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KOMMENTAR

Nicht zu langsam, nicht zu schnell – es ist ein schwieriger Spagat, der beim Aufbau eines digitalen Marktplatzes in Rüsselsheim vonnöten sein wird. Einerseits lebt ein Projekt, wie es Achim Weidner und seinen Mitstreitern vorschwebt, davon, dass möglichst viele mitmachen. Ein „Amazon in klein“ funktioniert nur dann, wenn die Menschen auch wirklich eine Auswahl haben, ein wenig im virtuellen Rüsselsheim-Kaufhaus stöbern können.

Andererseits werden sicherlich nicht alle Einzelhändler auf Anhieb auf den Zug aufspringen. Sie müssen bereit sein, Arbeit und Zeit zu investieren. Und zwar nicht einmalig, sondern kontinuierlich. An der mangelnden Bereitschaft dazu krankt schon die Rüsselsheim App, die im Grunde so etwas wie eine Initialzündung für die Digitalisierung der Einkaufslandschaft sein könnte. Dass sie dies bislang nicht ist, hat mit Engagement zu tun – oder besser mit dessen Abwesenheit. Dabei kann es sich heute eigentlich kaum ein Einzelhändler mehr leisten, in Sachen Kundenwerbung einzig und alleine auf seine stationäre Verkaufsfläche zu setzen.

Das Beispiel zeigt, welche dicke Bretter da wohl noch zu bohren sind, ehe in Rüsselsheim wirklich so etwas wie ein digitaler, regionaler Marktplatz entstehen kann.

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