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Prozess: Lkw-Fahrer wegen fahrlässiger Tötung verurteilt

Von Ein Lkw-Fahrer ist wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann schuld an einem Unfall ist, bei dem ein Radfahrer ums Leben kam.
Vor dem Rüsselsheimer Amtsgericht musste sich ein LKW-Fahrer verantworten. Vor dem Rüsselsheimer Amtsgericht musste sich ein LKW-Fahrer verantworten.
Rüsselsheim. 

10. August 2016, 4.20 Uhr: Seine Schicht hat gerade begonnen, erste Station das Gewerbegebiet Mönchhof zwischen Raunheim und Kelsterbach. Doch da kommt er an diesem Morgen, eigentlich ja noch Nacht, nicht an. Von der Eisenstraße geht es Richtung Silberstraße. Dort will er links in die Stahlstraße abbiegen und weiter zur Autobahn. Es ist noch dunkel, Licht kommt nur von ein paar Laternen. In Schrittgeschwindigkeit fährt er in die Kurve, hält aber nicht an, obwohl er Vorfahrt gewähren muss. Das wird dem Radfahrer zum Verhängnis. Dieser prallt mit seinem Rad gegen die Front des Lasters, stützt zu Boden und schlägt mit dem Kopf auf dem Asphalt auf. Die Rettungskräfte bringen ihn erst ins GPR-Klinikum, dann verlegen sie ihn ob der schweren Verletzungen in ein Frankfurter Krankenhaus. Wenige Tage später stirbt der Mann.

Zu spät gesehen

Er habe ihn erst gesehen, als es schon zu spät war, sagt der heute 52-jährige Angeklagte am Mittwoch beim Prozess vor dem Rüsselsheimer Amtsgericht. Dass er schuld an dem Unfall ist, räumt er von Anfang an ein. „Das ist genauso zutreffend. Da wird keinen Millimeter von abgewichen“, sagt sein Verteidiger mit Blick auf die Vorwürfe. Der Angeklagte arbeitet heute wieder als LKW-Fahrer. „Was passiert ist, tut mir leid. Ich fahre dort heute noch jeden Tag vorbei, das ist kein schönes Gefühl“, äußert er sich. Allerdings könne er immer noch nicht verstehen, wie bei „solch geringer Geschwindigkeit solche Verletzungen entstehen können“.

Mit dieser Frage befasst sich später der sachverständige Unfallanalytiker in seinem Gutachten. „Maßgeblich war der Aufprall auf dem Boden, nicht der Zusammenstoß mit dem LKW“, erläutert er. Dass das Opfer keinen Helm trug, habe ebenfalls eine Rolle gespielt.

Erfolglos blieb der Vorschlag des Verteidigers, das Verfahren einzustellen. Seiner Argumentation, nach der nicht das Ausmaß der Folgen, sondern das Ausmaß der Schuld entscheidend sei, folgte die Richterin nicht. Stattdessen verurteilte sie den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 4500 Euro.

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