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Gustav-Brunner-Schule: Kinder lauschen gebannt Bach und Mozart

Alle Schüler der Gustav-Brunner-Schule erlebten gestern eine ganz andere Art des Musikunterrichts. Für sie spielte nämlich das Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks.
Die Schüler hören ein klassisches Konzert in ihrer Schule. Die Schüler hören ein klassisches Konzert in ihrer Schule.
BISCHOFSHEIM. 

Es ist eine ganz besondere Atmosphäre in der Sporthalle der Gustav-Brunner-Schule. Auf der Tribüne und auf Turnmatten auf dem Boden sitzen alle Schüler der Grundschule nach Klassen geordnet und schauen gespannt auf das, was gerade vor ihnen passiert. Und da tut sich richtig viel: Rund 50 Musiker des Sinfonieorchesters des Hessischen Rundfunks stimmen ihre Instrumente ein.

„Wisst Ihr, warum die Musiker die Instrumente stimmen?“, fragt der Moderator der Veranstaltung, Stefan Hoffmann, in die aufgeregte Runde. „Damit es sich gut anhört, wenn sie spielen“, ruft es aus den Kinderreihen und „damit alle den gleichen Ton spielen.“

Der Besuch des hr-Sinfonieorchesters in der Gustav-Brunner-Schule ist Teil der viertägigen Schultour des Ensembles durch Hessen. Noch am gleichen Vormittag spielt das Orchester in der IGS Mainspitze. Vor zehn Jahren startete das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk „Musik und Schule“. Es hat zum Ziel, „eine Brücke zwischen Schule und Konzertsaal zu schlagen und klassische Musik in den Alltag hessischer Schüler und Jugendlichen zu bringen“, heißt es.

Aus dem Häuschen

Oumaima und ihre Freundinnen aus der dritten Klasse sind total aus dem Häuschen. „Ich freue mich sehr, dass das Orchester hier ist. Das ist etwas ganz Besonderes“, stellt die Schülerin fest. Sie kenne Mozart und Bach aus dem Musikunterricht. Ein klassisches Konzert habe sie jedoch noch nie gehört.

Genauso erfreut wie die rund 500 Schüler der Grundschule ist auch Musiklehrerin Ute Plogmann. Sie hat sich im Namen der Schule für die Tour des Orchesters beworben und nach der Zusage des Besuchs alles organisiert. „Normalerweise könnte Ihr das Orchester im Fernsehen sehen“, erzählt Plogmann ihren Schützlingen. „Heute spielen sie hier nur für Euch. Darauf könnt Ihr sehr stolz sein.“

Das Sinfonieorchester unter der Leitung von Dirigent Balàzs Nemes beginnt feurig mit Georges Bizets Stück „Torero“ aus der Oper „Carmen“. Die Kinder sind so mitgerissen, dass einige von ihnen mittanzen oder die Arme zum Takt der Musik wild in der Luft hin und her schwenken. Nach dem ersten Stück klatschen alle begeistert Beifall. Die Schüler auf der Tribüne trampeln zudem mit ihren Füßen.

Die einzelnen Werke, sieben sind es insgesamt, darunter auch leise Klänge wie Edvard Griegs „Morgenstimmung“, sind wesentlich kürzer als bei einem Konzert für Erwachsene. Moderator Hoffmann, der den Jungen und Mädchen zwischendurch viel zu den Instrumenten und Stücken erklärt und ihre unzähligen Fragen geduldig beantwortet, versucht nach jedem Werk, auch das unruhigste Kind spielerisch wieder zur Konzentration auf die Musik zu bringen.

Unbewusstes Lernen

Die Heranwachsenden lernen so fast unbewusst, „was ein Geigensolist so macht“ und wieso die Musiker ihre Instrumente in der Anordnung spielen, die der Dirigent vorgibt.

Der Höhepunkt des Konzerts ist dann mit dem letzten Lied erreicht: Leonard Bernsteins „Mambo“ aus „West Side Story“. Dabei wird es noch einmal richtig laut in der Sporthalle, die Kinder hält es kaum mehr auf den Plätzen. Impulsiv klatschen sie Beifall und sind sich einig: „Das war das schönste klassische Konzert, das wir je gesehen haben.“

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