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Medizin: Klinikum informiert über Antibiotika

Bakterielle Infektionen werden heutzutage mit Antibiotika behandelt. Nach Erhebungen des Robert-Koch-Instituts erhält in Deutschland jeder vierte Patient in einem Krankenhaus Antibiotika. Vor diesem Hintergrund veranstaltet das GPR-Klinikum am Montag erstmals einen Antibiotika-Tag.
Eine Assistentin untersucht an der Uni Leipzig Bakterienkulturen. Antibiotika können helfen. Bilder > Foto: Hendrik Schmidt (dpa-Zentralbild) Eine Assistentin untersucht an der Uni Leipzig Bakterienkulturen. Antibiotika können helfen.
Rüsselsheim. 

Blutvergiftung! In solch einem Fall kann eine zügige Antibiotikatherapie das Leben retten. Vor 100 Jahren hätte der Betroffene höchstens noch Zeit gehabt, sein Testament zu machen und die Beichte abzulegen. Allein dieses Beispiel zeigt, dass die Entdeckung von Antibiotika ein Segen für die Menschheit ist, rettet diese Medizin bei vielen Infektionskrankheiten Leben.

Auch die GPR-Chefärztin des Instituts für Laboratoriumsmedizin, Yolanta Dragneva, der Leiter der Klinik-Apotheke, Clemens Müller, die Oberärztin und Hygienebeauftragte Sandra Leibling und Apothekerin Maika Bester sehen in Antibiotika eine der besten Entdeckungen der Medizin.

Sie bilden am GPR das ABS-Team, das die Verabreichung von Antibiotika am Klinikum überwacht. Dieses hat vor drei Jahren das Antibiotic-Stewardship-Programm (ABS) eingeführt. Ziel ist eine auf den Patienten abgestimmte antibiotische Therapie mit bestem Ergebnis bei minimalen Nebenwirkungen. Das ABS-Team berät die behandelnden Ärzte dahingehend, welches Antibiotikum sie in welcher Dosierung, wie oft und in welcher Form verabreichen sollten.

Bakterien schützen sich

Denn der Einsatz dieser Arznei sollte mit Bedacht erfolgen, da Antibiotika auch den für den Menschen nützlichen Bakterien an den Kragen gehen. Und noch etwas bereitet den Fachleuten Sorge: Die Bakterien wissen sich zu schützen. Je häufiger Antibiotika verabreicht werden, desto mehr ist das Bakterium zur Anpassung gezwungen. Irgendwann ist das Antibiotikum wirkungslos und kann schlimmstenfalls den Tod des Patienten nicht mehr verhindern.

Inzwischen gibt es immer mehr Bakterien, die gegen viele, zum Teil sogar gegen alle Antibiotika resistent sind. „Ohne schnelles und koordiniertes Handeln steuert die Welt auf ein post-antibiotisches Zeitalter zu, in dem weit verbreitete Infektionen und kleine Verletzungen, die seit Jahrzehnten behandelbar waren, wieder töten können“, zitiert das Rüsselsheimer ABS-Team die Weltgesundheitsorganisation WHO. Gerade häufig vorkommende Infektionen wie Lungenentzündungen oder komplizierte Harnwegsinfekte würden immer schwerer therapierbar.

Das ABS-Team hält beispielsweise den Einsatz von Antibiotika bei Erkältungen für unsinnig, zumal eine Erkältung virenbedingt sei, wogegen Antibiotika sowieso nichts ausrichten können, aber dem Körper letztlich nur schaden. Seit der Gründung des ABS-Teams sei man im Klinikum wesentlich mehr sensibilisiert, was den Einsatz von Antibiotika angehe. Der Antibiotika-Tag am 11. Dezember beginnt um 10 Uhr. Bis 15 Uhr gibt im Foyer in Ebene 2 Informationen zum Thema.

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