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Flüchtlingshilfe: Not sehen und handeln

„Vom Krieg vertrieben – sozialen Frieden schaffen“ war Thema der dritten Station der „Kreuzgänge durch Rüsselsheim“ am Mittwoch vor dem Caritas- und Nachbarschaftszentrum.
Viel Zuspruch     fand die dritte Veranstaltung der Kreuzgänge durch Rüsselsheim, die am Mittwoch im Stadtteil Dicker Busch angeboten wurde. Viel Zuspruch fand die dritte Veranstaltung der Kreuzgänge durch Rüsselsheim, die am Mittwoch im Stadtteil Dicker Busch angeboten wurde.
Rüsselsheim. 

Großen Zuspruch fand die ökumenische Veranstaltung während der Fastenzeit, die sich in diesem Jahr der Aufforderung „Macht Frieden. . .“ widmet. Rund 50 Besucher hatten sich um das hölzerne Kreuz, das Zentrum der Veranstaltung als Mahnmal ist, versammelt. Ingrid Reidt, Pastoralreferentin der katholischen Betriebsseelsorge, und Hans-Peter Greiner von der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung (KAB) widmeten sich am Mittwochabend gemeinsam mit Mitarbeitern des Caritaszentrums dem Thema Flüchtlinge. Die Standortwahl im Stadtteil Dicker Busch zeichnet sich durch gutes interkulturelles Zusammenleben aus, erklärte Greiner. Denn es gebe zahlreiches soziales Engagement von Kinderschutzbund, Stadtteilverein und Stadtteilforum. Auch die dort angesiedelte Caritas leistet einen Beitrag als Beratungsstelle und mit verschiedenen Projekten.

Die Ergebnisse der Kommunalwahlen stimmen jedoch nachdenklich, erklärte Ingrid Reidt und fügte hinzu: „Auch wenn die AfD in der Stadt nicht kandidiert hat, so haben doch über 17 Prozent der Wähler ihr ihre Stimme bei der Kreistagswahl gegeben. Es brodelt unterschwellig ganz gehörig. Der soziale Friede wird zunehmend auf die Probe gestellt.“ Die Caritas hat es sich als einer der großen Wohlfahrtsverbände zum Auftrag gemacht, Not zu sehen und zu handeln.

Jörg Ebermann von der Caritas sprach über das Thema Kinderrechte. Allein im vergangenen Jahr kamen 70 unbegleitete Jugendliche als Flüchtlinge nach Rüsselsheim. Für sie gelten die Kinderrechte, zu denen die sofortige Hilfe bei Katastrophen, Schutz vor Verfolgung, einen Namen und eine Staatsangehörigkeit zu haben oder auch genügend Nahrung und Betreuung gehören.

Christine Müller von der Caritas sprach über die von ihr betreute Schulranzenaktion. Auch dieses Projekt schaffe sozialen Frieden, da das Spendenprojekt einkommensschwache Familien unterstütze und deren Kinder nicht gehänselt oder ausgegrenzt werden, wenn sie ihre Schulsachen in einem Ranzen statt einer Plastiktüte transportieren. Denn ein Schulranzen mache die Kinder stolz darauf, ein Schulkind zu sein und motiviere sie.

 

Ein Stück neue Heimat schaffen

 

Marco Bresciani (Caritas) betreut Flüchtlinge und berichtete von einem ins Leben gerufenen Frauentreff. Anfänglich hätten die Frauen dort Vorbehalte fremden Frauen mit Migrationshintergrund gegenüber gehabt. Doch diese seien schnell verschwunden und die Kontakte wurden herzlicher. So sei es gelungen, durch persönliches Kennenlernen, Vorurteile abzubauen und ein Stück neuer Heimat zu schaffen.

Dekanatsreferentin Carola Simon erinnerte daran, dass in den vergangenen Jahrzehnten immer schon Menschen aufgenommen worden seien. Ob nach dem zweiten Weltkrieg die Vertriebenen aus Schlesien oder in den sechziger Jahren die vielen Gastarbeiter, die nach Deutschland kamen. „Es fällt uns gar nicht mehr auf“, lautete ihr Resümee.

Der nächste Verweilort der Kreuzgänge wird der Innenhof der Festung am kommenden Mittwoch, 16. März, um 19 Uhr sein. Dann geht es um „Frieden zwischen den Religionen – den Menschen zu liebe.“ sura

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