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Ein Leben für den Film: Rüsselsheimer Klaus Schardt für den Hessischen Löwen nominiert

Auch mit 79 Jahren noch nicht leise: Klaus Schardt produziert Filme in seiner Freizeit und verzeichnet damit regelmäßig Erfolge. Mit seiner Reportage „Abgeschnitten“ ist er bei „Hessen film(t)“ für den Hessischen Löwen nominiert.
Kommt dieser stattlichen Preissammlung noch der Hessische Löwe hinzu? Foto: (Stella Lorenz) Kommt dieser stattlichen Preissammlung noch der Hessische Löwe hinzu?

Das Licht wird gelöscht, die Leinwand erhellt sich, die Spannung steigt. Der Filmtitel „Abgeschnitten“ wird eingeblendet, und schon befindet sich der Zuschauer inmitten eines ungewöhnlichen Lebensraums zusammen mit einem ganzen Volk seltsamer Bewohner . . .

So beginnt Klaus Schardts Reportage, mit der er für den Hessischen Löwen 2017 nominiert ist. Von den fünf besten hessischen Kurzfilmen der letzten zwei Jahre wird der Sieger mit dem begehrten Preis ausgezeichnet. Organisiert wird die festliche Veranstaltung im Filmmuseum Frankfurt vom Bundesverband Deutscher Film-Autoren Hessen (BDFA).

Böse Satire

„Abgeschnitten“ ist eine ganz schön böse, satirische Dokumentation, fast schon eine Mockumentary, die gekonnt mit Vorurteilen spielt. Sie könnte Schardts beachtliche Preissammlung erweitern, die feierlich in einer beleuchteten Vitrine aufbewahrt wird.

Wenn man Klaus Schardt trifft, merkt man direkt, dass Filmen für ihn nicht nur ein Hobby nebenbei ist, er ist mit Herzblut dabei. Mit 15 Jahren trifft er auf einem Schulausflug auf holländische Urlauber mit einer Filmkamera – und er sagt sich: „Die musst Du auch haben!“ Drei Jahre später kauft er seine erste eigene Kamera, es folgen zahlreiche Filme, Wettbewerbe, Preise. 1963 kommt er als Maschinenbauer nach Rüsselsheim zu Opel, tritt dem Film- und Videoclub bei und widmet sich auch fortan thematisch der Stadt am Main. 1985 übernimmt er die Leitung des Clubs.

Genretechnisch ist er nicht festgelegt. „Ich habe auch schon Trickfilme, Minutenfilme – also 60-Sekünder – und Spielfilme gemacht“, erklärt der 79-jährige Autorenfilmer und streicht über den dunkelblauen Samt, der eine der vielen Medaillen in der Vitrine einfasst. Er hält einen gläsernen Obelisken hoch: „Hier, das ist der BDFA-Filmpreis für den Film des Jahres, die höchste Auszeichnung für Autorenfilmer“, verrät er stolz.

Ob die Aufregung, nominiert zu werden, nicht angesichts der vielen Auszeichnungen schon weniger geworden ist? „Nein!“, sagt Schardt vehement. „Das ist jedes Mal wieder spannend zu sehen, wie der Film wahrgenommen wird.“

Aber ganz gleich, wie die Verleihung am kommenden Sonntag, 12. November, ausgehen wird: Klaus Schardt bleibt dran am Film. Gerade arbeitet er an einem Streifen über das Rüsselsheimer Stadtmuseum in der Festung, aber danach ist natürlich längst nicht Schluss für den Tausendsassa: „Es gibt noch so viel Material, das ich gerne bearbeiten würde“, sagt Schardt und der Enthusiasmus blitzt auf in seinen Augen.

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