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Ausländerbeirat in Raunheim: Migranten wollen mitmischen

Der Ausländerbeirat will sich bei der Gestaltung für die Ausstellung des Heimatmuseums einbringen und Migranten mit einbinden. Außerdem will der Ausländerbeirat um Paten für die Betreuung der Flüchtlinge werben.
Noch ist das Museum geschlossen, für die neue Ausstellung will sich der Ausländerbeirat einbringen. Foto: Rüdiger Koslowski Noch ist das Museum geschlossen, für die neue Ausstellung will sich der Ausländerbeirat einbringen.
Raunheim. 

Vertreter von Migrantenvereinen trafen sich am Mittwoch mit Gerhard Waldherr, Geschäftsführer von Cultheca, einer Agentur für Geschichte und Kunst aus Regensburg, im Heimatmuseum. Waldherr hat für die Stadt ein Konzept für die neue Ausstellung im sanierten Heimatmuseum entworfen. Er habe die Migrantenvereine gebeten, bis Anfang Juli Fotografien und Filme zu bringen, berichtete Cesare Dima, der für die italienische Bevölkerung an dem Treffen teilnahm, bei der Sitzung des Ausländerbeirats am Mittwoch. Eingeladen waren zudem Marokkaner, Türken, Griechen und Thailänder, erklärte Ausländerbeiratsvorsitzender Kadir Erdogan.

Waldherr habe den Kontakt mit ihm aufgenommen. Das Museum solle von allen Menschen für alle Menschen, die in Raunheim leben, gestaltet und besucht werden. „Wir als Migranten werden das Museum mitgestalten“, betonte der Ausländerbeiratvorsitzende.

Bürgermeister Thomas Jühe (SPD) verwies einmal mehr auf die Bedeutung eines frisch sanierten und neu eingerichteten Museums. „Wir haben eine historische Chance“, betonte er. Es sei möglich, ein Museum aufzubauen, das dazu beitrage, dass alle Menschen, die in Raunheim leben, gleich ihrer Herkunft, den Besuchern zeigen könnten, was ihre Heimat ausmache. Jetzt könnten in der Gegenwart Gegenstände in die Ausstellung eingebracht werden, die in der Zukunft interessant seien.

Es sei möglich, die Lebensweise von Deutschen und Migranten zu dokumentieren. „Deshalb ist es wichtig, dass sich Migranten an der Ausstellung beteiligen. „Sie sind Teil der Stadtgesellschaft“, unterstrich der Rathauschef. Es sollten alle Gruppierungen in die Aufgabe einbezogen werden, eine Ausstellung zusammenzustellen. Deshalb sollte sich auch der Ausländerbeirat beteiligen.

Auch Schüler können sich beteiligen

Renate Völlinger, die Teilfachbereichsleiterin für Soziales und Kultur, informierte unterdessen, dass Waldherr auch bei der Anne-Frank-Schule angeklopft habe. Die Klassen sollten sich ebenfalls mit Medienprojekten einbringen.

In der Sitzung kam zudem die Finanzierung der Ausstellung zur Sprache. Die Stadt erhalte zwar Fördermittel, sagte Bürgermeister Jühe. Allerdings würden die Gelder nicht ausreichen, um die Ansprüche an die Ausstellung zu erfüllen. „Die Ausstellung ist sonst nicht leistbar“, unterstrich er.

Deshalb will die Stadt Sponsoren werben. So könnten Unternehmen die Ausstellungen in den einzelnen Räumen des Museums finanziell unterstützen, was dann mit einer Hinweistafel deutlich gemacht werde. „Die Unternehmen können sich für viele Jahrzehnte einen Namen machen“, warb der Rathauschef.

Der Ausländerbeirat blickte zudem auf den Besuch der Unterkunft für Flüchtlinge in der Karl-Liebknecht-Straße vor einer Woche zurück. Der neue Flüchtlingsbetreuer Jens Grode empfand es als angenehm, dass es sich bei dem Besuch nicht nur um eine Besichtigung handelte, sondern auch konkrete Vorschläge für die Unterstützung der Asylbewerber gemacht worden seien (wir haben berichtet). Den Vorschlag für Patenschaften solle der Ausländerbeirat in die Bevölkerung hereintragen.

Jühe kündigte an, dass das System der Patenschaften nachhaltig implementiert werden sollte. Deshalb würden er, Renate Völlinger und Jens Grode einen Katalog für die Paten zusammenstellen. Es sei wichtig, festzulegen, was die Paten leisten könnten, es müssten Grenzen festgelegt werden. Die Erwartungen könnten nicht so hoch gesteckt werden, die Paten sollten nicht überfordert werden. Außerdem kam die Frage auf, wer für die Kosten für etwaige Ausflüge mit den Paten aufkomme. Dies sei ein Teil der ehrenamtlichen Arbeit, so der Hinweis von Renate Völlinger. Für die Kostenübernahme sei kein Budget im Haushalt eingestellt worden. Wenn sich das System der Paten verstetige, könnte aber durchaus ein Budget bereitgestellt werden. Die Ausgaben über Spenden zu finanzieren, sei eine weitere Möglichkeit.

Sie wies darauf hin, dass die Bewohner der neuen Flüchtlingsunterkunft in der Kelsterbacher Straße gegenüber denen der älteren Unterkunft in der Karl-Liebknecht-Straße bei der Übernahme von Patenschaften nicht vernachlässigt werden sollten.

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