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Prozess vor dem Schwurgericht: Messerkampf wegen Schulden: Rätsel um das Opfer

Von Vom ursprünglichen Mordvorwurf oder zumindest dem Versuch hierzu, blieb bei einem Prozess vor dem Schwurgericht in Darmstadt nicht viel übrig.
Die Justitia Foto: Frank Rumpenhorst (dpa) Die Justitia
Groß-Gerau. 

Höchstens eine gefährliche Körperverletzung steht im Prozess gegen einen 36-jährigen Polen noch im Raum. Das sah Vorsitzender Richter Volker Wagner düster voraus. Viele Ungereimtheiten in den Ermittlungen und ein Opfer, das nicht da war, trugen dazu bei. Dessen wahrscheinlicher Aufenthaltsort konnte am ersten von voraussichtlich vier Verhandlungstagen jedoch geklärt werden: Das Opfer der vermeintlichen Bluttat soll im Gefängnis von Görlitz sitzen. Ob er wirklich dort ist oder schon wieder in seiner polnischen Heimat, blieb allerdings unklar.

Zwischen dem 24. und 25. August 2016 soll sich der Mordversuch ereignet haben. Angeblich hatte der 36-jährige Angeklagte von seinem Landsmann 2500 Euro zu bekommen. Weil der angeblich spiel- und alkoholsüchtige Mann nicht zahlen konnte, bedrohte ihn der Angeklagte. Dann „besuchte“ er ihn. Vor der Haustür einer Unterkunft in Riedstadt kam es zu einem Kampf, bei dem auch ein Messer im Spiel gewesen sein soll.

Der Angeklagte aus Groß-Gerau soll in Polen zahlreiche Vorstrafen haben. Auf dem Kerbholz hat er angeblich Verurteilungen wegen Totschlags, Betrugs, bewaffnetem Raub und Fahren ohne Führerschein. Der Angeklagte schwieg am ersten Verhandlungstag.

Zeitarbeit in Groß-Gerau

Nur der Anwalt berichtete kurz aus dem Leben des Mannes aus einem kleinen polnischen Ort. Nachdem er eine Ausbildung zum Autoschlosser abgebrochen hatte, suchte er im „goldenen Westen“ sein Glück. In Groß-Gerau fand er einen Personalservice, der fast nur polnische Zeitarbeiter vermittelt.

Sie würden in abgewirtschafteten Wohnhäusern oder Hotels für teures Geld einquartiert und an Subunternehmer von Subunternehmen, hauptsächlich in der Baubranche, „untervermietet“. Dabei verdienten die Männer nicht schlecht: Zwischen 500 und 3000 Euro fließen angeblich in die Taschen der ohne Arbeitsvertrag oder Versicherung auf den Baustellen rund um Frankfurt werkelnden Männer. Weder Zoll noch Finanzamt kümmerten sich um diesen Personalservice der besonderen Art, wurde in dem Verfahren unverhohlen berichtet.

Der Prozess wird am 21. Februar fortgesetzt. Dann soll auch das Opfer aussagen, dessen Aufenthaltsort nun endgültig geklärt werden soll.

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