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Viel Most: Mir Haßlischer verarbeiten zentnerweise Äpfel zu Saft

Das Keltern von Apfelwein gehört zu den Traditionen, die die Aktiven vom Brauchtum-Pflege-Verein „Mir Haßlischer“ am Leben erhalten wollen. Und so wurden am Wochenende zwei Tage lang Äpfel gewaschen, gehäckselt, gepresst – das Ergebnis ist rekordverdächtig.
Die Freunde Stefan Schmitt, Stuart King und Holger Sieberg (v.l.)) stoßen mit dem frischen Most auf den zukünftigen Apfelwein an. Die Freunde Stefan Schmitt, Stuart King und Holger Sieberg (v.l.)) stoßen mit dem frischen Most auf den zukünftigen Apfelwein an.
Haßloch. 

„Auf die alkoholische Gärung“, lautet der Trinkspruch von Holger Sieberg, Stefan Schmitt und Stuart King an diesem sonnigen Spätsommermorgen. Noch ist das honigfarben leuchtende Getränk in den Gläsern der drei Freunde zwar alkoholfrei, doch das soll sich bald ändern. „Einen Teil werden wir in den nächsten Tagen als Most und Rauscher trinken, aus dem Rest wird Apfelwein“, sagt Schmitt. Der Eppler solle pünktlich zum Weihnachtsmarkt fertig werden, das sei so Tradition in seiner Familie, berichtet er. „Wir sind den ,Mir Haßlischern’ sehr dankbar, dass sie so toll pressen“, loben Schmitt und seine Freunde die Vereinsmitglieder. 220 Liter naturbelassenen Apfelmost kann Schmitt dieses Jahr mit nach Hause nehmen, gewonnen aus sieben verschiedenen Apfelsorten, die am Haßlocher Horlach-Graben geerntet wurden.

Aber das ist nur ein kleiner Teil dessen, was an diesem Wochenende aus der Doppelpackpresse fließt. Am ersten Tag waren es ganze 1.600 Liter, und jetzt wird fleißig weiter gepresst.

Großteil für Eigenbedarf

Jürgen Schilling sorgt für saubere Äpfel und sortiert die Faulen aus. Bild-Zoom
Jürgen Schilling sorgt für saubere Äpfel und sortiert die Faulen aus.

Der Großteil der Äpfel, die hier verarbeitet werden, ist für den Eigenbedarf des Vereins. Aber auch Haßlocher Bürger, wie Stefan Schmitt, dürfen hier ihre Apfelernte zu Saft machen lassen. „Wir sind ein Brauchtumsverein, da gehört der Apfelwein einfach dazu“, erzählt der Vorsitzende Friedel Roosen. Zu diesem Zweck haben er und seine Mitstreiter auf dem Gelände rund um ihr Vereinsheim viele Obstbäume gepflanzt. „Alles alte Sorten, bis auf das ,Mostwunder Hilde’“, berichtet Roosen. Das besondere an dieser Neuzüchtung sei, dass sie jedes Jahr Früchte trage.

Hoher Stellenwert

Im Hintergrund wird gehäckselt, vorne gepresst. Bild-Zoom
Im Hintergrund wird gehäckselt, vorne gepresst.

„Dieses Jahr haben wir ein unglaublich hohes Mostgewicht von 58 Grad Oechsle“, erklärt der Vereinsvorsitzende. Das sei eine Folge der vielen Sonnenstunden, ebenso wie die Ernte, drei Wochen früher als sonst. „Es verspricht ein sehr guter Apfelwein zu werden“, freut sich Roosen. Getrunken werde das Stöffchen im wöchentlich stattfindenden Freitagscafé. In ertragreichen Jahren wie diesem bleibe auch noch was für den Verkauf übrig. Dass der Apfelwein einen hohen Stellenwert hat, dafür spricht die Tatsache, dass der Verein mit Karl-Heinz Kaus und Herbert Sagromski über gleich zwei „Abteilungsleiter Apfelwein“ verfügt.

Der Rüsselsheimer Karl Napp ist begeistert. „Das ist richtig archaisch hier“, schwärmt er. Der Most sei Weltklasse, er habe eine hervorragende Qualität. Napp ist vorbeigekommen, um sich einige Flaschen für den Eigenbedarf abfüllen zu lassen.

Vereinsmitglied Jürgen Schilling versieht seinen Dienst an der ersten Station der Apfelmostgewinnung. Seine Aufgabe ist es, die Äpfel in den beiden Badewannen abzuwaschen und faule Früchte auszusortieren. Danach geht’s in den Häcksler und dann in die Presse. „Die Äpfel kommen von unseren eigenen Bäumen und aus dem Vordertaunus“ berichtet er. Zwar seien die Früchte wegen der Trockenheit etwas kleiner, dafür aber umso reichlicher. 80 Zentner werden dieses Jahr für den Verein zu Saft gemacht.

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