshänder aus eigener Erfahrung. Sie gibt ihnen Tipps, wie sie den Alltag in einer Welt für Rechtshänder bestehen.
Rüsselsheim. 

Kleinigkeiten machen den großen Unterschied. Auf welcher Seite findet sich am Bürostuhl der Hebel zur Höhenverstellung, auf welcher Seite des Schreibtischs liegt die Maus, wo steht das Telefon? Worüber sich die meisten Menschen nie Gedanken machen wird dann zum Thema, wenn die eigene Betroffenheit einen dazu zwingt. Wenn man als Linkshänder in einer Welt lebt, in der Rechtshändigkeit die Norm ist.

So wie Heidrun Körber, die anderen Linkshändern dabei hilft, Lösungen für die kleinen und großen Probleme des Alltags zu finden. Die Rüsselsheimerin ist Linkshänderberaterin. Ihre Arbeit beginnt in jungen Kinderjahren. „Ich will linkshändigen Kindern den gleichen Start ermöglichen, den rechtshändige Kinder auch haben“, sagt sie. Oft wird die Linkshändigkeit dann zum ersten Mal zum Problem, wenn das Schreiben gelernt wird. Eltern gebe sie Tipps und Ratschläge, oft in dem Jahr vor der Einschulung des Nachwuchses. „Es gibt inzwischen zum Beispiel Formblätter zum Schreibenlernen. Die sind so gestaltet, dass auch Linkshänder sie gut benutzen können. Nur ist das noch immer zu wenig bekannt“, nennt sie ein Beispiel. Auch Blöcke, Spitzer, Scheren und Lineale gibt es in Ausführungen für Linkshänder.

„Ein dauerhafter Kampf“

Ohne eigene Betroffenheit werde das Thema Linkshändigkeit oft vernachlässigt, sagt Körber. „Es ist ein dauerhafter Kampf, die Linkshändigkeit als Thema in Kitas und Schulen, aber auch zum Beispiel in den verschiedenen Berufszweigen, zu etablieren.“ Sie habe zum Beispiel von einer Floristin gehört, die ihre Abschlussprüfung mit Rechts ablegen musste, obwohl sie eigentlich Linkshänderin ist.

Heidrun Körber weiß, wovon sie spricht, wenn sie die vielen Kleinigkeiten im Alltag anspricht, die einem als Linkshänder schwer fallen. „Ich bin umgeschulte Linkshänderin“, sagt sie. Sie schreibe zwar mit Rechts, alles andere erledige sie aber mit Links. „Ich steige zum Beispiel auch ganz anders auf ein Fahrrad auf, als die meisten Menschen. Golf spielen war ein kleines Drama und beim Tennis habe ich unbewusst immer wieder umgegriffen.“ Lange Zeit sei ihr nicht bewusst gewesen, dass sie eigentlich Linkshänderin ist.

Wie vielen Menschen es so geht, weiß niemand so ganz genau. Früher ging die Forschung davon aus, dass zehn bis fünfzehn Prozent aller Menschen als Linkshänder auf die Welt kommen. Neue Studien sprechen von bis zu 50 Prozent. Wie viele „umerzogen“ werden – egal ob bewusst oder unbewusst – ist ebenfalls nicht bekannt.

Umerziehung beim Essen

Eine solche Umerziehung könne schon damit beginnen, dass ein Kind, welches gerade anfängt Brei zu essen, den Löffel in eine bestimmte Hand gedrückt bekommt. „Besser ist es, den Löffel mittig vor das Kind zu legen“, rät die Linkshänderberaterin.

Was wie eine Lappalie klingt, kann weitreichende Folgen haben. Schließlich geht die Frage der Händigkeit damit einher, welche Gehirnhälfte eines Menschen dominant ist. Welche Hand die bevorzugte ist, spiegelt also Hirnprozesse wider. „Ein unblutiger Eingriff ins Gehirn“ sei daher der Versuch, einem Kind den Gebrauch der linken Hand abzugewöhnen.

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