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Neue Pläne zur Unterbringung von Flüchtlingen

Bürgermeister Dennis Grieser will nachlegen. Durch eine günstige Gelegenheit könnte die Stadt im kommenden Jahr eine zusätzliche Flüchtlingsunterkunft realisieren. Zudem sollen zusätzliche Kapazitäten mit Hilfe von Pavillons geschaffen werden.
Container-Unterkünfte für Flüchtlinge Foto: Sebastian Kahnert (dpa-Zentralbild) Container-Unterkünfte für Flüchtlinge

Für die Unterbringung der Flüchtlinge in Rüsselsheim sollen kurzfristig neue Möglichkeiten geschaffen werden. Bei der heutigen Stadtverordnetenversammlung wird eine Tischvorlage diskutiert werden, nach der auf dem großen Spielplatz an der Ecke Hasengrund und Schreberstraße eine zusätzliche Flüchtlingsunterkunft mit drei Geschossen und 68 Plätzen errichtet werden soll.

Möglich wird dies, da die Stadt kurzfristig an zusätzliche Wohnmodule kommen kann, baugleich denen in bereits realisierten Unterkünften. „Da hat sich beim Produzenten eine Lücke aufgetan, die wir nutzen können“, erklärt Bürgermeister Dennis Grieser (Grüne). Mitte Juni könnte die neue Unterkunft bereits bezugsfertig sein – so die Stadtverordnetenversammlung die Pläne billigt.

Bis zum Jahresende 2016 sollen inklusive aller angemieteten Privatwohnungen und aller Gemeinschaftsunterkünfte, die bis dahin gebaut werden, Kapazitäten für insgesamt 1600 Flüchtlinge in der Stadt bereitstehen. Eingerechnet sind dabei auch schon insgesamt 200 Plätze, die in Pavillons oder Wohncontainern bereitgehalten werden sollen – ein Novum in Rüsselsheim. Bereits bis Ostern sollen diese Plätze zur Verfügung stehen. „Wir sind in Gesprächen mit einer Firma“, sagt Grieser.

Pavillons für 200 Menschen

Der Wohnstandard in diesen Pavillons liege zwischen jenem in den Turnhallen der Borngrabenschule, die aktuell genutzt werden, und den regulären Gemeinschaftsunterkünften. Die Pavillons sollen als Puffer dienen, sobald die Turnhallen der Borngrabenschule wieder geräumt worden sind. Flüchtlinge, die in den Pavillons unterkommen, sollen im Anschluss möglichst rasch in die regulären Unterkünfte aufgeteilt werden. „Wir sind im Gespräch mit dem Kreis über unsere Möglichkeiten. Privaten Wohnraum für Anmietungen zu finden ist bei uns aufgrund des ohnehin angespannten Wohnungsmarktes schwieriger als andernorts“, begründet Grieser die Pläne. Wo die Pavillons aufgestellt werden sollen, ist bislang noch nicht bekannt.

Insgesamt rechnet Grieser damit, dass im kommenden Jahr rund 800 Flüchtlinge Rüsselsheim zugewiesen werden – genau wie 2015. „Mittelfristig sind wir gut aufgestellt“, sagt er. Aktuell stehen 258 Plätze in Gemeinschaftsunterkünften zur Verfügung. Hinzu kommen 250 Plätze in Privatwohnungen, die von der Stadt angemietet werden konnten. Auch in einer Liegenschaft der Gewobau kommen 80 Flüchtlinge unter.

Bauarbeiten über das ganze Jahr

Im kommenden Jahr sollen insgesamt neun neue Flüchtlingsunterkünfte fertiggestellt werden: Drei mit einer Kapazität von 98 Plätzen, die restlichen sechs sollen wahrscheinlich 68 Personen aufnehmen können. Im Frühjahr sollen die Unterkünfte Im Hasengrund, Waldweg und Bensheimer Straße sowie Am Sommerdamm bezogen werden, im Sommer die neue Unterkunft an der Schreberstraße und am Landrat-Harth-Heim. Für den Herbst ist dann die Fertigstellung der Unterkunft am Lachebad sowie zwei weiterer Einrichtungen geplant, für die noch kein Standort beschlossen wurde. Dies soll im Februar geschehen.

Erhöht sich durch zusätzliche Plätze der Spielraum der Stadt, sollen bei der Aufteilung der Flüchtlinge auf die Gemeinschaftsunterkünfte auch Faktoren eine noch stärkere Rolle spielen, die bislang aufgrund der akuten Notsituation nur schwer zu berücksichtigen sind. Etwa, wo ein schulpflichtiges Kind in einer Flüchtlingsfamilie einen Schulplatz bekommt. 10 bis 15 Prozent aller Flüchtlinge, die derzeit nach Rüsselsheim kommen, seien im schulpflichtigen Alter. An der Grundschule Hasengrund soll wahrscheinlich Anfang des kommenden Jahres eines zweite Sprachintensivklasse eingerichtet werden.

Positiv beurteilen Grieser sowie Petra Neumüller und Christian Mayer von der Stabstelle Asyl die noch immer gute Stimmung unter den Bürgern. „Das Engagement ist ungebrochen wahnsinnig hoch“, sagt Neumüller. Aber nicht nur unter den Rüsselsheimern, die schon länger in der Stadt wohnen, sei die Hilfsbereitschaft ausgeprägt, auch die Flüchtlinge selbst würden oft mit anpacken. „Etwa als es darum ging, ein Materiallager auszuräumen. Da haben sich so viele Flüchtlinge freiwillig gemeldet, dass wir gar nicht alle mitnehmen konnten.“ göc

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