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Selbst gebauter Schreibtisch: Norbert Becker: Am Arbeitsplatz entstehen die Ideen

Norbert Becker (73) ist ein Treburer Original. Dort geboren und aufgewachsen fühlt er sich mit dem Ort verbunden. Als Rentner entspannt er, indem er sich bei den „Mir Trewwerer“ engagiert. Das spiegelt sich auf seinem Schreibtisch wider, der bei ihm Zuhause, in der Taunusstraße, zu finden ist.
Norbert Becker auf den Wiesen am Schwarzbach. Norbert Becker auf den Wiesen am Schwarzbach.
TREBUR. 

1 Den robusten Schreibtisch hat Norbert Becker selbst gebaut. Seit seiner Lehre zum Modellbauer werkelt er mit Holz. Von Ritterburgen und Schaukelpferden für seine Kinder bis hin zu großen Regalen – Becker kann so ziemlich alles bauen.

In seiner großen Werkstatt im Keller seines Hauses stehen die passenden Maschinen dafür. Auch viele seiner Möbel stammen aus der eigenen Produktion. Der Tisch diene ihm jetzt schon seit 20 Jahren als Arbeitsplatz.

Schnapsglas, Messlupe und Fotoapparat sind auf dem Schreibtisch von Norbert Becker aus Trebur zu finden. Bild-Zoom
Schnapsglas, Messlupe und Fotoapparat sind auf dem Schreibtisch von Norbert Becker aus Trebur zu finden.

2 „Da ist eine Lupe drin“, sagt Becker und deutet auf das kleine Holzgefäß. Als er es öffnet, plumpst eine schwarze Messlupe auf seine Hand. Damit habe er als Maschinenbauingenieur bei Opel Objekte auf Polaroid-Fotos ausgemessen. Das passende Gefäß, in dem die Lupe steckt, habe er selbst gebaut.

3 Der Bildschirmhintergrund Beckers ist ein Blickfang: Ein riesiger kreisrunder Regenbogen steht mitten im Wald. Es handelt sich dabei um eine Gemeinschaftsarbeit der „Mir Trewwerer“, die dort zur Ausstellung „Kunst am Schwarzbach“ aufgestellt wurde. Zu den Organisatoren dieser Ausstellung, gehört auch Becker selbst. Das Aufstellen dieses fünf Meter großen Kunstwerks aus Holz sei nicht einfach gewesen. In sechs Segmente wurde es geteilt, zum Bach getragen und dort wieder aufgebaut.

4 Unter der Schreibtischunterlage ein Erinnerungsbild: Darauf sind die Mitglieder der „Mir Trewwerer“ zu sehen. „Entstanden ist das Bild im Jahr 2017 bei ,Kunst am Schwarzbach’ mit unserem Regenbogen“, sagt Becker. Die Geschichte der „Mir Trewwerer“ begann, als sich im Jahr 2006 mehrere Senioren zusammenschlossen – unter den Gründern auch Becker. Seitdem teilten sie ihre Erfahrung, ihr Wissen und ihr Können mit der Gemeinde: bauten Holzpumpen, richtetet Gärten her und mehr.

5 Weil bei den Schnapsgläsern oft der Stiel brach, dachte sich Becker eine Lösung für dieses wiederkehrende Problem aus. „Ich hab’ die dann mitgenommen und einen Stiel aus Holz gebaut“, sagt er. Denn die „Mir Trewwerer“ sind zwar keine großen Apfelwein-Trinker, aber Schnaps-Liebhaber.

Das Obst dafür kommt von der gepachteten Streuobstwiese, wird dann gemaischt und in Ingelheim gebrannt. „Das ist dann auch immer ein gutes Geschenk für unsere Unterstützer“, sagt er.

6 Ein Buch über Laubgehölze liegt auf Beckers Schreibtisch. Zwischen die Seiten hat er ein Blatt geklemmt. „Das habe ich gestern vom Weinfest in Rüsselsheim mitgebracht“, sagt er – um den Baum zu bestimmen. Auch Pflanzen wecken Beckers Interesse.

Früher hatte er ein großes Gartengrundstück. Auch in dem privaten Garten am Haus stehe ein von ihm gebautes Gewächshaus. Dort baue seine Frau Tomaten und anderes Gemüse an.

7 Seine Nikon-Kamera nutze Becker, um Orte und Geschehnisse in Trebur einzufangen. „Trebur verändert sich. Das will ich für die nächsten Generationen festhalten“, sagt er. Nicht jede Veränderung finde Becker schön, auch deshalb fotografiert er. „Ich fotografiere schon lange, aber ohne ein Profi zu sein“, betont er.

8 „Der Bürgermeister-Kandidat Oliver Görlich will die ,Mir Trewwerer’ bald mal besuchen kommen“, sagt Becker.

Er hoffe, dass auch andere Kandidaten seinem Beispiel folgen werden, um ihre Visionen für ein liebens- und lebenswertes Trebur vorzustellen.

9 Diese Broschüre hat Becker aus dem deutschen Filmmuseum aus Frankfurt mitgebracht. Sie zeigt die Ausstellung „Schlafbrillen“ von dem Fotografen und Künstler Freddy Langer. „Das würde ich auch gerne hier in Trebur machen“, sagt Becker. Noch fehle ihm dazu der passende Fotograf, er habe jedoch schon jemanden im Auge.

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