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Tafel sucht dringend Helfer: Mitarbeiter von Catering-Unternehmen sammeln Lebensmittel-Spenden

Von Längst nicht jeder kann sich genug Lebensmittel leisten. Für diese Menschen ist die Tafel da, die gespendetes Essen ausgibt. In Raunheim gab es jetzt eine besondere Sammelaktion.
Stolz präsentieren die Mitarbeiter von Sodexo und der Rüsselsheimer Tafel ihre gesammelten Lebensmittel-Spenden. Bilder > Stolz präsentieren die Mitarbeiter von Sodexo und der Rüsselsheimer Tafel ihre gesammelten Lebensmittel-Spenden.
Raunheim. 

Morgens halb zehn vor dem Edekamarkt in der Flörsheimer Straße: Keine Shoko-Waffelschnitte, dafür Nudeln, Tomatensoße, eine Packung mit kleinen Würstchen und einen Liter Milch – das alles legt Bettina Teppich in den Einkaufswagen des älteren Herren mit dem roten T-Shirt. Der Wagen von Karsten Behrendt ist bereits prall gefüllt. Neben ihm stehen ein halbes Dutzend weiterer Wagen, die ebenfalls fast voll sind, und noch ein paar mehr Menschen in roten T-Shirts. „Stop Hunger“ ist auf ihnen in weißen Buchstaben zu lesen.

Die Gruppe besteht aus Mitarbeitern von Sodexo. Ein französisches Catering-Unternehmen, das unter anderem Kantinen in öffentlichen Einrichtungen betreut und auch in Rüsselsheim ansässig ist.

Jeder Zweite macht mit

Die Männer und Frauen aus dem Unternehmen, die aus ganz Deutschland nach Raunheim gekommen sind, nehmen an der Aktion „Eins mehr“ teil. Sie bitten die Kunden vor dem Supermarkt darum, einen Artikel mehr zu kaufen und für die Tafel zu spenden. Bereits den zweiten Vormittag stehen sie nun schon dort. „Wenn sie mitmachen freuen wir uns. Denn es gibt Menschen, denen es wesentlich schlechter als uns geht“, erzählt Personalleiter Karsten Behrendt. Die Quote ist gut, fast jeder zweite Kunde gibt etwas von seinem Einkauf ab. Für Teppich ist das selbstverständlich. „Ich finde es traurig, dass solche Aktionen überhaupt nötig sind“, sagt sie. Am liebsten Teppich jede Woche Lebensmittel spenden. „Wenn ich wüsste, wo ich sie hinbringen kann.“

Um Nahrungsmittel stets bei den Rothemden von Sodexo abzugeben, müsste sie allerdings meistens ziemlich weit fahren. Denn die sammeln in ganz Deutschland Essens-Spenden für die Tafel. „Wir waren auch schon in Dresden und Berlin“, erzählt Sodexo-Chef Dieter Gitzen. Weltweit engagiere sich das Unternehmen ehrenamtlich, Schwerpunkt in Deutschland sei die Kooperation mit der Tafel. Deren Mitarbeiter sind mit der Ausbeute der vergangenen beiden Tage mehr als zufrieden. „Da ist vieles dabei, was wir sonst nicht so bekommen“, sagt Michael Sander, Pressesprecher der Rüsselsheimer Tafel. Gemeint sind wohl die auffällig vielen Markenprodukte und Süßigkeiten, sogar eine Schachtel Pralinen ist dabei. Aber auch Grundnahrungsmittel wie Brot und Bohnen.

Unterstützer überaltert

Was Sander jedoch noch mehr braucht als Lebensmittel-Spenden, sind freiwillige Helfer. Noch gibt es davon in Rüsselsheim zwar mehr als hundert, doch ist das zu wenig. Allein zur letzten Ausgabe kamen ungefähr 120 bedürftige Menschen. „Zum Jahresende brauchen wir 25 bis 30 zusätzliche Helfer“, sagt Sander. Das hängt auch damit zusammen, dass der Altersdurchschnitt der Ehrenamtler weit über 70 Jahren liegt. Ein Alter, in dem es vielen alles andere als leicht fällt, Kisten aus den Supermärkten abzuholen und zu den Ausgabe-Stellen zu bringen. Sander weiß: „Die sind ziemlich schwer.

Optimistisch stimmt ihn, dass er auch bei der Essensausgabe vermehrt auf Hilfe von Sodexo-Angestellten setzen darf. Einige Mitarbeiter würden morgens oder abends zwei bis drei Stunden mitanpacken. In Zeiten von flexiblen Arbeitszeiten sei das heute sogar leichter, zu stemmen als noch vor einigen Jahren. Deshalb hofft er nun, dass das Beispiel jetzt Schule macht. Er will jedenfalls fleißig dafür werben.

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