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GWH: In der Ringstraßensiedlung müssen die Sat-Schüsseln weg

Die Wohnungsgesellschaft GWH fordert ihre Mieter in der Ringstraßensiedlung auf, ihre Satellitenempfangsanlagen zu entfernen.
Die Satellitenempfangsanlagen sollen demontiert werden, fordert die Wohnungsgesellschaft GWH ihre Mieter auf. Die Satellitenempfangsanlagen sollen demontiert werden, fordert die Wohnungsgesellschaft GWH ihre Mieter auf.
RAUNHEIM. 

Darüber sind sich viele Menschen einig: Die Satellitenempfangsanlage an den Gebäuden verschandeln das Bild. Auch in der Ringstraßensiedlung sind sogenannte Schüsseln zu sehen. Noch. Daher fanden Mieter der Wohnungsgesellschaft GWH unlängst ein Schreiben in ihren Briefkästen., das sie dazu auffordert, ihre Satellitenempfangsanlage zu entfernen.

In den vergangenen Jahren seien die Mieter bereits vier Mal dazu gebeten worden. „Das hat aber nicht gefruchtet“, meinte Pressesprecher Marc Hohmann auf Nachfrage des Echo. Jetzt will die GWH mehr Druck ausüben. Aktuell hatten über 500 der 1600 GWH-Haushalte eine Schüssel an ihrer Wand oder am Geländer des Balkons montiert. Deutlich mehr als die Hälfte seien nun der Aufforderung nachgekommen.

Drohende Klagen

Die GWH habe allerdings gehofft, mehr Mieter zu erreichen. „Wir klagen nicht gerne“, sagt Hohmann. Noch drückt die GWH ein Auge zu und schickte eine zweite Aufforderung heraus. Wenn die Schüsseln dann nicht weg sind, wird der Klageweg beschritten.

Die Wohnungsgesellschaft habe einen guten Grund, energisch vorzugehen, beschädige die Montage doch die Bausubstanz, so Hohmann. Bohren sei schwierig, oft werde mit Schraubzwingen und Klemmbrettern gearbeitet. Die Gebäude haben jedoch eine nicht feuchtigkeitsresistente Wärmeschutzverkleidung. Durch die Montage werde die Isolierung beschädigt und Feuchtigkeit dringe ein. Aus Sicherheitsgründen sei das Befestigen am Balkongeländer ebenfalls nicht erlaubt. Vor kurzem erst sei eine Schüssel von einem Balkon gefallen, berichtet Hohmann. Dinge, die den baulichen Zustand der Wohnungen verändern, seien grundsätzlich genehmigungspflichtig. Abgesehen davon sei die Montage von Satellitenempfangsanlagen gesetzlich geregelt. Wenn es eine Grundversorgung an Sender gebe, könne die Montage verboten werden.

Keine Versorgungslücken

Menschen mit Migrationshintergrund argumentieren häufig, sie würden muttersprachliche Sender sehen wollen, die jedoch über Kabel nicht zu empfangen seien. „Das muttersprachliche Angebot ist über das Kabelfernsehen gewährleistet“, betont Hohmann dagegen. Es seien Sender mit Sprachen aus 150 Ländern in den digitalen Kabelanschluss eingespeist. „In diesem Fall von einer Versorgungslücke zu sprechen, wäre konstruiert“, unterstreicht er.

Die Mieter sind im Übrigen dazu verpflichtet, den ursprünglichen baulichen Zustand fachmännisch wieder herzustellen. Spätestens beim Auszug würden die Reparaturarbeiten kontrolliert werden.

Ein Mieter mit türkischen Wurzeln hat seine Schüssel noch nicht demontiert. Er kritisiert die Aufforderung der GWH. Die Anlage sei am Balkongeländer befestigt. Für ihn ist das keine bauliche Veränderung. Abgesehen davon seien über das Kabelfernsehen nur zwei türkischsprachige Sender zu empfangen, die zudem verschlüsselt seien.

Auch andere Mieter sind mit der Aufforderung nicht einverstanden, wollen die Anlage aber dennoch demontieren. Der Empfang über das Kabel habe eine schlechtere Qualität als über die Sat-Anlage, sagt eine Mieterin. Sie möchte zudem ebenfalls mehr muttersprachliche Programme empfangen.

Die Wohnungsgesellschaft Soka-Bau sei in der Vergangenheit ähnlich verfahren, den Rechtsweg habe sie noch nicht beschreiten müssen, informiert Pressesprecher Torge Middendorf auf Nachfrage dieser Zeitung. Die Wohnungsgesellschaft vermietet in Raunheim 231 Wohnungen.

Gepflegtes Bild

Nachdem vor mehr als über zehn Jahren das Kabelfernsehen technisch verbessert wurde und seither störungsfrei zu empfangen sei und gleichzeitig die Angebotspakete der Sender erhöht wurden, habe Soka-Bau die Mieter aufgefordert, ihre Sat-Anlagen zu entfernen. Ein gepflegtes Erscheinungsbild in den Quartieren sei der Grund gewesen.

Der überwiegende Teil der Mieter sei der Aufforderung nachgekommen, in Einzelfällen seien Mieter noch einmal aufgefordert worden. Da die Quartiere nur in unregelmäßigen Abständen kontrolliert werden, sei es möglich, dass bei Neumietern noch vereinzelt Satellitenempfangsanlage zu sehen sind.

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