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Engagement für den Tierschutz: Sie gibt Vierbeinern ein Zuhause

Brigitte Rupp nimmt Hunde und andere Tiere in Pflege, bis sie einen neuen Besitzer gefunden haben – und das seit 25 Jahren
Sie nehmen Tiere in Pflege, bis sich neue Besitzer gefunden haben: Brigitte und Hartmut Rupp mit ihren Lieblingen „Bärchen“, „Benchi“ und „Ronja“ (von links) und Amazonenpapagei „Lora“. Foto: Rüdiger Koslowski Sie nehmen Tiere in Pflege, bis sich neue Besitzer gefunden haben: Brigitte und Hartmut Rupp mit ihren Lieblingen „Bärchen“, „Benchi“ und „Ronja“ (von links) und Amazonenpapagei „Lora“.
Raunheim. 

Die drei Hunde Bärchen, Ronja und Benchi bilden das Empfangskomitee. Bevor Brigitte und Hartmut Rupp ihren Gast begrüßen können, beschnuppern ihn erst einmal die drei Hunde aufgeregt. Ronja ist der Hund des Ehepaares. Die beiden anderen Vierbeiner haben die Rupps in Pflege genommen.

Brigitte Rupp feiert in diesem Jahr ein Jubiläum. Sie ist 25 Jahre Mitglied in der Tierschutzorganisation Bund der Tierfreunde Mainz, Wiesbaden und Umgebung. Dem Verein gehören noch rund 400 andere Menschen an. Aber Brigitte Rupp ist nur eine von zehn Mitgliedern, die Tiere in Pflege nehmen, bis sie an neue Besitzer vermittelt sind. Ihr Mann ist zwar nicht Mitglied in dem Verein, unterstützt seine Frau aber nach Leibeskräften.

„Wir hatten immer einen Hund, meist aus dem Tierheim“, blickt die 58-jährige Frau zurück. Dass sie mal einer Dogge auf die Beine half, die in ihrem Wesen sehr schwierig war, hinterließ bei dem Verein Eindruck, und sie wurde gefragt, ob sie Tiere in Pflege nehmen wolle. „Ich konnte nicht Nein sagen“, lautet die einfache Begründung für ihre Zusage. „Mit Hunden kann sie umgehen, besonders mit schwierigen und ängstlichen Hunden“, beschreibt ihr Mann die Gabe seiner Frau.

Ihr erster Hund als Pflegerin des Vereins war denn auch gleich ein ängstlicher Mischling, der aufgepäppelt werden musste. In den vergangenen 25 Jahren nahm sie dann rund 950 Tiere unter ihre Fittiche. Darunter befanden sich etwa 800 Hunde.

Brigitte Rupp nimmt für den Verein Tiere in Pflege, die ihre Vorbesitzer beispielsweise aus gesundheitlichen Gründen abgeben mussten. Bei ihr leben aber auch Tiere, die von ihren Vorbesitzern schlecht behandelt oder misshandelt wurden.

 

Die Tiere bleiben vier bis acht Wochen

 

Die Tiere bleiben solange bei ihr, bis ein neuer Besitzer gefunden ist. Brigitte Rupp hat die Hunde im Durchschnitt vier bis acht Wochen in ihrer Obhut. „Wir geben die Tiere an einen neuen Besitzer weiter, wenn wir glauben, dass sie soweit sind“, erklärt Brigitte Rupp.

Eines der größeren Probleme bei der Pflege sind unsaubere Tiere. Wenn Hunde aus Angst oder wegen schlechter Erziehung ihren Kot in der Wohnung hinterlassen, können durchaus ein paar Wochen vergehen, bis sie stubenrein sind. Bis dahin heißt es für das Ehepaar, beständig den Hundekot vom Fußboden zu entfernen.

Ängstliche Hunde, die von ihren Besitzern misshandelt wurden, müssen zudem wieder das Vertrauen in den Menschen gewinnen. Richtig gefährliche Hunde nehmen die Rupps dagegen nicht auf. Diese Vierbeiner werden in einem Tierheim untergebracht. Einmal wurde ihnen ein Rottweiler mit einem Stachelhalsband übergeben. Der Hund galt als ein schwieriges Tier. „Wir haben ihm das Halsband abgemacht, und er entpuppte sich als der liebste Hund“, erinnert sich Brigitte Rupp.

Sie darf sich nicht zur sehr an die Hunde binden, um den Abschiedsschmerz nicht zu stark werden zu lassen. Denn Hartmut Rupp macht deutlich: „Wir können sie ja nicht alle behalten.“ „Man kann sie aber auch ins Herz schließen und trotzdem Tschüss sagen“, meint seine Frau. Jedenfalls sind sich beide sicher, dass niemand Tiere in Pflege nehmen sollte, der nicht von ihnen Abschied nehmen kann.

 

Helfer werden dringend benötigt

 

Diese Erfahrung hat Brigitte Rupp selbst schon einmal gemacht, als sie einen Hund ein Jahr in Pflege hatte. „Das hat dann schon weh getan, als wir ihn abgeben mussten“, gesteht sie. Von den zehn aktuellen Pflegern des Vereins ist sie die dienstälteste. Darauf ist sie durchaus stolz. Angesichtes der geringen Zahl von Pflegestellen machen Brigitte Rupp und ihr Mann darauf aufmerksam, dass Pfleger dringend benötigt werden. „Not am Mann ist vor allem bei Katzen“, weiß der 61-Jährige.

Für Hunde müssen die Pflegestellen genügend Platz vorhalten. Ideal sei natürlich ein Garten. Auch bei den Rupps können sich die Hunde ausreichend austoben. Sie gehen aber zudem morgens und abends eine Stunde Gassi.

Bevor die Hunde und andere Tiere in Pflege genommen werden, wird geprüft, ob sie auch in die Familie passen. Das Gleiche gilt auch für die Abgabe an den späteren Beisitzer. Die Kosten für das Futter und den Tierarzt übernimmt der Verein.

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