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Auf der Pirsch: So fangen die Fotofreunde das perfekte Bild ein

Von Beim Clubabend tauschen sich die Fotofreunde Nauheim über ihr Hobby aus, entwickeln neue Ideen und erzählen von ihren Streifzügen.
Bodo Kaul Foto: (Rainer Beutel) Bodo Kaul
NAUHEIM. 

Ein Rotfuchs. Große Ohren, buschiges Fell, weiße Schnauze und Brust. Er blickt nach oben, den Kopf schiefgelegt, lauscht. Das Tier hat Bodo Kaul eingefangen – und zwar mit seiner Kamera. Der Nauheimer hat lange Zeit im Revier des Fuchses ausgeharrt, um dieses Foto zu schießen. Was keine Seltenheit für begeisterte Hobby-Fotografen ist, immer auf der Suche nach dem perfekten Motiv, dem richtigen Lichteinfall, der idealen Komposition.

Der Fuchs ist nicht allein. Es handelt sich bei dem Fotomodell um eine Fähe, Rüde und Welpen lernte Kaul später kennen. Tag für Tag näherte er sich der Füchsin und gab ihr das ein oder andere Leckerli, bis sie sich gerne von ihm ablichten ließ.

Eine besonders gelungene Aufnahme: Reineke Fuchs in seinem Revier. Bild-Zoom Foto: Bodo Kaul
Eine besonders gelungene Aufnahme: Reineke Fuchs in seinem Revier.

Neugierig blickt sie in die Kamera. Der Autofokus summt, hohes Gras ragt ins Bildfeld, Kaul muss immer wieder neu fokussieren, um scharfe Aufnahmen zu bekommen. Das Geräusch ist der Fähe nicht geheuer. Sie sucht Deckung hinter einem Baum – ein Ohr lugt hinter dem Stamm hervor. Dann wagt sie doch einen Blick auf den zweibeinigen Besucher. Klick. Ein Moment für die Ewigkeit festgehalten.

Mit 160 Millimeter

„Ich konnte mich ihr auf drei bis vier Meter nähern“, erzählt Kaul seinen Freunden vom Nauheimer Fotoclub. Weil es hierbei nicht nur um eine Naturbeobachtung, sondern um die Fototechnik geht, fügt er hinzu: „160 Millimeter mit APS.“ Die Hobby-Fotografen nicken. Die 160 Millimeter beschreiben die Brennweite des Teleobjektivs, APS steht für Advanced Photo System und ist ein Aufnahmeformat. Mittlerweile hat Familie Reineke den Bau verlassen. Kaul möchte es nächstes Jahr an gleicher Stelle noch einmal versuchen. Vielleicht erinnert sich die Fähe an ihren treuen Besucher.

Das Motiv ist echt, die Farben intensiviert. Bild-Zoom Foto: Arno Kraetschmer (Arno Krätschmer)
Das Motiv ist echt, die Farben intensiviert.

Dann ist Detlef Heinemann an der Reihe. Er ist Mitglied im Groß-Gerauer Fotoclub, schaut aber mit Arno Krätschmer gerne bei den Nauheimer Kollegen vorbei. So auch am Montagabend. Seine Bilder zeigt er lieber auf DIN A 3 großem Fotopapier als per USB-Stick auf dem Fernsehbildschirm. Alle Farben des Regenbogens fallen dem Betrachter sofort ins Auge – Wassertropfen auf Compact Disc. „Ich hab’s gerne knallig“, sagt Heinemann. Mit einer Spritze habe er das Wasser vorsichtig auf die CD aufgetragen und beim Fotografieren die Tropfen mit Blitzlicht oder einer Taschenlampe im dunklen Raum beleuchtet. „Je schräger man beleuchtet, umso stärker kommen die Farben raus“, erklärt der Hobbyfotograf.

Arno Krätschmer trickst ebenfalls gerne bei seinen Bildern. Sein Motiv: ein Sonnenblumenfeld. Das Gelb strahlt, die grauen Wolken heben sich vom Blau des Himmels ab. „Das Bild lebt von der Farbe“, sagt Krätschmer. Und weil das Original längst nicht so farbintensiv war, wie der Fotograf es gerne gehabt hätte, bearbeitete der Groß-Gerauer flugs das Foto mit dem Bildbearbeitungsprogramm. Tataa! Eine Augenweide. „Ich liebe es, das Bild zu verfälschen“, sagt Krätschmer. Mal verstärkt er den Kontrast, mal fügt er neue Elemente hinzu. Dabei entstünden ganz neue Eindrücke, was er sogleich mit weiteren Beispielen zeigt – eine Mainzer Brücke, die Zwiebeltürme der Russischen Kapelle in Darmstadt, der Burgfried der Burg Frankenstein.

Schnell gezoomt: Waldweg am Mönchbruch. Bild-Zoom Foto: Arno Kraetschmer (Arno Krätschmer)
Schnell gezoomt: Waldweg am Mönchbruch.

Da bekommt man selber Lust, die Kamera zu zücken und auf Entdeckungsreise zu gehen. Das Interesse der Nauheimer halte sich aber in Grenzen, sagt Kaul. Sieben Fotofreunde hätten sich mittlerweile zusammengefunden. Ab und zu komme jemand Neues vorbei, doch bestehen bleibe immer der harte Kern.

Club will Verein werden

Dabei wollen die Fotofreunde Nauheim bald ein eingetragener Verein werden. Die Mindestmitgliederzahl haben sie mit sieben Personen erreicht. „Der Antrag wird noch in Darmstadt geprüft“, so Kaul. Bald schon könnte der Club ein Verein sein so wie der befreundete Film- und Fotoclub Groß-Gerau.

Doch bis es so weit ist, wollen die Mitglieder des Fotoclubs Nauheim neue Eindrücke sammeln. Los geht es am Montag, 23. Juli. Die Gruppe trifft sich um 18 Uhr am Treburer Sommerdamm. Am Montag, 6. August, werden die Fotofreunde im Verna-Park Rüsselsheim, rund um die Festung und am Main ihre Kameras zücken.

 

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