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Hilfestellung für die Pflege: Rüsselsheimer lernen Wissenswertes beim Workshop zum Thema Demenz und Alzheimer

Ist das schälen von Erdbeeren ungewöhnlich? Wie reagiert man als Betreuungskraft oder pflegender Angehöriger auf Verhaltensweisen eines an Demenz oder Alzheimer erkrankten Menschen, die nicht der „Norm“ entsprechen? Diese und andere Fragen wurden gestern bei einem Workshop im Haus am Ostpark besprochen.
Rund 50 Interessierte nehmen am Donnerstag am Workshop der Alzheimer- und Demenzgesellschaft im Haus am Ostpark teil. Bilder > Rund 50 Interessierte nehmen am Donnerstag am Workshop der Alzheimer- und Demenzgesellschaft im Haus am Ostpark teil.
Rüsselsheim. 

Menschen mit einer Alzheimer- oder Demenzerkrankung verhalten sich manchmal in einer Art und Weise, die vermeintlich gesunde Menschen als äußerst seltsam empfinden. Sie schälten beispielsweise eben die Erdbeeren, bevor sie sie essen oder gingen mit Schuhen ins Bett. Sie hätten oft einen großen Bewegungsdrang – auch mitten in der Nacht – und wollten immer „weg“, berichtet Mathilde Schmitz, Vorsitzende der Alzheimer- und Demenzgesellschaft Rüsselsheim.

Manchmal seien Alzheimer- oder Demenzpatienten aber auch sehr herausfordernd und anstrengend für ihre Betreuer oder Angehörigen. Vielfach kämen Männer und Frauen, die erkrankte Familienmitglieder zu Hause pflegten, an ihre Grenzen. Doch was kann man dagegen tun? Mit einem detaillierten Workshop im Haus am Ostpark bietet die Alzheimer- und Demenzgesellschaft am Donnerstag Antworten, Tipps und zahlreiche Informationen zu diesem Themenbereich.

Aus eigenen Erfahrungen

„Wir haben die beiden Referentinnen Sonja Brandtner und Anette Arand aus München vom Verein ,wohlBedacht‘ dazu eingeladen. Sie führen durch den Tag“, sagt Mathilde Schmitz. Vor rund 50 Interessierten – darunter einige betroffene Angehörige von an Demenz oder Alzheimer erkrankten Personen – sowie Pflegepersonal und ehrenamtlichen Helfern der Alzheimer- und Demenzgesellschaft berichten Brandtner und Arand von ihren Erfahrungen.

Es sei wichtig und entlastend, herausforderndes Verhalten der Erkrankten erst gar nicht entstehen zu lassen. Es gebe Zeichen, die darauf hinwiesen, dass eine kranke Person gleich laut und unkooperativ werde, erklärt Schmitz. „Man kann das beispielsweise an den Augen erkennen. Wenn die Menschen schnelle Augenbewegungen zeigen und dabei gleichzeitig unruhiger werden, weist das auf einen kurz bevorstehen emotionalen Ausbruch hin.“

Plätze der Vergangenheit

Derartiges Verhalten, das sich durch Aggressivität charakterisieren ließe, entstehe meist durch eine Überforderung der Erkrankten. Im Falle des „Wegwollens“, das für Angehörige sehr stressige Ausbrechen und Herumwandern einer kranken Person, stünde jedoch ein Plan und Ziel für den Alzheimer- oder Demenzpatienten im Fokus. „Die Menschen wissen schon, wo sie hinwollen. Oft sind es auch Plätze aus der Vergangenheit“, weiß Schmitz. Und häufig passiere das „Wandern“ in der Nacht.

Brandtner und Arand sprechen bei dem fünfstündigen Workshop diese und andere Situationen mit den Teilnehmern durch. Sie arbeiten mit ihnen an Fall-Stationen, vermitteln Wissenswertes zu Pflege und Betreuung und geben Beispiele aus der eigenen Erfahrung.

Am Nachmittag können die Teilnehmer schließlich bei einer Diskussionsrunde noch alle Fragen klären, die im Laufe des Tages unbeantwortet geblieben sind.

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