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Max-Planck-Schülerinnen: Sie fahren zur Friedenspreisverleihung

Im Festungshof sind bis zum 24. Mai Plakate zur Meinungsfreiheit von Schülern der Max-Planck-Schule und der Alexander-von-Humboldt-Schule zu sehen. 15 Schulen aus dem Rhein-Main-Gebiet haben sich an dem Wettbewerb beteiligt.
Stolz auf ihr Gemeinschaftswerk: Die fünf Gewinnerinnen des Jury-Sonderpreises vor dem Siegerplakat. Stolz auf ihr Gemeinschaftswerk: Die fünf Gewinnerinnen des Jury-Sonderpreises vor dem Siegerplakat.
Rüsselsheim. 

Aufgeregt wuseln die Schüler im Hof der Rüsselsheimer Festung von Plakat zu Plakat, diskutieren, lachen, nicken anerkennend. Als sie vor ihren selbst entworfenen Exemplaren zum Stehen kommen, huscht Stolz über ihre Gesichter. Sie sind mit ihren Werken Teil der Ausstellung „Plakate für die Meinungsfreiheit“, die derzeit im Festungshof zu sehen ist.

350 Schüler von 15 Schulen aus dem Rhein-Main-Gebiet haben sich an dem Wettbewerbsprojekt beteiligt, das von der Kulturregion Frankfurt-RheinMain, der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung und dem Museum für Kommunikation Frankfurt (MfK) veranstaltet wurde. Zum Thema „Meinungsfreiheit“ durften Schüler- und Jugendgruppen ab 14 Jahren im MfK Plakate entwerfen. Auch zwei Rüsselsheimer Schulen brachten sich ein. „Einen ganzen Vormittag waren wir dort, haben gestempelt und Ausschnitte aus Zeitungen aufgeklebt“, erzählt Jessica (18). Die Arbeit habe sich gelohnt: „Meinungsfreiheit ist in unserem Alltag normal, woanders aber nicht“, sagt sie. Es sei wichtig, darauf aufmerksam zu machen.

Keine Selbstzensur

Das betont auch Dr. Bärbel Maul, Leiterin des Stadt- und Industriemuseums, das als Kooperationspartner bei der Ausstellung mitwirkt. „1942 wurde in Berlin der Rüsselsheimer Walter Rietig hingerichtet“, erzählt sie. „Weil er seine Meinung zur Judenverfolgung geäußert hat.“ In Bezug auf Rietig findet Bürgermeister Dennis Grieser (Grüne): „Man muss seine eigene Meinung entwickeln und den Mut haben, sie auszusprechen.“ Gerade jungen Menschen falle das im schulischen oder privaten Kontext nicht immer leicht. Man dürfe sich aber nicht selbst zensieren. „Die Plakate sind wunderbare Beispiele dafür“, so Grieser.

Exklusive Einladung

Magdalena Zeller, Projektleiterin der Kulturregion Frankfurt-Rhein-Main, die bei einem Rundgang durch die Ausstellung die Schüler zu Wort kommen lässt, hat sich die Überraschung für den Schluss der Führung aufgehoben: Fünf Schülerinnen erhalten für ihr Plakat den Jury-Sonderpreis: eine Einladung des Börsenvereins des deutschen Buchhandels zur Verleihung des Friedenspreises in der Paulskirche. „Eigentlich ist das der Hauptpreis“, verrät sie zwinkernd. „Normalsterbliche dürfen da nämlich nicht rein.“

Das Plakat von Tugce, Senzel (beide 15 Jahre), Charlotte, Housna und Oumaima (alle 14 Jahre) aus der 9. Klasse der Max-Planck-Schule von Kunstlehrerin Sabine Kintzel zeigt ein Gesicht, zusammengesetzt aus vier verschiedenen Bildern – zwei Frauen und zwei Männer unterschiedlichster Herkunft und Aussehen. Darüber steht „Warum schweigst du?“, darunter „Rede!“

„Es erfüllt alle Regeln der Plakatgestaltung“, lobt Projektleiterin Zeller. Es generiere Aufmerksamkeit, Interesse und rufe zur Handlung auf. „Wir wollten es schlicht halten und zeigen, dass jede Meinung wichtig ist“, erklärt Charlotte. Ob sie mit einem Preis gerechnet hätten? „Nie im Leben!“, sagen sie lachend. Dann huscht der Stolz wieder über ihre Gesichter.

 

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