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Aufzucht: Schwanen-Mama Bianca Menssen verabschiedet sich von ihren Schützlingen

Als die Schwanen-Eltern von Hunden vertrieben wurden, ließen sie acht Eier zurück. Die Rüsselsheimer Tier-Saga, die daraus entstand, geht nun langsam zu Ende.
Eine besondere Erfahrung: Bianca Menssen hat sich mehrere Wochen um acht Jungschwäne gekümmert. Bilder > Eine besondere Erfahrung: Bianca Menssen hat sich mehrere Wochen um acht Jungschwäne gekümmert.
Rüsselsheim. 

Als Bianca Menssen und ihr Mann Mathias vor gut zweieinhalb Monaten acht verlassene Schwaneneier finden, wissen sie noch nicht, was sie in den kommenden Wochen erwartet. Die beim Experten bebrüteten Eier kommen im Mai zurück zu den Menssens, wo die Küken kurze Zeit später schlüpfen. Sie werden liebevoll gepflegt, gefüttert und von den Rüsselsheimern gefeiert. Die Geschichte ist mittlerweile eine waschechte Erfolgsstory geworden.

Dann werden die Schwimmmöglichkeiten im Garten der Familie zu klein. Bianca Menssen sucht eine geeignete Bleibe, findet sie im Wildtierzentrum in Saarburg-Wiltingen. Vor vier Wochen brachte das Paar die acht Jungschwäne in ihr neues Zuhause. „Wir haben sie vorne ans Tor laufen lassen und dann in die große Hundebox gepackt“, berichtet die Tierfreundin. Zweieinhalb Stunden habe die Fahrt gedauert und sei problemlos abgelaufen.

Ins Gras gelegt

Dort angekommen hätten sich die „Schwanis“, wie die Tiere liebevoll im sozialen Netzwerk Facebook genannt werden, direkt ins Gras gelegt und angefangen, zu fressen. „Der Vorsitzende der Auffangstation, Jürgen Meyer, hatte noch zwei weitere Küken, die sofort integriert wurden“, erzählt Bianca Menssen.

Dass es den Tieren dort so gut geht, freue sie. Der Abschied sei nicht leicht gewesen. Nachdem sie sich fünf Wochen intensiv und quasi rund um die Uhr um die Tiere gekümmert hatte, fehle jetzt etwas. „Es ist schon ungewohnt“, sagt die Ziehmutter.

Lange musste sie allerdings nicht „schwanlos“ sein: Vor einer Woche fanden Ruderinnen auf dem Main ein verwaistes, knapp drei Wochen altes Schwanenküken und brachten es zu Bianca Menssen. „Er hatte panische Angst und hat gefaucht, das hat sich aber mittlerweile gegeben“, sagt sie. Alleine ist er trotzdem, und das sei nicht gut. Deshalb wird auch er an diesem Wochenende ins Wildtierzentrum abgegeben. „Er braucht soziale Kontakte“, weiß Menssen.

In jedem Fall bleibt Bianca Menssen in engem Kontakt mit dem Verein. „Wir waren schon zweimal dort und kriegen regelmäßig Bilder und Videos zugesendet“, berichtet sie. Über eine Crowdfunding-Plattform hat die Tierschützerin außerdem knapp 2500 Euro gesammelt, die dem Verein gespendet werden sollen.

Und auch die Rüsselsheimer dürfen sich weiter an „ihren“ Schwänen erfreuen: Gemeinsam mit der örtlichen Druckerei Printelix hat die Familie einen Jahreskalender mit Bildern der „Rüsselsheimer Stöpselchen“ realisiert.

Kalender im August

Gedruckt wird er im August, rund 20 Exemplare werden in der Buchhandlung Kapitel 43 vertrieben werden. Weitere Exemplare sollen vorbestellbar sein. „Um abzuschätzen, wie viele Kalender wir insgesamt drucken werden, werde ich über Facebook einen Link veröffentlichen, über den man vorbestellen kann“, sagt Menssen. Vom Kaufpreis von etwa 10 Euro werden die Unkosten gedeckt, ein Teil soll aber auch an den Tierschutzverein in Saarburg-Wiltingen gehen. Das Interesse, das bisher über Facebook bekundet wurde, sei sehr groß.

Dass Bianca Menssen jetzt als Schwanen-Aufzuchtexpertin bekannt ist, macht ihr nichts aus. Im Gegenteil: „Wenn Not am Mann ist, würden wir es noch mal machen“, verrät sie. „Es sind einfach tolle Tiere.“

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