E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 17°C

Flüchtlinge: Sie wollen sich in Deutschland zurechtfinden

Schüler der Werner-Heisenberg-Schule und aus berufsbildenden Schulen in Groß-Gerau feierten gemeinsam den Abschluss ihres Projekts Hessencampus. Dabei drehte sich alles um die Frage: Wie finde ich mich in Deutschland zurecht?
Gemeinsam feiern die Schüler den Abschluss des Projekts Hessencampus. Gemeinsam feiern die Schüler den Abschluss des Projekts Hessencampus.
Rüsselsheim. 

Faridoun stammt aus Afghanistan. „Ich bin seit sechs Monaten in Deutschland“, erzählt der junge Erwachsene in sehr gutem Deutsch. Seit vier Monaten besuche er die Werner-Heisenberg-Schule und fühle sich hier sehr wohl.

Faridoun hat zusammen mit 31 anderen Schülern der Werner-Heisenberg-Schule und aus berufsbildenden Schulen in Groß-Gerau an einem dreitägigen Workshop unter der Überschrift „Hessencampus“ teilgenommen. Heute soll der Abschluss von des Projekts gefeiert werden.

Zum Workshop hatten sich die Teilnehmer in Bad Nauheim getroffen. Gemeinsam sind die Schüler im Alter zwischen 16 und 21 Jahren den Fragen nachgegangen: Wie gehe ich mit dem Thema Flucht um? Wie finde ich mich in Deutschland zurecht, und was ist der Unterschied zwischen dem deutschen Rechtssystem und der Auslegung der Gesetze in meinem Heimatland? Unter den 32 Schülern, die an dem Projekt teilnahmen, seien 17 junge und teils unbegleitete Flüchtlinge, sagt die Projektleiterin von „Hessencampus“, Petra Jähnigen-al-Fadhli.

Ziemlich nervös

Insgesamt besuchen derzeit 130 Flüchtlinge die Werner-Heisenberg-Schule, berichtet York Ehrlich, Abteilungsleiter Fachschule und Sozialwesen. „Die Schüler sind in ein intensives sprachförderndes Konzept eingebunden, dessen Ziel es ist, sie sprachlich mindestens auf das Level B1 zu bringen. Dieses Level befähigt sie, einen Hauptschulabschluss zu erreichen“, erklärt der Lehrer der Werner-Heisenberg-Schule. Zum Vergleich: Um studieren zu können, benötigen Nicht-Muttersprachler in Deutschland das Level C1. Dazu muss je eine Sprachprüfung absolviert werden.

Faridoun ist an diesem Vormittag ziemlich nervös. Denn zusammen mit anderen Schülern, die an dem Projekt teilgenommen haben, möchte er zum Programm der Abschlussfeier beitragen. „Ich habe ein Video vorbereitet“, sagt er stolz und zeigt es kurz auf seinem Handy. Zu sehen ist der Ablauf des Workshops, in dem die Jugendlichen gemeinsam Poster mit den Themen, „Das deutsche Grundgesetz“ und „Die kulturellen Gegebenheiten in Deutschland“ erstellt haben. „Das Video werde ich bei der Feier zeigen.“ Faridoun ist auch Teil einer Theatergruppe, die sich während des Workshops formiert hat.

Hymnen gesungen

Projektleiterin Petra Jähnigen-al-Fadhli berichtet: „Einige Schüler haben zusätzlich an einem Theaterworkshop teilgenommen. Der Titel war ,Free my style’. Die Jugendlichen haben gemeinsam das Stück ,Der Panther’ von Rainer Maria Rilke eingeübt und werden einen Teil des Theaterstücks bei der Feier präsentieren.“

„Wir singen aber auch“, fügt Faridoun hinzu. Tatsächlich trägt er wenige Minuten später mit anderen Projektteilnehmern ein Medley der afghanischen und syrischen Nationalhymnen vor. Zum Schluss rufen die Jugendlichen laut das Wort „Freiheit“ in ihren Muttersprachen und auf Deutsch.

Zur Startseite Mehr aus Rüsselsheim

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen